vonChristian Ihle 28.05.2026

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Man/Woman/Chainsaw
Donnerstag, 21.05.2026 – Bi Nuu Berlin

Die toll benannte junge britische Band Man/Woman/Chainsaw stammt aus dem Umfeld der Brixton-Windmill-Szene, aus der schon Fat White Family, Shame & viele der Speedy-Wunderground-Acts hervorgegangen sind. Dank der gern expressionistisch tanzenden jungen Geigerin in der Band erinnert Man/Woman/Chainsaw dabei immer wieder an Black Country, New Road, ohne allerdings so weit in Richtung Avantgarde zu schreiten.

Auf Länge eines ganzen Konzerts fällt auf, wie disparat die verschiedenen Einflüße wirken, wie unterschiedlich die Band von Song zu Song auftritt. So ist die frühe Single „Adam & Steve“ ein schön kurzer Jangle-Pop-Hit, während ihr jüngster Kracher „Nosedive“ klingt, als würden sich jugendliche Stereolab auf einem „Heart Of Glass“-Bett austoben. Wird spannend werden, wie kohärent Man/Woman/Chainsaw ihre verschiedenen Vorlieben in einen Albumkontext bringen können. (Setlist).

Eine Entdeckung war im Übrigen die noch jüngere, galizische Vorband ULEX, die wohl dank der Schirrmherrschaft der spanischen Biermarke Estrella Galicia über den Konzertabend zu ihrem Support-Platz gekommen ist. Aber zurecht, denn insbesondere wenn die Spanier einen unbekümmerten Jonathan-Richman-Punk spielen, verbindet sich linkische Cuteness mit flottem Songwriting.

Klaus Cornfield (Katze / Throw That Beat)
Samstag, 09.05.2026 – Mawes Festivalgarten Hersbruck

„Oh, is this the way they say the future’s meant to feel?
Or just 20 people standing in a field?“

Ein sehr schönes Field-Konzert von Klaus Cornfield in Hersbruck anlässlich des 50. Geburtstags von Pittiplatsch-3000-Fanzine-Mastermind Mawe. Cornfield spielte sich quer durch seine Diskographie, von Throw That Beat bis Katze zu noch neuer. Meine beiden Höhepunkte waren natürlich die ewigen Katze-Klassiker „Punk’s Not Dead“ und „Das Geld, der Ruhm und die Mädchen“. Weiß nicht ob jemand in diesem Jahrtausend bessere Indie-Twee-Pop-Songs hierzulande geschrieben hat?


(Foto: Silvia Weber)

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