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vonHeiko Werning 03.06.2007

Reptilienfonds

Heiko Werning über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Nachdem man ja zwischenzeitlich fast den Eindruck hatte, dass plötzlich irgendwie jeder Globalisierungskritiker ist, hat „Bild am Sonntag“-Chefredakteur Claus Strunz heute dankenswerterweise wieder für Klarheit gesorgt (und wohlgemerkt: er bezieht sich auf die friedlichen Protestierer):

Die Massenproteste gegen den G-8-Gipfel sind zynisch, falsch und gefährlich.Die Demonstranten verstehen sich als „Globalisierungsgegner“ – ein Begriff, der mit naiv noch charmant beschrieben ist. Gegen Globalisierung zu sein, ist ungefähr so sinnvoll, als protestiere man gegen Regenschauer oder die Schwerkraft. (…) Im Widerstand gegen die Globalisierung vereinigen sich die Feinde von Demokratie und Marktwirtschaft.

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https://blogs.taz.de/reptilienfonds/2007/06/03/bild-am-sonntag-und-die-globalisierungsgegner/

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kommentare

  • Ob man sich gegen Globalisierung wehren sollte, oder sie vielleicht gestalten sollte, sei mal dahingestellt. Insofern ist für mich der Begriff Globalisierungsgegner etwas daneben, schließlich sind genügend Forderungen der G8-Gegner durchaus global zu verstehen.
    Was mich richtig auf die Palme bringt ist der Spruch mit den Demokratiefeinden. Noch vor einer Woche gab es einige Fragen, ob die ergebnislosen Durchsuchungen und einige andere Vorbereitungen unserer Polizei und Rechtsorgane verfassungskonform waren. Da standen einige Leute mit unserem Herrn Schäuble vornedran im Zwielicht.
    Und jetzt kommt die BLÖD und diffamiert die Leute, die sich auf ihr legitimes Recht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit berufen??? Ja wollen wir hier denn Moskauer Verhältnisse, wo sich die Meinungsäußerung auf die Abgabe der Wahlzettel beschränkt???

  • […] Destruktur Gerade beim Reptilienblog einen Kommentar eines jener Linksinterventionisten gelesen, die meinen, man zeige Haltung, wenn man auf Großbuchstaben verzichtet (dabei zeigt man damit nur, wie unwichtig einem Lesbarkeit ist), der jedenfalls bei ansonsten völlig inkonsequentem Wechsel zwischen richtiger und falscher Syntax bzw. Grammatik konsequent von Struckturen (tschuldigung: struckturen) schrieb. […]

  • Bzgl. Herr Strunz sollte nicht vergesen werden, das die (radikalen) G8 und Globalisierungsgegner nicht gegen Globalisierung sind, sondern gegen die unverantwortlichen Handlungen die die Länder vollführen, welche widerum die Globalisierung antreiben und sich jetzt zum Käffchen an der Ostsee treffen. „Man gebe dem Menschen Macht und du lernst ihn kennen!“

  • Eine nicht geringe Zahl „normaler“ und „geBildeter“ Bundesbürger wird es genau so auffassen wie es von der grössten deutschen Tageszeitung herausgeblökt wird.
    Der Erfolg einfacher Gleichungen: Globalisierungsgegner = Volksfeind. Volksverdummung gelingt heute noch genauso gut wie vor 30 Jahren, vielleicht sogar besser. Der eigentliche Skandal besteht für mich darin, dass das allen wohlbekannte Blatt vor einigen Jahren dadurch salonfähig gemacht wurde, dass selbst in TV Nachrichtensendungen plötzlich die Referenz zur „Blöd“ hergestellt wurde. Für mich nach wie vor völlig unbegreiflich…Über deren „Inhalte“ zu sinnieren ist pure Zeitverschwendung. Drei-Zeilen-Wahrheiten für all diejenigen für die es zu mehr nicht in der reicht in eigenen Birne.

  • Diese Aussage ist ihm so erst möglich, weil Einige kein Problem haben, aus nächster Nähe Steine auf, in dem Moment eindeutig wehrlose, Polzisten zu werfen.
    Es ist schade, daß Manche sich für Protestformen entscheiden, bei denen die Gesundheit oder das Leben von anderen Menschen auf´s Spiel gesetzt wird, auch wenn sie als Gegner angesehen werden und ihrerseits oft psychologisch und in ihrem Vorgehen nicht sauber agiert haben.
    Zu der Zahl der verletzten Polizisten muss man sagen – ich war früher selber hier und da auf vergleichbaren Demos dabei – schon damals fragten sich Leute vor Ort, wo die ganzen verletzten Polizisten (in Schutzausrüstung) alle gewesen sein sollen.

    Trotzdem noch ein paar Anmerkungen zu den zitierten Sätzen.

    -Die Mehrheit der Demonstranten versteht sich ziemlich sicher als Kritiker der Art und Weise der Globalisierung, aber nicht
    als Gegner des historischen Prozesses, bei dem die Welt, durch neue technische Möglichkeiten näher zusammenrückt und vernetzter wird.

    -Die Globalisierung wird wieder mit Naturgesetzlichkeiten verglichen, als die Konnotation liegt auf Unbeeinflussbarkeit
    (übrigens ist das Wetter mittlerweile beeinflussbar, aber das
    ist ein anderes Thema).

    -Da es mittlerweile in Demokratie und Marktwirtschaft eindeutig plutokratische Tendenzen gibt, wahrscheinlich sogar
    „leise faschistische“ (Begriff von Sennett), real eindeutig vermögende Gesellschaftsteile über viele, verschlungene Pfade
    die Politik überproportional bestimmen und westliche Regierungen durch Täuschung und List Politik gegen die Bevölkerungsmehrheit machen, kann dieser Satz so nicht stehen bleiben.
    Globalisierungskritiker als Gegner der Demokratie hinzustellen, Demokratie und (diese Form der) Marktwirtschaft, die durch subtile Monopolbildung und Wirtschaftsmacht der Konzerne nachweislich an vielen Stellen gar keine Marktwirtschaft im eigentlichen Sinn mehr ist, zwangsläufig als Nebenbedeutung gleichzusetzen, das ist natürlich ein Propagandasatz, der die Emotionen reaktionärer Geister anspricht.
    Natürlich sind das Problem nicht Demonstranten, sondern Leute
    wie Herr Strunz, die in Seilschaften organisiert, von der Wirtschaft unterstützt, ignorante Weltbilder verkaufen.

    MfG

  • ich denke mal da kann jeder dem herrn strunz wiedersprechen. g8 ist ein kaffekränzchen von den superreichen ohne demokratische struckturen. da in unsere gesellschaft aber angestrebt wird die reichen nicht zu den mächtigsten werden zu lassen demonstriert man für daführ das die entscheidungen die beim g8 gipfel getroffen werden solen nicht von den superreichen sondern von volksvertreter getroffen werden.
    in dem wiederstand gegen globalisierung vereinigen sich nicht die feinde von demokratie sondern die feinde von ausbeutung und undemokratischen struckturen in der Weltpolitik.
    das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen, dass die superreichen die weltpolitik bestimmen und nicht das volk!

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