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vonHeiko Werning 18.08.2007

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Weißkopfseeadler

Ach ja, die Aufregung um die neuen Einreisebestimmungen in die USA. Ja, die sind doof. Und sie werden wohl kaum einen Terroristen, der sein Handwerk halbwegs professionell betreibt, von der Ausübung seines Berufes abhalten. Und datenschützerisch sind sie auch bedenklich. Aber so schlimm, dass jeder Kommentator eines jeden deutschen Provinzblattes deswegen Zeter und Mordio schreien muss? Bei uns war es so: Neu war, dass man jetzt drei statt zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein soll. Das ist ärgerlich, zumal irgendwie auch sinnlos. Man kann nämlich genau so gut wie früher zwei Stunden vorher kommen, da passiert überhaupt nichts. Man kann sogar genau wie früher schon auch erst anderthalb Stunden vorher kommen, da passiert auch nichts. Wir haben es ausprobiert. Dann ist neu, dass man jetzt einen Zettel bekommt, auf dem man seinen Namen, seine Adresse, sein Geburtsdatum und sein erstes Reiseziel in den USA angeben muss. Das ist alles. Das muss man später sowieso, auf einem anderen Zettel. Was diese Dopplung soll, bleibt rätselhaft, aber es kostet keine zwei Minuten. Dass man beim Sicherheitscheck nun auch die Schuhe ausziehen muss und keine Flüssigkeiten an Bord nehmen darf, kann ich als Flugphobiker nur begrüßen. Im Flugzeug selbst füllt man dann dieselben lustigen Zettelchen aus wie schon bei meinem ersten Besuch vor genau 20 Jahren. Man kreuzt an, dass man kein Nazi und kein Terrorist ist, dass man nicht plant, Anschläge in den USA zu verüben und dass man keinen Bauernhof hat. Vor Ort bei der Immigration im Miami Airport geht dann alles sehr professionell und höflich vonstatten. Hier sind die Fingerabdrücke neu, die man abgeben muss, und die Fotos, die bei der Einreise automatisch angefertigt werden, während man am Schalter steht. Das ist sicher aus Datenschutzgründen bedenklich. Mir persönlich ist es allerdings zumindest in diesem Moment völlig wurscht, auch das dauert keine zwei Minuten. Bei uns hat dann der Zollbeamte sogar vergessen, den entscheidenden Wisch abzustempeln. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was in einem solchen Fall bei einer deutschen Behörde passieren würde. Hier ging es wie folgt: Ein rau-freundlicher schwarzer Offizier bemerkte die Panne, nuschelte ein „what a fucking shit“ vor sich hin, griff zum Funkgerät, wir wurden zur Seite gewunken, und fünf Minuten später tauchte der Zollmensch auf, der ganz wuschig war, hackte irgendwas in den Computer, entschuldigte sich wortreich bei uns und führte uns dann an einem Hinterausgang an der Schlange vorbei. Da haben wir unterm Strich noch richtig Zeit gespart.

Als wir aus dem Flughafen treten, staunen wir nicht schlecht: Abgesehen davon, dass die schwüle Hitze uns wie vor eine Wand laufen lässt, als wir das vollklimatisierte Gebäude verlassen, ist es ein einziges Gewimmel und Gewusel dort, das uns die Sprache verschlägt. Völlig chaotisch dröhnen Busse nach einem entweder wahnsinnigen oder wahrscheinlicher gar nicht vorhandenen System auf den sechs Spuren der Airport-Vorfahrt, mal hier und mal dort haltend oder Spur wechselnd oder beides gleichzeitig, dazu brüllen die Fahrer irgendwas nach draußen und irgendwelche Leute draußen brüllen irgendwas irgendwohin, die Fluggäste schieben ihr zu Türmen aufgeschichtetes Gepäck auf quietschenden Trolleys munter dazwischen her, kurzum: Die Vorfahrt vom Flughafen Miami erfüllt jedes Klischee – Lateinamerikas. Nur dass im Unterschied zu den südlichen Nachbarn sich hier keine Stadtbusse schneiden und von den Haltestellen abdrängen, sondern die Shuttle-Busse der Autovermietungsfirmen. Würde man hier nach einem Stadtbus oder so was fragen, der einen nach Miami bringen soll, würde man wohl schlicht für irre gehalten, egal ob von den ungefähr paritätisch vertretenen weißen, schwarzen oder Hispano-Amerikanern.

