vonJakob Hein 27.09.2013

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Mit Unverständnis hat der schwedische Kleiderkonzern H&M auf die Aufregung rund um seine neue Übergrößenkollektion reagiert. Das abgebildete Model solle eine Inspiration sein für alle Frauen, die derzeit noch nicht in die neuen Körpernormen passen.

„Die ganze Emotionalität können wir einfach nicht verstehen“, so Jävla Nidling, Pressesprecher des Unternehmens. „Wir haben Dutzende von Models aller großen Agenturen angesehen und uns dann für die Frauen entschieden, die sowohl unsere Markenbotschaft herüberbringen, als auch mit all ihrem Übergewicht verkörpern können. Haben Sie die Frauen mal gesehen? Manche von denen sehen so aus, als würden sie drei Mahlzeiten am Tag in sich hineinstopfen.“

Um den Sturm der Entrüstung zu beruhigen, sieht sich H&M nun gezwungen, die Markteinführung eines Produktes vorzuziehen, die eigentlich erst für das kommende Frühjahr geplant war. „In Zusammenarbeit mit dem größten Hersteller von 3-D-Druckern bieten wir von Normalgewicht betroffenen Frauen die Herstellung von Körperteilen oder ganzen Körpern an, die perfekt zu unseren Kollektionen passen. Sie können bei uns einzelne Gliedmaßen ordern oder 2B2P, das günstige Bauch-Beine-Po-Paket bestellen. Durch die hohe Stückzahl können wir unseren Kundinnen diese Dienstleistungen zu einem sehr günstigen Preis anbieten.“

So wird ein lang gehegter Traum von Millionen von Frauen wahr: Nicht mehr nur die Fotos, die ihnen als Vorbilder dienen sollen, können computergestützt bearbeitet werden, sondern endlich auch ihre eigenen Körper! Die Kampagne, die unter dem Motto „Photoshop yourself“ schon im Vorweihnachtsgeschäft anlaufen soll, ist auch mit anderen großen Modeketten koordiniert, wie Nidling betont. „Wir haben vollkommene Kompatibilität mit anderen Herstellern vereinbart. Auch deren Kollektionen sollten dann passen.“ Das Exklusivangebot einer vollständigen Amputation von Körperteilen würde aber dem gehobeneren Segment der hauseigenen Edelmarke & other stories vorbehalten bleiben. Am nachgefragtesten seien hier Amputationen des Kopfes.

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https://blogs.taz.de/reptilienfonds/2013/09/27/hm-setzt-sich-fur-dicke-frauen-ein/

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kommentare

  • Es gibt keinen perfekten Köeper aber ich finde jede Frau die egal wo sie etwas mehr hat natürlicher anzusehen ist als wie die Hungerhaken auf dem Catwok.Flachbusig vorne hinten nix ist einfach eckelahaft.Weiter so Zeigt den Menschen Natürlichkeit und Realität und Lagerfeld ist ein alter Spinner.

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