vonJakob Hein 11.09.2013

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

Mehr über diesen Blog

Karikatur Mainz HbfEin interessantes Kriterium schrecklicher Karikaturen ist ja auch, dass sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung mit etwas Mühe noch irgendein Sinn hineinsehen lässt, man aber schon drei Wochen später mit keiner irgendwie gearteten Mühe mehr irgendeinen Sinn, geschweige denn Witz finden kann.

Wer ist dieser „Weichensteller Grube“? Vielleicht irgendeiner, der Weichen verbogen hat, so dass sie das Wort „Entschuldigung“ formen? Oder ein Bahnmitarbeiter, der durch den Bau unsinnig vieler Masten dafür gesorgt hat, dass Reisende vor dem Bahnhof Mainz zu spät kommen? Jemand, der zu wenig Bahnsteige gebaut hat, wodurch ein unschuldiger Mann mit Weste auf den Gleisen stand, sich zwei weitere Reisende jedoch auf ihre Rollkoffer retten konnten?

Niemand wird es je in Erfahrung bringen können. Wenn die Erde untergeht und diese Karikatur ist alles, was von ihr bleibt, werden die viele Doktorarbeiten am Institut für Kulturwissenschaft in Außerirdischenhausen geschrieben werden können, voll von Spekulation und Interpretation.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/reptilienfonds/2013/09/11/nachrichten-vom-niedergang-der-politischen-karikatur-verlorene-zeit-verloren/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.