vontazlab 12.04.2014

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Von Stefanie Ender

„Wir haben kein Glücksrezept.“ – Gina Schöler

Die herkömmliche Wirtschaftsform mache Menschen reich, aber nicht glücklich. Der Staat solle die Bedingungen für ein glückliches Leben schaffen, meinen die Moderatorinnen Ute Scheub und Annette Jensen. „Was wir dann daraus machen ist Privatsache“, sagt Scheub.

Das unabhängige Königreich Bhutan versucht dies bereits. 1979 sprach der damalige bhutanesische König Jigme Singye Wangchuck das erste Mal von einem Bruttonationalglück, als sich ein indischer Journalist bei ihm nach dem Bruttonationalprodukt seines Landes erkundigte. Heute gibt es das Centre for Bhutan Studies and Cross National Happiness, eine Kommission, die das nationale Glück misst, und zwar jedes zweite Jahr anhand von acht Kriterien.

Um gesellschaftliches Glück geht es nicht nur in Bhutan, sondern auch beim taz.lab. „Wir haben kein Glücksrezept“, sagt Gina Schöler. Sie und Saskia Rudolph stellen ihre Kampagne „Ministerium für Glück“ vor. Unter anderem fragen sie Menschen auf der Straße danach, was sie froh macht und veröffentlichen die Antworten auf Youtube. Und sie starteten das Projekt „Einfach mal setzen lassen“, bei dem Stühle gestaltet und an Straßenränder gestellt wurden.

„Menschen, die in einem ausgeglichenen Verhältnis des Gebens und Nehmens stehen, leben glücklicher“

Auch das Teilen sei zentral, um glücklich zu sein. Darüber sprechen Thorsten Wiesmann, Initiator von think2share, und Thomas Dönnebrink, Experte für kollaborative Ökonomie. „Menschen, die in einem ausgeglichenen Verhältnis des Gebens und Nehmens stehen, leben glücklicher“, sagt Wiesmann.

Die Publizistin Adrienne Goehler dagegen plädiert auf ein bedingungsloses Grundeinkommen als Lösung. Die Künstlerin Jaana Prüss meint, wir müssten wieder mehr selber machen und uns verwirklichen. Eine andere Idee äußert Silke Helferich, Publizistin und Commons-Vordenkerin: „Wir brauchen Gemeinschaft und wieder mehr Raum. Jeder darf sein Auto auf dem Parkplatz abstellen. Aber darf ich einfach ein Frühstück auf der Straße starten?“

Große Veränderungen durch kleine Schritte wurden gefordert. Um es den Bhutanern am Ende gleich zu tun. Und das Gespräch wurde mit dem Fazit beendet, dass noch viel Diskussionsbedarf da sei. Was allerdings fehlte an diesem Nachmittag, war eine Auseinandersetzung mit kritischen Einwürfen.

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