vonChristian Ihle 02.08.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„The True Story of Punk“ ist über seine vier Folgen hinweg eine wirklich beeindruckend gute Serie, die praktisch alle großen Namen versammelt und zudem grandioses Archivmaterial zutage fördert. Die beiden ersten Folgen sind historisch mit der Erzählung von der Geburt des US-Punk und der UK-Antwort darauf sicher die interessantesten, aber dadurch auch auf dem bestbeackertstem Feld unterwegs. Die erste Folge beginnt auch wirklich am Ursprung und vergisst den Proto-Punk von MC5 und den Stooges nicht, bevor es nach New York geht und wahnsinnige Aufnahmen aus dem CBGB zeigt. Folge 2 wendet dann den Blick nach England und arbeitet sowohl das Vermächtnis des US-Punk auf als auch die neue, radikalere Ausrichtung der Briten zu zeigen, die sich vom oft eher künstlerischen Ansatz der New Yorker entfernte und Punk auf die Straße brachte.

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Folge 3 widmet sich dem Hardcore, Folge 4 dann der Skate-Punk-Explosion der 90er. Dass vor allem die letzte Folge auch noch wirkt, obwohl die Acts und ihre Songs kurioserweise mehr ‚dated‘ sind als die 20 Jahre älteren Ur-Großväter-Lieder, spricht für die Dokumentation. MVP in diesen Szenen ist sicherlich Fat Mike von NOFX, der immer noch die purste Punk-Attitude von allem besitzt.

Executive Producer ist übrigens Iggy Pop himself und die talking heads am Interviewtisch sind durch die Bank erste Liga: von Debbie Harry über Iggy zu Wayne Kramer, Viv Albertine und John Lydon im Fatsuit (über dessen Äußerungen der letzten Jahre man sicher einiges sagen kann, aber der hier wieder in seiner besten, smart-bissigen Art zu sehen ist).

(Hier in der ZDF Mediathek zu finden)

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https://blogs.taz.de/popblog/2021/08/02/the-true-story-of-punk-von-iggy-pop/

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kommentare

  • Nicht im Kulturbetrieb. Dort sind die Relativierung von Vernichtungsfantasien gegen Israel und Judenhass, etwa unter der Ägide von Judith Butler und Konsorten, durchaus signifikanter common sense.

  • Danke für die Info. Ich hatte mich lediglich an Äußerungen von ihm erinnert, dass er sich dagegen verwahrte, nicht in Israel auftreten zu sollen, weil irgendwelche BDS-Aktivisten dies forderten.

  • Welche Äußerungen von John Lydon meint ihr denn? Hat er sich etwa, nach loony-left-Maßstäben, nicht euphorisch genug zu BDS bekannt?

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