vontazlab 22.04.2018

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Gedanken, Ideen, Eindrücke, Berichte – das taz lab Blog ist die kleine Version der großen 24h-Denkfabrik der taz.

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Von Johannes Drosdowski

Wo geht’s hin mit uns und der Technik? Was passiert mit unserer Gesellschaft? Wohin führt die Digitalisierung? Moderator Martin Reeh und unser Publikum haben die Technikhistorikerin und -soziologin Katharina Meyer befragt. Die wichtigsten Themen im Schnelldurchlauf:

taz lab: Kann man voraussehen, was in den nächsten Jahren entwickelt wird?

Katharina Meyer: Jein. Man kann nur sehen, was schon vorhanden ist, und dann über die Zukunft spekulieren. Die Voraussagen gehen momentan bis ins Jahr 2050 – bisher waren sie häufiger falsch als richtig. Manche Technologien werden auch überbewertet wie etwa Virtual Reality und Augmented Reality.

Verlieren wir alle unsere Jobs?

Je besser sich Leute mit Robotik und Automatisierung auskennen, desto stärker gehen sie von Arbeitsplatzverlusten aus. Manche schätzen die weltweite Arbeitslosigkeit im Jahr 2030 auf 24 Prozent. Aber wir könnten das sicher ändern. Außerdem werden auch neue Jobs entstehen. Ob es glücklich macht, als Hausmeister in einem Datenzentrum bestmögliche Arbeitsbedingungen für Maschinen herzustellen, ist allerdings fraglich.

Brauchen wir also das bedingungsloses Grundeinkommen?

Wir brauchen Grundsicherung. Es wird in Zukunft keine Vollbeschäftigung mehr geben, vielleicht viele Arbeitslose. Der soziale Kit hält das aber ab einer bestimmten kritischen Masse nicht mehr aus. Deswegen müsse wir umdenken.

Wer kann die neuen Technologien regulieren?

Das Internet, die Digitalisierung, der Arbeitsmarkt, sie kennen keine Grenzen. Wir können aber jetzt versuchen einzugreifen. Dafür muss die Diskussion allerdings an die breite Öffentlichkeit, denn die Regulierung von Technologie selbst kann nur durch Aufklärung geschehen. Es muss also ein neuer Weg gefunden werden mit der Gesellschaft über Technologie zu sprechen – nicht auf Basis von Angst, sondern als Unterhaltung über neue Infrastrukturen und Möglichkeiten. Häufig sorgen Aktivisten und Künstlern für diese Unterhaltung.

Superbedrohung Technologie oder große Chance – Was ist Sache?

Ich bin eigentlich grundoptimistisch. Wir leben in der höchstspannendsten Zeit, in der wir selbst die Entwicklungen bestimmen oder diskutieren können.

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