vonkonstantinbassin 20.11.2019

taz Panter Stiftung

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Ich bin in Berlin, einer Stadt der Freiheit, in der Mitte Europas. Die Stadt hat die Herausforderung gemeistert, jeden ein Stück Freiheit schmecken zu lassen. Hier sind die Rechte eines jeden geschützt, du wirst so akzeptiert wie du bist genauso wie Unterschiede respektiert werden.

von Ramaz Samkharadze aus Georgien

Ich bin Teil einer Gruppe von Journalisten aus dem Südkaukasus, die an einem Workshop der taz Panter Stiftung teilnehmen. Die Diskussionsthemen sind wichtig, so zum Beispiel die Frage: Was hat sich für die Post-sowjetischen Staaten im Hinblick auf eine Integration mit Europa in den vergangenen 30 Jahren verändert. Ich bin froh hier zu sein.

Mein Land ist mit Herausforderungen konfrontiert, die derzeit härter als sonst sind. Während ich dies schreibe, gibt es Protestkundgebungen in Georgien. Das ist ein dauernder Kampf, bei dem es immer um Dasselbe geht: Die Wahl zwischen Europa und Russland.

Am ersten Abend traf ich mich mit anderen Teilnehmern aus meiner Gruppe – aus Armenien und Weißrussland. Die Kollegen aus Aserbaidschan waren nicht da, wegen Visaproblemen. Das ist wirklich die einzige Errungenschaft für mein Land während dieser 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetherrschaft: Das wir Visa frei nach Europa reisen können. Diese Gelegenheit machte mir das noch einmal klar und mich auch stolz.

Am nächsten Tag, früh morgens, fuhren wir in die Redaktion der taz mit deutscher Pünktlichkeit, genauso wie im Programm vorgesehen. Das gläserne Gebäude war bereits voll von Mitarbeitern. Petra, Leiterin des Programms mit langer journalistischer Erfahrung, empfing uns. Wir werden Journalisten treffen. Medien und NGOs besuchen. Das Programm ist interessant, Kultur kommt auch vor. Es ist ungewohnt zu sehen, wie alles so haargenau organisiert und geplant ist und das Programm mit sekundengenauer Präzision abgearbeitet wird.
Die Zeit ist begrenzt, die Information grenzenlos. Gingen wir so respektvoll mit der Zeit um wie die Deutschen, wären wir vielleicht auch schon in Europa. Ja, ich möchte mehr Europa für Georgien und mehr von Georgien in Europa. Deshalb bin ich hier.

 

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