Die 1996 in Frankfurt/Main geborene Mala Emde hat sich in den letzten Jahren als eine der spannendsten jungen deutschen Schauspielerinnen etabliert. Nach kleineren Auftritten in „303“ und „Lara“ war insbesondere die Hauptrolle im 2020 im Wettbewerb von Venedig gelaufenen „Und morgen die ganze Welt“ der Startpunkt für eine ganze Reihe von interessanten Projekten, von denen „Köln 75“ über ein Konzert des Jazzgenies Keith Jarrett im Besondere heraussticht.
Gerade ist sie mit Christoph Maria Herbst in der Tragikomödie „Sommer auf Asphalt“ im Kino erfolgreich, wo gestern auch die neue Netflix-Produktion „23 000 Leben“ angelaufen ist, die Mitte des Monats auch auf dem Streaming-Kanal zu sehen sein wird. Der Film erzählt von einer Gruppe Jugendlicher, die nicht länger tatenlos zusehen will, wie unzählige Menschen auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer sterben. Ohne Erfahrung in der Seenotrettung starten sie eine Crowdfundingkampagne, kaufen ein altes Schiff und retten damit über 23.000 Menschen das Leben. Doch was als gemeinsame Mission voller Hoffnung und Entschlossenheit beginnt, stellt ihr Verständnis von Recht und Gerechtigkeit schon bald auf eine harte Probe, so die Ankündigung.
Wir haben uns mit Mala Emde über ihre Lieblingsfilme unterhalten, wobei sie sich doch als schöner Arthouse-Aficionado erweist:
· Dein liebster Film im letzten Jahr?
NOUVELLE VAGUE von Richard Linclater und IN DIE SONNE SCHAUEN von Mascha Schilinski
· Dein liebster Film der 70er?
Pierrot le Fou, hat meine 20er verändert, Anges Varda mein Leben
· Dein liebster Film über Musik? Und warum?
24 hours Party people – weil er komplett wahnsinnig ist
· Deine liebste Dokumentation?
ANSELM von Wim Wenders
· Welcher Film hat (zuletzt) dein Leben verändert und warum?
Andrea Arnolds Filme, allen vor „Fish Tank“ (den ich seit ich 12 bin mindestens sechs Mal geguckt habe). Und Alice Rohrwachers „la Chimera“ erinnern mich daran, dass magischer Realismus meine Wahrheit ist.
· Der/Die interessanteste Regisseur/In in deinen Arbeiten?
Ido Fluk, mit dem ich „Köln75“ gemacht habe und der mir zeigte, das Kunst nicht in der Sicherheit passiert, sondern nur im Sprung ins Ungewisse.
· Mit wem auf dem Regiestuhl würdest du am liebsten einmal filmen?
Emily Atef, Ruben Östlund und, all diejenigen, die hier ihren Namen wiederfinden.
· Dein persönlich liebster / wichtigster Film in deiner Filmographie?
Ohne „Meine Tochter Anne Frank“, „303“, „Und Morgen die ganze Welt“ sowie „Köln75“ wäre ich heute eine andere.
· Dein liebster Film übers Schauspielen?
Schöne Frage! „Sentimental Value“ vielleicht.
· Lieber große Reichweite im Streamingregal mit Netflix & Co oder ein Film, der im Kino läuft?
KINO!
· Paula Beer, Liv Lisa Fries oder Jella Haase – und warum?
Paula ist die Königin der Genauigkeit, Liv traut sich wie keine andere und Jella bewundere ich, weil sie eine der wenigen ist, die sowohl Mainstream wie Arthouse verkörpert.
· Der beste deutsche Film aller Zeiten?
„Die bleierne Zeit“ von Margarethe von Trotta
· Der beste Film aller Zeiten?
So wie Film sich nicht auf ein Bild beschränkt, sondern auf die Bewegung und Veränderung, so verhält es sich auch mit dem Besten…
Mala Emde spielt an der Seite von Luis Hoffmann im Film 23.000 LEBEN, in dem es um die Jugend-Seenotrettung 2015 geht:
– Ab 2. Juli 2026 in ausgewählten Kinos in Deutschland
– Ab 17. Juli weltweit auf Netflix