Schon im Flughafen, von der Einreisestelle bis zur Gepäckausgabe, und jetzt auch bei den Verleihfirmen ist alles durchgängig zweisprachig in Englisch und Spanisch ausgeschildert. Nach unserem Eindruck ist Zweisprachigkeit auch bei den Leuten, die hier arbeiten, völlig selbstverständlich. Allen politischen Diskussionen um Einwanderung, Grenzzaun und Illegale zum Trotz, hier wurde ganz pragmatisch einfach Spanisch gelernt, und die öffentlichen Stellen haben die Beschilderung eben auf bilingual umgestellt.

Da würde der ein oder andere Anti-Amerikaner in Deutschland vor Ärger sicher ein bisschen in die Tischkante beißen, wenn er im Vergleich die Zahl der Berliner, die Türkisch oder Polnisch gelernt haben, dagegen hielte.

Wenig ist ja derzeit derart en vogue in Deutschland wie Anti-Amerikanismus. Bei der Linken, bei der taz, bei den Nazis, bei den Zonis, bei den konservativen Kulturgutbewahrern, bei den Sozialdemokraten, eigentlich bei praktisch allen. Kein Gemeindesaalkabarettist kommt ohne die Erkenntnisse aus, dass George W. Bush ja gar nicht demokratisch gewählt sei und dass die Amerikaner dick und dumm sind. Hoho! Ganz schön keck! Aber stimmt doch! Gut, dass das mal einer sagt. Da schüttet sich das Publikum schier aus vor Lachen. Nach meiner Einschätzung haben die Anti-Amerikanismus-Platitüden inzwischen sogar die Angela-Merkel-Frisurwitze und die Frauen-telefonieren-lange-und-parken-schlecht-ein-Scherzchen von Platz 1 der Pflichtwitze verdrängt, und das war fraglos ein hartes Stück Arbeit.

Dabei, und das ist ja ganz unstreitig, kann und muss man den USA vieles vorhalten. Aber selbst die Amerikaner schaffen es trotz aller Mühen, trotz Irak und Guantanmo, trotz CIA und Weltbank, trotz McDonalds und Kyoto nicht, die Deutschen in Sachen Selbstgerechtigkeit und Charakterlosigkeit zu unterbieten.

Dabei will doch, da ist es ganz wie beim Anti-Semitismus, der ja ohnehin der große Bruder des Anti-Amerikanismus ist, natürlich kein Deutscher wirklich Anti-Amerikaner sein. Aber man muss deren Politik ja schließlich auch mal kritisieren dürfen. Auch mal. Süß.

Als ich mein Reiseziel Florida im Vorfeld der Tour erwähnte, wurde ich wiederholt mitleidig bis missbilligend angeschaut. Er jedenfalls fahre nicht mehr in die USA, so lange George Bush da regiere, teilte mir ein Bekannter mit – und abgesehen davon, dass diese eiserne Haltung das Bush-Regime sicherlich bald schon in die Knie gezwungen haben wird, bin ich relativ sicher, dass dieselbe Person mir bei einer Reise nach sagen wir China begeistert beigepflichtet hätte, wie aufregend und spannend das sei. Und spannend ist China ja auch, vor allem für die Dissidenten, die dort reihenweise umgenietet werden. Aber da geht es ja schließlich um kritischen Dialog oder so.

Mit den Amerikanern ist das natürlich etwas ganz anderes. Da ereifern sich nun also über die angesichts der letzten Wahlergebnisse mangelnde Demokratie in den USA genau jene Leute, denen die Amerikaner vor gar nicht langer Zeit erst mal einen Großteil der Brüder, Väter und Großväter wegschießen mussten, um hier so etwas wie ein Minimum an Zivilisation zu installieren. Da jammern Ostdeutsche über die schlimmen Zustände und die Kulturlosigkeit in der amerikanischen Gesellschaft, obwohl doch bei denen vor der Haustür jeder anders Aussehende gleich damit rechnen darf, was auf die Mütze zu bekommen, einen Baseballschläger beispielsweise (auch so ein amerikanischer Exportschlager). Da klagen Leute über die ungesunde Fastfoodkultur jenseits des Atlantiks, die ohne mit der Wimper zu zucken ein schwambelndes Eisbein mit dem Hinweis auf Authentizität juchzend verputzen würden und sich trauen, unter dem Decknamen „Steak aux four“ Pressfleisch mit Fleischabfallsauce zu servieren und das dann „gute deutsche Küche“ nennen. Und alle beklagen die Ungebildetheit der Amerikaner, weil irgendein Nachrichtensender angeblich mal die Schweiz mit Österreich oder Tschechien oder Polen oder wie diese komischen Länder da alle heißen mögen verwechselt hat. Und ich will gar nicht PISA bemühen, ich würde nur von eben jenen Besserwisserdeutschen gerne mal die Nachbarbundesstaaten von sagen wir Nevada aufgezählt hören oder auch nur z. B. die Namen der südamerikanischen Länder ohne Meereszugang.

