vonJakob Hein 13.09.2011

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Mit zunehmender Nähe der eigentlichen Wahl, steigt die Zahl problematischer Wahlkampfplakate, auch wenn die Temperatur des Wahlkampfes weiterhin kaum etwas übersteigt, das einem zum Ausziehen der mentalen Strickjacke bewegen würde. Rot-Grün oder Rot-Rot wird es werden, irgendwie die Wahl zwischen Schnupfen und Erkältung, immerhin wird die braune Pest wieder an der Stadt vorbeigehen und wohl nicht einmal eine leicht gelbliche Hepatitis wird es werden.

Dennoch ist das Verlockende an einer Wahl eben die theoretische Freiwilligkeit des Vorgangs, die Souveränität des Wählers, seine Möglichkeit, zwischen allen möglichen Optionen auszuwählen, und sich dann die leckerste Praline aus der Bonbonniere politischer Köstlichkeiten zu picken. Da ist der Slogan „Wer Wowereit will, muss SPD wählen“ kontraproduktiv. Zunächst wirkt beides nicht sehr attraktiv. Wowereit haben wir doch schon, warum sollen wir den wollen? Und dann dieses Junktim, das so klingt, als ob die Autoren das mit der Partei da auch nicht besonders schön fänden, aber wenn Du gesund werden willst, dann musst Du eben diese Tropfen hier schlucken. Ganz abgesehen davon, dass es die Hälfte mittlerweile richtig findet, nichts zu wollen und nichts zu wählen. Aber wenn man gar nichts für seine Gesundheit tut, darf man sich auch nicht wundern, wenn man ernsthafter erkrankt als mal Schnupfen oder Erkältung.

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