vontazlab 21.04.2018

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Von Salim Akkari

Unter der Moderation von Hermann-Josef Tenhagen, Aufsichtsrat der taz Genossenschaft und Chefredakteur sowie Geschäftsführer von Finanztip, referieren Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, und Thomas Sattelberger, FDP-Bundestagsabgeordneter, über die Zukunft der Arbeitswelt in Deutschland und fragen: Welche Folgen hat die Digitalisierung des Arbeitsmarktes? Was haben Politik und Unternehmerschaft in der Vergangenheit bezüglich der Qualifizierung der Arbeitnehmerschaft versäumt? Und welche Folgen hat die Individualisierung der Arbeitszeit?

Zum Auftakt stellt Christiane Benner den von der IG Metall erstrittenen Tarifvertrag vor: die 28-Stunden-Woche. „Gelingt es uns eigentlich, dass unsere Angestellten so arbeiten wie sie es sich vorstellen?“ Nach Umfragen sei es ein zentrales Bedürfnis von Arbeitnehmern, ihre Arbeitszeit freier gestalten zu können, so Benner.

Sattelberger befürwortet den Tarifvertrag und lobt Benner, den Zeitraum sehr gut gewählt zu haben. Für ihn sei besonders die alternative Öffnung der Arbeitszeit nach oben lobenswert. „Wenn Arbeiten einen Sinn hat, dann kann ich richtig reinklotzen!“ Empirische Ergebnisse gäbe es noch keine, jedoch sind sich beide einig: durch die Anpassung der Arbeitszeit an bestimmte Lebensphasen steigert sich auch die Produktivität. Ein Vorteil für beide Seiten.

„Das Faxgerät ist die modernste Technologie, die der Bundestag hat.“

Weitaus intensiver wird die Diskussion beim Thema Digitalisierung. Wie soll die Re-Qualifizierung von Arbeitnehmern, besonders im Niedriglohnsektor, vonstatten gehen? Wer ist dafür verantwortlich? Sowohl Benner als auch Sattelberger üben Kritik an den Unternehmen. Die Personalabteilungen seien schlecht, so der FDP-Bundestagsabgeordnete. 60 Prozent der deutschen Unternehmen, die noch kein Digitalisierungsmodell haben, meinen, sie benötigen auch keine Strategie.

Benner bemerkt ein zentrales Versäumen der Politik: sie fordere zwar Digitalisierungsmodelle, liefere jedoch keine konstruktiven Vorschläge. Sattelberger will eine erzieherische Debatte mit den Parlamentariern: „Das Faxgerät ist die modernste Technologie, die der Bundestag hat.“

Wie und ob sich Politik und Industrie mit diesen Themen befassen, ist noch nicht abzusehen. Sicher ist, dass die Arbeitswelt in Zukunft neue Ideen und Modelle hervorbringen werden muss.

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