Ich jedenfalls erinnere mich noch gut an die Rückkehr nach meiner letzten Südamerika-Reise. Als am Flughafen ein grimmiger deutscher Bundesbär in seinem Häuschen für die Non-EU-Residents seine Fragen und Anweisungen stur auf Deutsch verlautbaren ließ und bei den erwartbaren verständnislosen Reaktionen der mit uns einreisenden Latinos recht unwirsch einige wenige englische Brocken bellte, die niemals über Ein-Wort-Sätze hinausgingen – „Here!“, „Name!“, „Passport!“.

Wie schön, mal wieder in den USA zu sein.

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kommentare

  • Als Amerikaner (gebuertig) und Floridianer habe ich diese Kommentare mit viel Interesse gelesen. Es ist wahr, dass manche in Deutschland sich darauf aufbauschen, wenn sie von der Dummheit meiner Landsleute sprechen und wollen damit sagen, dass die Deutschen irgendwie besser seien. Deutsche sind Deutsche und US-Amerikaner sind eben US-Amerikaner. Ich will hier keinen Vergleich ziehen. Doch mit der Dummheit hierzulande, und sogar mit einem gewissen Stolz auf diese Dummheit, ist was wahr. Ich unterrichte auf der Uni hier – mein Lebenspartner auch. Wir werden oft von der Bewunderung fuer Sportler und dem Spott fuer Intellektuelle veraergert. Manche hier bruesten sich mit ihrem Unwissen von der Welt. Leider wissen sie auch wenig ueber die USA und deren Geschichte. Wir haben oft amerikanische Studenten (auslaendische Studenten sind hier besser vorbereitet), die den Bundesstaat Florida auf einer Landkarte nicht finden koennen!!! Sie wissen tatsaechlich nicht, wo sie sind!
    Ich unterrichte Zweitspracherwerb – ein Pflichtfach fuer angehende Lehrer. Ich sehe das Gaehnen und hoere das Stoehnen, wenn ich ueber andere Sprachen und Kulturen rede. Es schmerzt mich sehr, weil ich moechte, dass meine Studenten kluger und weltoffen werden. Aber es gibt auch Professoren auf unserer Uni, die ueber den Rest der Welt nichts wissen und nichts wissen wollen. Ich schrieb eine Arbeit, in der ich die Bemuehungen um Deutsch als Zweitsprache in Deutschland mit Englisch als Zweitsprache in den USA verglich. Meine Kollegin meinte, dass nur die Punkte, die die USA betrafen, seien von Interesse! Und sie bildet angehende Lehrer aus!
    Dass Spanisch in Miami als Zweitsprache fungiert ist nicht ueberraschend, wenn man das Geld aus Suedamerika in Betracht zieht. Die spanischsprachigen Miami-Bewohner sind eher reich oder von der Mittelklasse. Anderswo in den USA sind die Einwanderer arm, wie die Tuerken und Polen in Deutschland. Als ich in Frankfurt lebte, habe ich Abendkurse fuer Tuerkisch besucht. Es gab ja auch Deutsche in meiner Klasse und wir haben uns auf tuerkisch unterhalten – nicht auf deutsch. Ich sehe in Deutschland mehr Interesse an das Fremde als hier, mehr Neugierde vielleicht mehr als Interesse. Aber es ist da – hier leider zu wenig.
    Meine Landsleute sind sehr stolz auf ihre Heimat – ein bisschen zu stolz. Im Klassenzimmer haengt immer eine Fahne. Nicht auf der Uni aber in anderen Schulen muss man den Tag mit einem Schwur auf Treue zur Fahne der USA beginnen. Oft wird dann nationalistische Musik gespielt oder ein nationalistisches Lied gesungen. Viele hier glauben, dass die USA das maechtigste und beste Land der Welt seien. Wie maechtig die USA sind sieht man in Irak.
    Die Homophobie, der Auslaenderhass, der Machismo und der Glaubensfanatismus finden keinen Vergleich in ganz Europa in bezug auf dere Ausmass und Akzeptiertheit in den Massenmedien. In meiner Nachbarschaft verhungerten zwei kleine Maedchen deren Eltern je 3 Arbeitsstellen hatten (McJobs). 50 Millionen sind hier ohne Krankenkasse. 40 Millionen leben unter der offiziellen Armutsgrenze.
    Ich bin Amerikaner und nicht anti-amerikanisch – im Gegenteil – aber ich sehe auch die Probleme hier.
    Robb Kvasnak, M.Ed.

