vontazlab 13.04.2015

taz lab

Gedanken, Ideen, Eindrücke, Berichte – das taz lab Blog ist die kleine Version der großen 24h-Denkfabrik der taz.

Mehr über diesen Blog

Am Samstag hörten wir: Ihr Körper hat es nicht mehr geschafft. Unsere Produktionschefin Meike Jansen ist tot.

Nicht allein für uns, das taz.lab-Team, war sie die wichtigste Person des Projekts am Tag des taz.lab selbst. Meike war seit 2009 die Produktionschefin des taz-Kongresses. Mochten andere, RedakteurInnen und taz.lab-Teammenschen, sich ihre Gedanken machen zu Überschriften, Themen, PodiantInnen – verlässlich stand sie, keineswegs immer gut gelaunt, doch sehr daran interessiert, dass unser gemeinsames Projekt gelingt, spätestens fünf Wochen vor dem taz.lab-Tag auf der Matte.

Sie fragte: Habt ihr schon Listen? Wieviele Stühle werden auf den jeweiligen Panels gebraucht? Wo muss übersetzt werden? In welcher Sprache? Könnte man mit zwei oder drei Zelten auf dem Dach des Haus der Kulturen der Welt arbeiten? Ihr Ton wurde mit den Tagen bis zum taz.lab zuverlässig professioneller. Um nicht zu sagen: kühler, drängender.

Und wir lernten, dies nicht persönlich zu nehmen. Und: Dass man sich auf sie verlassen kann. Dass sie buchstäblich alles ausbügelt, was bei so einem Tag knitterig zu werden droht. Meike, das war die Generalin in der Rolle des Produktionschefs, der sich nicht die Spur belügen ließ. Hieß es: Na, das sehen wir noch. Antwortete sie: Okay, wann genau? Unsere Kollegin Meike war die Inkarnation des strengen Produktionsregimes – und das gefiel uns mit den Jahren immer besser.

Dieses Jahr hat sie uns fast ein bisschen enttäuscht. Nach Durchsicht des ersten Programmentwurfs kommentierte sie: Sieht alles gut aus, keine Probleme.

Wir wollen nicht verhehlen: Ein eher anarchisches Konzept unter der Überschrift „Gedöns“ hat ihr gefallen. Sie freute sich auf die Kolleginnen des „Missy“-Magazins, sie fieberte Lady Bitch Ray entgegen, sie konnte sich überhaupt für alle begeistern, die schräg sind und zugleich Kraft haben, ohne sich dauernd und pädagogisierend zu erklären.

Vor zwei Jahren entdeckten wir, dass die US-amerikanische Filmschauspielerin Doris Day zu ihren Ikonen zählt. Für Meike Jansen war sie eine Heldin, keinesfalls eine „Hausfrau“. Sie so zu benennen empfand sie als oberflächlich. Es klang wie ein Urteil mit Fundament und war es auch.

Wir wissen noch nicht genau, wie wir das nahende taz.lab ohne sie schaffen sollen. Wir werden sie an allen Ecken des Haus der Kulturen der Welt sehen, hören und fühlen. Gäbe es einen Gott, würde er sie mit einer Party empfangen. Krachend, entgrenzend, mitreißend. Meike hatte in uns loyale Freunde und Freundinnen.

Wir sind traurig!

Für das Team des taz.lab 2015,
Jan Feddersen

Jan Feddersen ist Kurator des taz.lab.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/tazlab/2015/04/13/wie-soll-es-ohne-sie-gehen-ein-nachruf-auf-meike-jansen/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • …. es ist plötzlich alles anders
    …. ich fühle mit euch mit; ihr lasst mich an eurer Trauer teilhaben, obwohl ich Meike nicht kannte
    …. ich bin mit euch und Meike

    Liebes TazLab-Team,

    genau an dem Tag an dem Meike ging, habe ich euch ein Mail geschickt, in dem ich unter anderem schrieb, dass ich das Thema „In Würde sterben“ Im TazLab-Programm für den 25. April vermisse.

    Vielleicht kann man in einen Zeitfenster dieses Thema mit einem würdevollen Gedenken an Meike verbinden? …. vielleicht mit würdevollem Gedöns?

    …. der Tod gehört zum Leben

  • Mein Beileid.

    Als jemand, der Meike Jansen nicht gekannt hat, bin ich weniger betroffen. Ein Kommentar zum Gelingen des taz.lab daher leicht: Natürlich bekommt ihr die Veranstaltung gut hin! Klingt alles spannend, was ich im Vorlauf dazu las. Außerdem gehört der taz-Kongress zum Frühling dazu und ist immer schön.

    Wenn ihr eine kleine Kondolenzfläche für Meike Jansen schafft, werde ich mich eintragen bzw dort eine schöne Blume für ihre Hinterbliebenen und trauernden Freunde mitbringen und zeichnen! Ich bin sicher, dass sie sich gewünscht hätte, dass das lab mehr als Gedöns wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.