vontazlab 15.02.2022

taz lab

Gedanken, Ideen, Eindrücke, Berichte – das taz lab Blog ist die kleine Version der großen 24h-Denkfabrik der taz.

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Liebe Freund*innen des taz lab,

wer hätte vor drei Jahren gedacht, dass ich bei 28°C und Sonne im Februar damit beschäftigt sein würde, das taz lab 2022 vorzubereiten? Das ist zum Glück kein Produkt der Klimakrise – Ich befinde mich in Niamey, der Hauptstadt von Niger in Westafrika, wo derart hohe Temperaturen im Februar üblich sind, und beteilige mich von hier an der Vorbereitung für das taz lab.

Am 30. April werde ich aber vor Ort in Berlin sein. Vor mir liegt ein weiter Flug zu einem Kongress, der unter dem Motto „Klima und Klasse“ stattfinden wird – Flugscham inklusive? Nun, das taz lab ist der perfekte Ort, um solche Widersprüche offenzulegen und abzuwägen.

Den Menschen mit den kleinsten ökologischen Fußabdrücken wird von der internationalen Gemeinschaft häufig am meisten abverlangt. 1987 wurde in meinem Geburtsort Tsevie (Togo) der letzte öffentliche Trinkwasserbrunnen geschlossen, weil der Staat die Subventionierung nicht mehr garantieren konnte.

Erst im Studium habe ich den Grund verstanden: Ein „Strukturanpassungsprogramm“ der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds zwang Togo zur Disziplin. Auch mir als zweitem Sohn einer mehrköpfigen Familie wurden Disziplin und Verantwortung in die Wiege gelegt. Die strenge Erziehung (Vater Soldat, Mutter Lehrerin) habe ich im Nachhinein besser in Perspektive rücken können:  Geburtsfamilie und Geburtskontinent werden jedem willkürlich zugewiesen.

Widersprüche und Verantwortung

Es gilt für alle gleichermaßen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Auch bei solidarischen Händen, die einem gereicht werden, bleibt es die eigene Aufgabe, diese Hilfe verantwortungsbewusst zu nutzen.

Bei „Klima und Klasse“ verhält es sich ähnlich: Die internationale solidarische Hand für die Menschen, die weltweit am klima- und CO²-neutralsten leben, zögert noch. Und das, obwohl die Verantwortlichkeitsfrage schon längst geklärt ist, so könnte man denken.

Es gilt, diese Widersprüche zusammen offenzulegen, um lokale und internationale Solidaritätspraktiken miteinander konstruieren zu können, damit niemandem das Gefühl aufgezwungen wird, er würde abgehängt.

Schon gelesen?

„Mobilität sollte ein Grundrecht sein, genau wie das Wohnen!“ sagt Malena Fröhlich im Interview mit taz-lab-Redakteur Clemens Haucap. Wie eine klimagerechte und soziale Mobilitätswende aussehen kann und was dafür wichtig ist, erzählt sie in der taz am Wochenende.

Passend dazu teilt Architekturstudent und taz-lab-Redakteur Lasse Voß im S(ch)ichtwechsel #3 seine Erfahrungen mit der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Aufgrund hoher Baukosten sei sozialer und nachhaltiger Wohnbau unwirtschaftlich geworden, erklärt er. Wie dieses Problem in Zukunft angegangen werden kann, werden wir auch auf dem taz lab diskutieren.

Was gibt’s Neues? Die ersten Zusagen!

Der Kampf gegen den Klimawandel lässt sich nicht mit einer Zurück-zur-Natur-Philosophie gewinnen, erklärt Birgit Recki und stellt auf dem taz lab den Gegensatz von Technik und Natur infrage.

Alain Rappsilber bezeichnete sich mal als „glücklichen Schornsteinfeger, der schwul ist“.  Zum taz lab bringt er seine Schornsteinfeger*innen-Gesell*innen mit.

Wie Demokratien mit der Coronakrise umgehen, untersucht Michael Bang Petersen, der die dänische Regierung bei der Pandemiebewältigung berät.

Politik auch für Geflüchtete und Nichtmuttersprachler*innen zugänglich zu machen, das möchten Lisa Wing und Mamoon Aboassi (Initiative „Neuwähler:in“).

Wir freuen uns außerdem über eine Zusage von Nina Lorenzen, der Mitgründerin von „Fashion Changers“: So geht Mode sozial gerecht, inklusiv, empowernd.

Mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach darf eine spannende Diskussion über die Corona-Politik erwartet werden.

Die Vorsitzende des Verteidigungsauschusses Agnes Marie Strack-Zimmermann spricht mit uns zur Situation der Geflüchteten an der belarussisch-polnischen Grenze.

Christiane Benner ist zweite Vorsitzende der IG Metall, dort zuständig für Gleichstellung und Mitbestimmungspolitik – auch auf dem taz lab.

Swetlana Alexejewna Gannuschkina ist Mitbegründerin der Organisation „Bürgerunterstützung“ aus Russland, die sich für Flüchtende und Vertriebene engagiert.

And last but certainly not least, Deniz Yücel. Er war bis 2015 in der taz tätig und ist seit 2021 Präsident des PEN-Zentrums in Deutschland.

Wir freuen uns über Zuschriften!

Ihr kennt eine Person, die zum Thema „Klima und Klasse“ auf keinen Fall fehlen darf? Sie haben eine Idee für ein spannendes Format, das auf dem diesjährigen taz lab Platz finden soll? Nagt eine ganz allgemeine Frage zum taz lab 2022?

Wir freuen uns, wenn Ihr, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen! Erreichbar sind wir über tazlab@taz.de und auf unseren Social-Media-Kanälen:

Twitter @taz_lab

Facebook @taz.labor

Für alle weiteren Informationen werfen Sie gern einen Blick auf unsere Internetseite.

 

Herzliche Grüße im Namen der taz-lab-Redaktion

Emmanuel Noglo

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https://blogs.taz.de/tazlab/2022/02/15/gruesse-aus-niamey/

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