vonJakob Hein 30.03.2012

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Rosa HoseNicht oft genug kann vor Mode gewarnt werden, die bei jungen Supermodels im Fotoshooting nach einer umfangreichen Korrektur durch Bildbearbeitungsprogramme gerade noch so nicht vollkommen albern aussieht. Solche Kleidung sieht bei normalen Menschen in aller Regel vollkommen blöde aus.

Ein schönes Beispiel ist die gezeigte rosa Hose. Selbst das irgendwie transzendent in den Wüstensand schauende Fotomodell sieht so aus, als hätte es seiner fünfzehn Jahre jüngeren Schwester die Sommerhose und den Buddeleimer geklaut und den Buddeleimer aber für das Foto in den Weiten seines Pullovers versteckt, der seinerseits die knochigen Folgen der Magersucht zu verbergen sucht. Der Betrachter ist ingesamt verwirrt von der schlechten Harmonie der Körperteile. Der dünne Oberkörper wird großzügig umweht vom Pullover der Größe S, wirkt also fragil und klein. Die Beine hingegen sind groß und gut entwickelt, hier wurde offensichtlich die Frage der Verkäuferin im Fotoshop („Darf’s ein bisschen mehr sein?“) mit einem kräftigen „Ja!“ beantwortet. Äußerst fraglich, wie die Kinderhose ihren Weg über diese Beine gefunden haben will, ganz abgesehen davon, dass für das Schließen des Knopfes Teile des Hüftknochens operativ entfernt worden sein müssten. Interessant auch die Vorstellung, was passiert, wenn die Dame im Foto beide Beine durchstreckt. Denn auf dem Bild ist das Spielbein angewinkelt, dennoch befinden sich beide Knie in fast gleicher Höhe.

Sehr geehrte Damen, nicht wundern, wenn diese Kleiderkombination in der Realität des Lebens nicht vergleichbar gut aussehen sollte. Es liegt nicht an Ihnen.

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