vontazlab 21.04.2018

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Gedanken, Ideen, Eindrücke, Berichte – das taz lab Blog ist die kleine Version der großen 24h-Denkfabrik der taz.

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Von Hendrik Pannemann

Anlässlich der Bundestagswahl 2017 wurde das Projekt „taz leicht“ ins Leben gerufen. Es übersetzt reguläre taz-Artikel in leichte, verständliche Sprache und richtet sich vor allem, aber nicht ausschließlich, an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Laut den beiden Referentinnen und taz-Mitarbeiterinnen Christine Stöckel und Belinda Grasnick profitierten auch Analphabeten, Demenzpatienten und nicht zuletzt viele Geflüchtete von dem Service.

Die Initiatorin Stöckel sowie ihre Mitstreiterinnen Belinda Grasnick und Juliane Fiegler begannen drei Monate vor der Wahl ihre Übersetzungsarbeit. Viele positive Rückmeldungen und eine große Nachfrage  seien Anstoß für sie gewesen, auch ein dauerhaftes Angebot einzurichten. Seit Januar 2018 erscheint jeden Freitag ein neuer Artikel in leichter Sprache. Es werden Texte aus allen Ressorts übersetzt. Generell gelangen vor allem besonders „tazzige“ Artikel aus den Bereichen Umwelt und Gesellschaft in die Auswahl.

Leichte Sprache – was ist das überhaupt? Genau definiert ist das zur Zeit noch nicht. Seit den 1990er Jahren gebe es eine weltweite, ausschließlich von Initiativen wie dem „Netzwerk Leichte Sprache“, getragene Bewegung. Eindeutige Gesetzliche Regelungen gebe es noch nicht.

Bei den Übersetzungen werde sich an der gesprochenen Sprache orientiert. Keine Fremdwörter, kurze Sätze, Dativ statt Genitiv, kein Konjunktiv, kein Passiv, keine Verneinungen – das seien die grundsätzlichen Regeln. Und schwierige Begriffe werden in einem Wörterbuch erklärt. Damit am Ende auch tatsächlich verständliche Übersetzungen entstehen werden die Texte zusätzlich vom Leichte-Sprache-Büro Capito überprüft.

Dass leichte Sprache nicht automatisch auch leicht zu schreiben ist, konnten die Workshop-Teilnehmer*innen abschließend im Selbstversuch lernen. Gabriel und ich übersetzen – „Der aktuelle Skandal um 50 Millionen ausgespähte Facebook-Profile durch die Firma Cambridge Analytica ist einer zu viel. Kehren wir Facebook den Rücken.“

Cambridge Analytica ist eine Firma aus Amerika.

Die Firma hat in Facebook Daten von sehr vielen Benutzern gesammelt.

Die Benutzer wussten davon nichts.

In letzter Zeit ist sowas häufiger passiert.

Darüber ärgern sich viele Benutzer.

Wir sollten Facebook nicht mehr benutzen.

Da muss Capito wohl noch mal redigieren und die ein oder andere Erleichterung einbauen.

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https://blogs.taz.de/tazlab/2018/04/21/inklusion-nicht-nur-besprechen-sondern-leben/

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