  • Danke für den Antwort, jetzt weiß ich, woran es hakt. Denn den Kurzschluss „Antiamerikanismus-Polemik – Polemik gegen Kritik an Amerika“ setze ich tatsächlich. Das hängt aber damit zusammen, das ich den Begriff Anti-Amerikanismus einfach nicht verstehe. In meiner Wahrnehmenung gibt es das gar nicht. Und dann bleibt halt nur Polemik gegen Kritik an Amerika übrig, die mich nebenbei bemerkt, köstlich amüsiert hat. Ich hab ja nun wirklich nichts gegen Polemik.

    Kritik gegen Amerika kann nach meiner Erfahrung alles mögliche sein. Sie ist bisweilen billig, sogar beleidgend oder von Unkenntnis geprägt, sie misst mit zweierlei Maß, sie geht an der Sache vorbei und manchmal trifft sie sogar zu. So ist das eben mit Kritik.

    Ab wann wird diese Kritik anti-amerikanisch? Was soll dieses Wort aussagen? Es ist ja bezeichnend, dass Wikipedia dazu bis huete keinen konsensfähigen Beitrag findet. Der Begriff ist einfach nicht hilfreich. Er erstickt die Diskussion über die Kritik selbst. Und was heißt hier „Leute wie Ihnen“? Ich zieh mir keinen Schuh an, ich werde in einen hineingezwängt, den ich äußerts unpassend finde.

    Möglicherweise ja nicht von Ihnen, aber insgesamt kriege ich „antiamerikainsch“ in meinem privaten Umfeld sofort um die Ohren gehauen, wenn man sich mal leicht polemisch zu den USA äußert. So wie Sie sich in ihrem Umfeld offenbar sofort alles mögliche über die USA anhören müssen, nur weil sie da hinfahren. So gesehen, sollen wir beide da auf eingeseiften, schiefen Argumentationsebenen entlangspazieren.

    Übrigens habe ich mal einen schönen Vergleich eines US-Politologen über sein Land gelesen: Die USA glichen einem 500-Pfund-Gorilla. Der könne noch so lange friedlich da sitzen und Blätter kauen, so richtig über den Weg trauen werde man ihm trotzdem nie.

  • Tja, das China-Beispiel hatte ich im Ausgangstext ja schon andersrum …

    Allerdings zur Klarstellung: Nirgendwo habe ich geschrieben, dass, wie Sie es unterstellen, jede Kritik an der US-Politik oder den USA antiamerikanisch sei. Im Gegenteil, um es Leuten wie Ihnen etwas schwerer zu machen, habe ich ja gleich selbst vorsorglich (obschon für den Text gar nicht nötig) Kritik eingebaut.
    Der Text setzt sich (selbstverständlich auch polemisch) mit Anti-Amerikanismus auseinander, den es doch unstreitig gibt, von dem ich postuliere, dass er sogar eine regelrechte Modeerscheinung ist (Beispiel Einreisebestimmungen, Beispiel Wahlergebnis, Beispiel Übergewicht). Dabei setze ich aber eben nicht USA-Kritik mit Antiamerikanismus gleich, wo bitte steht das denn? Das machen Sie, indem Sie den Kurzschluss „Antiamerikanismus-Polemik = Polemik gegen Kritik an Amerika“ setzen. Jeder zieht sich halt den Schuh an, der ihm passt.

  • Hey, das ist kein Reflex. Und Sie mogeln sich um den Nachweis, das Kritik an den USA automatisch Antiamerikanismus ist. Das setzen Sie einfach unausgesprochen als gegeben und richtig voraus, während die auf gleichem Niveau angesiedelte Frage, warum Kritik an den USA sich häufig mit dem Pauschalvorwurf des Antiamerikanismus herusmchlagen muss, eine Phrase sein soll.
    Das ist unredlich, weil man so um die Mühe herumkommt, die Kritik ernst zu nehmen. Und die Mühe muss man sich im Einzelfall schon machen. Grundsätzlich stimme ich Ihnen ja völlig zu, dass da viel dummes Zeug geredet wird. Aber bis zum Beweis des Gegneteils, nehme ich für mich in Anspruch, nur schlaue Sachen zu sagen. Und den Antiamerikanimus-Schuh zieh ich mir einfach nicht an.

