vontazlab 24.04.2021

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Von Anouk Melina Schlung

Die Menschheit lässt sich häufig in zwei Gruppen einteilen: Optimist:innen und Pessimist:innen, Müsli-zuerst- oder Milch-zuerst-Typen oder eben Fleisch- und Pflanzenfresser:innen, wie Jan Bredack formuliert, Gründer der Lebensmittelmarke Veganz. Sind Veganer:innen aber die besseren Menschen? “Tierlieb sein hat nichts damit zu tun, abends ein Steak zu Essen”, sagt er auf die Frage, warum er begann, sich fleischfrei zu ernähren.

“Die komplette Verzichtsrhetorik halte ich für unangemessen”, pflichtet ihm Ernährungswissenschaftler Malte Rubach bei, “auch wenn man über die Grenzen von Deutschland hinausguckt.”. Es gehe ihm darum, die globale Lage zu betrachten und sich dessen bewusst zu sein, dass nicht alle Menschen auf der Welt sich so ernähren, wie wir in Deutschland.

Während Rubach viel über die gesundheitlichen Aspekte der veganen Ernährung spricht, erzählt Jan Bredack von der Produktion von Ersatzprodukten. Durch das Aufwachen der Industrie sei viel Innovationskraft entstanden, es werde “massive Veränderungen im Angebot in den nächsten fünf Jahren geben”, prophezeit er.

Ob die unterschiedlichen Ernährungsweisen zu einer Spaltung der Gesellschaft führen? Diese Diskussion werde von den Medien hochgepusht, so Rubach. Ebenso, wie die Tatsache, dass eine zu hohe Nachfrage nach einem Lebensmittel immer zum Problem werde. Ganz egal ob es um Fleisch gehe oder um die Cashews, die die Basis von einem Käse-Ersatzprodukt der Marke Veganz sind. Er mahnt, dass bald die Suche nach Alternativen für Alternativen beginnen werde. Für den Lebensmittelunternehmer Bredack steht fest, dass Handel und Wissenschaft in Zukunft stärker Hand in Hand gehen müssen. Er nickt als er das sagt und lächelt, während er erzählt, dass Klima- und Umweltschutz seit 2017 als die wichtigsten Werte von Veganz im Firmensystem festgelegt seien.

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kommentare

  • Veganer sind doch die Vegetarier, die außer Fleisch auch den Genuss von Eiern, Milch, Käse und Honig ablehnen, weil sie die Haltung von nahrungsliefernden Nutztieren für unmoralisch halten, oder? Das erinnert mich immer an die Ernährungsweise der Katharer im Mittelalter, die neben dem Fleischverzicht auch keine Eier und Milchprodukte essen durften, weil diese Erzeugnisse mit der Fortpflanzung in Verbindung stehen, die aus Sicht der Katharer etwas Schlechtes ist.

  • Ob vegane Ernährung soo gesund ist stelle ich mal in Frage.
    2011 erneuerte die DGE ihre Warnung vor veganer Ernährung im Säuglings- und Kindesalter: Die Wahrscheinlichkeit eines Nährstoffmangels sei umso größer, je stärker die Lebensmittelauswahl eingeschränkt wird und je weniger abwechslungsreich die Ernährung ist. Bei veganer bzw. makrobiotischer Ernährung bestehe das Risiko einer defizitären Zufuhr von Energie, Protein, langkettigen n-3 Fettsäuren, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Riboflavin, Vitamin B12 und Vitamin D. ( Q:Wikipedia)

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