vonJakob Hein 26.03.2012

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Gefragtes Gut in FDP-Zentralen: Fluchtstuhl

Wolfgang Kubicki von der FDP (Partei, einige von den älteren werden sich erinnern) hat sich mit einem bemerkenswerten Satz zu dem Umstand gemeldet, dass seiner Partei mehr als doppelt so viele saarländische Wählerinnen ihr Vertrauen schenkten wie der Partei „Die Partei“. Er sagte der Leipziger Volkszeitung „Die Union sollte nicht die Gunst der Stunde nutzen und sich aus einer laufenden Koalition durch Verrat verabschieden.“

Daraus ergeben sich einige Fragen:

1. Was bedeutet in diesem Zusammenhang für einen FDP-Politiker der Ausdruck „Gunst der Stunde“?

2. Was ist eine „laufende Koalition“? Meint WK nicht eher „weglaufende Wähler“?

3. Wofür sonst sollte die Union die Gunst der Stunde nutzen?

4. Wie sollte sich die Union aus der Koalition verabschieden, wenn nicht durch Verrat? Sind Brudermord, Vertragsbruch oder Vorteilsnahme irgendwie elegantere, liberalere Wege?

5. Wurde der „organisierte Liberalismus“ (FDP-Youngstar Patrick Döring) im Saarland am Ende von der Union dafür abgestraft, dass er die richtige Schreibweise von einem so schwierigen und seltenen Wort  wie „Ministerpräsidentin“ noch nicht bewerkstelligt?

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https://blogs.taz.de/reptilienfonds/2012/03/26/nach-dem-16-oktober-1793-hatte-marie-antoinette-keine-kopfschmerzen-mehr/

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kommentare

  • Solidarität mit den Unsolidarischen ist um keinen Preis der Welt zu haben. Wer fortwährend die eigene Basis veräppelt, der hat dann eben keine mehr. Und mit einer Partei ohne Basis lässt sich auf Dauer eben doch nicht regieren. Zum Regieren reicht es nicht, Personalien zu klären. Man muss auch ein Standing in Sachfragen mitbringen. Wer eine Silvana Koch-Mehrin nicht loswird, braucht keine Feinde mehr. Managementversagen pur führt in den Abgrund. Will die Bundes-FDP aber nicht wahr haben. Wer sich nicht von Koch-Mehrin distanziert, von dem distanzieren sich alle billig und gerecht Denkenden. Da hilft dann auch keine Gnade der späten Geburt mehr. Koch-Mehrin zeigt, dass in der Bundes-FDP knallharte Egoisten und Selbstdarsteller den Ton angeben, die Gemeinwohl nicht buch-stabieren können, sondern nur abzocken wollen.

  • Werter Jakob Hein,
    obwohl es wegen der „weltweit enthemmten Wirtschaft kein Lokalkolorit mehr gibt“,
    habe ich mir aufgrund Ihres Vorab-Kommentars und wegen der „göttlichen Adele“ (Neuhauser) am Sonntag den Wien-Tatort angeschaut.

    Und jetzt schreiben Sie hier darüber, wie Marie Antoinette ihre Kopfschmerzen los geworden ist. Wie soll ich nun diese Kühlschrankbilder aus meinem Kopf bekommen?
    Hilft „aktives Vergessen“? Oder an die FDP denken?

  • Schön finde ich ja auch Dörings Aussage, dass die FDP nun „mit Ermutigung“ in die nächsten Landtagswahlen gehe. Ich glaube,wir alle sollten die FDP noch viel stärker ermutigen.

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