    Wenn ich genau darüber nachdenke, würde ich sogar sagen, ich bin – wenn überhaupt – antichinesisch eingestellt. Da könnte ich jetzt ganze Tiraden ablassen. Aber immer wenn ich das mache, sagt kein Mensch ich sei antichinesisch. Schon komisch..

  • Es ist ja auch gar nicht so, dass die meisten Leute gezwungen werden, dahin zu fahren.

    Warum Kritik am Antiamerikanismus gleich reflexhaft beantwortet wird mit der Phrase, dass jede Kritik an den USA gleich als Antiamerikanismus ausgelegt wird, ist mir allerdings völlig klar.

  • Ach, da kann man mir erzählen, was man will. Ich reise einfach nicht in ein Land, dass mich erkennungsdienstlich behandeln will. Ob das nun die USA sind oder wer immer. Die Botschaft lautet in meinen Ohren: Wir misstrauen Dir. Da muss ich doch nicht hin.

    Warum jede Kritik an den USA immer gleich reflexhaft als Antiamerikanismus ausgelegt wird, ist mir bis heute übrigens schleierhaft. Ich hab nix gegen die USA. Ich war schon drei mal dort und hab mich über die Fragekarten bei der Eireise auch jedesmal amüsiert. Überhaupt Amis, nette Leute.

    Aber Fingerabdrücke gebe ich nur bei konkretem Tatverdacht ab. Basta.

  • Nein, darum geht es ja gar nicht: Natürlich – deswegen betone ich es ja – ist auch in den USA der Abbau von Datenschutz, Bürgerrechten etc. höchst alarmierend. Aber da können wir natürlich auch ebenso gut vor der eigenen Tür erstmal den Rollstuhl wegschieben.
    Bezeichnend ist, dass diese Kritik häufig in einem anti-amerikanischen Kontext eingebettet ist (was die Kritiker selbstverständlich bestreiten). Das funktioniert genauso wie die alte antisemitische Möllemann-taz-Masche, wieder und wieder zu betonen, man müsse die israelische Politik ja auch mal kritisieren dürfen.
    Und geht eben so weit, dass ganz normale deutsche Touristen inzwischen die Einreise in die USA für einen von Schikanen gespickten Spießrutenlauf halten, was halt vollkommen absurd ist. Ich bin mehrfach – sowohl vor als auch nach der Reise – darauf angesprochen worden, fast, als hätte ich erzählt, im Hindukusch Bergsteigen zu wollen.

  • Huch, sorry, da bin ich nach dem Zitat und vor dem eigentlichen Kommentar wohl auf die falsche Taste gekommen. Wollte bloß anmerken, dass es natürlich genau diese Einstellung – bzw. Bequemlichkeit ist – wegen der man alles durchgehen lässt. „Jaja, ist im Prinzip schon scheiße, aber mich betrifft’s ja nicht und schnell geht’s auch.“ Bis aus vielen kleinen Bausteinchen eine ganze Mauer wird. Bis es einen schließlich doch selbst betrifft, obwohl man ja eigentlich nichts zu verbergen hat.
    Naja. Bin da auch nicht viel besser. Ich hoffe nur, Du bist kein Trendsetter, wenn Du Deine Sorglosigkeit als cool darstellst gegenüber den Datenschutz-Memmen …

  • „Das ist sicher aus Datenschutzgründen bedenklich. Mir persönlich ist es allerdings zumindest in diesem Moment völlig wurscht, auch das dauert keine zwei Minuten.“

  • […] Wesley Clark Link to Article george w bush Florida Diaries (2): Tag 1, Ankunft, Miami und der Anti-Amerikanismus » This excerpt is from an article posted at Reptilienfonds on Saturday, August 18, 2007 [ Weißkopfseeadler] Ach ja, die Aufregung um die neuen Einreisebestimmungen in die USA. Ja, die sind doof. Und sie werden wohl kaum einen Terroristen, der sein Handwerk halbwegs professionell betreibt, von der Ausübung seines Berufes abhalten. Und datenschützerisch sind sie auch bedenklich Summary Provided by Technorati.comView Original Article » 10 Most Recent News Articles About George W Bush […]

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