vontazlab 24.04.2021

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von CHRISTINA GUTSMIEDL


Was Politiker:innen und Parteien in Krisenzeiten bereit sind zu tun, zeigt die Coronapandemie. Geht es nach Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer fehlt dieses Engagement bei anderen sozialen und ökologischen Krisen, etwa der Klimakrise. „Es gibt Sondersitzungen und Sondergremien, alles, um die Coronakrise zu bewältigen. Beim Thema Klima fehlt das, denn die Klimakrise wird nicht als solche wahrgenommen“, sagt Neubauer. Genau deshalb sei die Klimabewegung mit Gruppen wie Fridays for Future (FFF) wichtig.

Für die aktuelle Klimapolitik der Bundesregierung findet Neubauer klare Worte. Besonders konservative Parteien wie die CDU würden Klimapolitik schlecht umsetzen. „Klimapolitik schön an die Wand fahren, das macht man nicht allein, sondern als gesammelte Mannschaft. Und es gibt in der CDU niemanden der sagt, wir müssen was anders machen“, kritisiert Neubauer.

Und selbst wenn sich etwas tun würde, wäre Klimapolitik von der CDU – der Klimaopposition, wie Neubauer sagt -, erst einmal Fake. Zudem gebe es gerade ein anderes Problem: In der Coronapandemie rückten die Kämpfe der Klimabewegung in den Hintergrund. Und: „Es ist generell schwer, in der Bundesrepublik etwas zu verändern“, sagt die Aktivistin.

Es muss sich etwas verändern

Im Gespräch mit taz-Chefreporter Peter Unfried überzeugt Luisa Neubauer mit Detailwissen und Schlagfertigkeit. Sie ist eines der Gesichter der deutschen Klimabewegung und zeigt, wie wichtig Klimapolitik besonders für junge Menschen immer noch ist. Die Bundestagswahl und die damit verbundene Positionierung der Grünen befürwortet Neubauer.

Gerade seien die Grünen eine zentrale Partei, die man nicht einfach umgehen könne. Dennoch sieht sie einige Punkte kritisch: „Die Bundestagswahl wird als heilsbringender Moment beschworden. Aber noch steht nichts fest“, sagt sie. „Für uns ist irrelevant, wer die großen Sachen dreht, ob Mann oder Frau als Kanzler:in.“ Für Neubauer steht lediglich fest: Es muss sich etwas verändern.

Noch gibt es viel zu tun. Die Arbeit der Klimabewegung, um die Krise zu bekämpfen, wird nicht weniger. Sie pocht darauf:„Klimapolitik soll kein Außenseiter-Ding sein“. Auf die Frage, ob Luisa Neubauer sich vorstellen kann, selbst parlamentarisch Klimapolitik zu betreiben, sagt die Klimaschutzaktivstin: „In dem Moment, in dem ich merke, dass ich in der Umsetzung nützlicher bin als in der Bewegung, kann ich mir das vorstellen.“

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