vonteamtazost 07.08.2019

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Hier bloggen die taz-Reporter*innen aus Dresden und Berlin zu den Landtagswahlen 2019 in Sachsen und Brandenburg. #tazost

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von Christina Schmidt

Wahlkampf, das ist immer auch die Zeit der Späße, die mal mehr, mal weniger gelingen. So stellte die Partei Die Partei am Mittwoch ein Plakat in Dresden auf, darauf ein auf Wolken gebetteter CDU-Ministerpräsident, über ihm schweben seine Vorgänger im Ministerpräsidentenamt und Bundeskanzlerin Merkel, sie wachen vom Himmel aus über ihn. Die Partei teilt dazu mit, weil ja nun die Machtübernahme der AfD drohe, wünschten sie ihrem Feind ein besseres Ergebnis, „als zu erwarten ist“. Michael Kretschmer ist auf dem Plakat nackt.

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Christian Hartmann, veröffentlichte unterdessen seinen persönlichen Wahlwerbespot. Darin verkleidet er sich als Hutbürger, als derjenige Pegida-Demonstrant mit schwarz-rot-goldenem Hütchen also, der sich mit einem Kamerateam anlegte; Hartmann vermummt sich wie Linke im schwarzen Block und ballt die Faust. Er mimt den Klimakämpfer, der aufgibt. Und sagt dann: Er stehe für eine Politik mit dem notwendigen Humor.

Ernster nehmen es die zivilgesellschaftlichen Gruppen. Täglich erreichen uns Zuschriften von überall in Sachsen: große Initiativen und kleine Vorhaben, auf dem Land oder in der Großstadt. Wir bekamen Post von einer Initiative, die sich an russischsprachige WählerInnen wendet; ein Medienprojekt namens „Veto“, das Porträts mutiger Sachsen sammelt; ein Bündnis aus über 50 Organisationen schickte uns ihren „Wahlkompass Antidiskriminierung“. Die Initiative „Love-Storm“ gegen Hass im Netz lud uns ein. Und wir erfahren von Festen, Demonstrationen, Festivals.

Es sind so viele Initiativen, dass wir sie unmöglich alle besuchen können, obwohl unsere ReporterInnen tagtäglich unterwegs sind. Es sind so viele, dass dieser Wahlkampf in Sachsen schon jetzt eines zeigt: Dieses Bundesland kämpft verdammt engagiert um sich selbst.

Oft fängt so ein Engagement im ganz Kleinen an, in Sachsen wie in Thüringen und Brandenburg. Im Fall von Sekine Flämig in einer Kleiderkammer in der brandenburgischen Stadt in Prenzlau. Heute ist die gebürtige Albanerin dort ehrenamtliche Ausländerbeauftragte. Stefan Reinecke hat sie für unsere Porträtserie „Unter Leuten“ getroffen.

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