vontazlab 06.04.2019

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Von Finn Mergenthal

Lukas Köhler (FDP) hatte schon im Vorfeld abgesagt, Katharina Schulze (Grüne) wurde von Lisa Badum (ebenfalls Grüne) vertreten und Luisa Neubauer, Fridays For Future Aktivistin, verspätete sich deutlich.

Moderator Bernhard Pötter, Klimaredakteur der taz, startete dennoch pünktlich mit der Podiumsdiskussion. Dabei betonte Friderike Otto als Wissenschaftlerin vor allem die dramatischen indirekten Folgen der Krise für den Kontinent. Lisa Badum, klimapolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, verdeutlichte hingegen ihre optimistische Sicht auf die EU, die bereits sehr progressiv am Werk sei, aber unter anderem von Deutschland gebremst werde. Auch Fridays For Future nannte sie wiederholt als positive Vorzeichen einer Veränderung. Schade, dass Neubauer sich zu dieser Zeit noch mit Ex-Präsident Obama traf.

Eine überraschende Kontroverse tat sich in der Diskussion mit dem Publikum auf, als jemand Atomkraft als Entkarbonisierungsstrategie vorschlug. Beim restlichen Publikum stieß das auf hörbare Ablehnung. Im Laufe der Debatte um Umsetzbarkeit von radikalen Maßnahmen und politische Mehrheiten bildete sich auch der Wunsch nach einer „Klimabiene“ heraus, einem positiven Symbol, das große Teile der Bevölkerung einen könnte, wie es die „Rettet die Bienen“-Kampagne in Bayern getan hatte.

Drei Minuten vor dem regulären Ende der Veranstaltung traf dann auch Luisa Neubauer als letzter Gast ein und erntete in den folgenden 20 Minuten ‚Nachspielzeit‘ viel Anerkennung und Applaus von allen Seiten. Zum Abschluss forderte Badum, dass die EU durch ihre Macht auch außerhalb von Europa Klimaschutz voranbringen solle. Otto und Neubauer setzten vor allem auf eine breite Mehrheit für Klimaschutz, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden EU-Wahlen. Klimaschutz könne ja auch liberal sein, meinte Neubauer. Schade, dass Lukas Köhler und die FDP das nicht hören konnten.

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kommentare

  • Für die breite Masse der Menschen gibt es sehr viel schwerwiegendere Probleme als Klimawandel und Artensterben. Solange diese nicht gelöst sind, wird sich kaum jemand wirklich damit befassen und wenn die Klimakatastrophe für alle spürbar geworden sind, ist es bereits zu spät.

    Das weltweit angebaute Getreide reicht beispielsweise nicht mehr zur Versorgung der Weltbevölkerung aus. Es wird notwendig sein, viele weitere Waldflächen, auch Regenwald zu roden, in Äcker umzuwandeln und die Landwirtschaft weltweit zu intensivieren, damit niemand hungert und Essen für alle bezahlbar bleibt. Für pestizidfreies Bio und „Klimabienen“ ist da kein Platz mehr, es sei denn, es handele sich bei diesen um mechanische Drohnen, die zur Bestäubung der durch Glyphosat biologisch befreiten Zonen verwendet werden.

    Wir sollten endlich aufhören, die Menschen in der Dritten Welt zu bevormunden und Prioritäten setzen, die in aller Interesse sind.

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