vonJakob Hein 22.12.2015

Reptilienfonds

Heiko Werning und Jakob Hein über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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Nicht jeder hat das gleiche Glück mit seinem Partner. Der eine ist freundlich, aber dumm. Der andere ist witzig, aber hässlich. Der dritte wieder ist attraktiv, dafür aber leider zum Davonlaufen unfreundlich. Kaum einem ist das Glück vergönnt, das alle guten Eigenschaften in einem Partner zusammenkommen, wenn man Glück hat, sind es mehrere auf einmal. Und wenn man sich entscheiden könnte, welche Eigenschaften man in einem wahren Partner sucht, mit welchen Charaktereigenschaften man also die kommenden Jahre seines Lebens ausgestalten möchte, dann sollte man weise wählen. Denn weder Partner noch ihre Charaktereigenschaften sind so frei wählbar wie das Mobilar der eigenen Wohnung, über das man sich doch traditionell einige Gedanken macht.

Ein Partner ohne Witz (im traditionellen Wortsinne) ist indiskutabel, und sei er/sie noch so attraktiv und nett. Ein Partner ohne Freundlichkeit macht einem das Leben mit seinem Witz zur Hölle und mit seiner Attraktivität zum Jammertal der Eifersucht. Dann doch lieber einen Partner, dem es vielleicht an äußerer Anziehungskraft fehlt. Mit Freundlichkeit und Witz umschifft man manche Klippe des Lebens, ist man erschöpft, lässt man sich von der Freundlichkeit umschmeicheln, ist man zu Unterhaltung aufgelegt, kann man sich mit dem Witz seines Gegenübers messen. Hässlichkeit sieht völlig anders aus und beim Sex darf das Licht gedimmt werden. Man braucht sich auch nicht auf jeder Party übertriebene Sorgen machen („And if we go some place to dance, I know that there’s the chance you won’t be leaving with me“ C. Carson Parks) und weiß, die Dienstreise wird mit dienstlichen Zwecken beginnen und damit auch enden. Lediglich für Grußpostkarten war der weniger attraktive Partner bisher ein Problemchen. Wer wollte schon beim Verschicken gern die Stimme der Freunde und Verwandten im Kopf hören: „Schön ist aber auch was anderes!“

Doch die Firma Pixum hat nun eine Lösung gefunden, in der man das Gesicht seines Partners einfach hinter pfifigen Kartendesigns verstecken kann. Damit wäre das letzte Problem in dieser Hinsicht gelöst.

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