vonErnst Volland 02.01.2026

Vollands Blog

Normalerweise zeichnet, schneidet, klebt Ernst Volland, oder macht Bücher. Hier erzählt er Geschichten.

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Immer weiter wuchs die Kletterrose.
Doch dann erschien der Retter Klose
und band sie sanft zurück.
Nun wächst sie in Richtung Nachbar Kück,

die bald zehn Meter große.

 

Immer wieder sagte der Genitiv:

„Geh nie tief!“
Alle anderen Fälle
hoben nur die Kelle.

Freundlich ist der Genitiv!

 

Heute traf ich Evalotte.
Sie ist die Chefin einer Käferflotte,

unterwegs im tiefen Stadtwald.
Ich habe mich sofort in sie verknallt.

Sehr geringe Wiedersehenstrefferquote!

 

Neulich meldete sich Trimmel:
„Wo ist eigentlich der Schimmel?
Ich möchte ein wenig reiten
in diesen Wolkenweiten.
PS.: Meine Adresse ist jetzt ‚Himmel‘.“

 

Die Affen sich gern lausten,
doch die Giraffen konnten sich nicht ausstehn.

Die Kamele trabten friedlich
in einer Reihe bis nach Wittlich.
Die Mäuse wild im Hause mausten.

 

Wir lagerten ganz verträumt
an unserem Flüsschen, das schön schäumt.

Plötzlich gab es Blitz und Donner,
und ich verzog mich rasch mit Connor.

Und unser Flüsschen wilder schäumt.

 

Das zu bemerken war nicht schwer:
Unter uns befand sich ein Bär.
Er hockte in des Tisches Mitten
und verlangte von jedem eine Portion Fritten.

„Und zu trinken viel Genever!“

Ich, der Hannes Lettenbauer,
gerne unter Betten lauer.
Was ich dabei betrachte,
ich in meinem neuen Buch ausschlachte.

Das haut rein wie Beckenbauer!

 

Was ist das schönste kleine Glück?

Das kleine feine Frühstück?
Die zarte warme Katze?
Die feste warme Bettmatratze?
Die ViertelstundeYoga-Gymnastik?

 

„Puh!“, sagte der Bär
erschöpft nach dem Geschlechtsverkehr.

„Ist das alles schon gewesen?
Besser geht es mir am Tresen
mit dem launigen Gesprächsverkehr.“

 

Unter diesem großen Baum
zu ruhen ist ein Traum.
Ich träume, lese, schreibe viele Stunden,

parliere, trinke, spiele mit den Hunden,

und die Zeit vergeht so kaum.

 

Neulich fragte ich meine Tante Hulda:

Du lebst doch noch in Fulda?
Steht da noch meine alte Schule?“

„Schon lange nicht mehr, Jule.

Heute hält nur noch ein Bus da.“

 

 

Ich wollte ihr etwas Luft zufächeln.
Da erschien auf ihrem Gesicht ein Lächeln.

Doch es war zu spät.
Es stand fest: Sie geht.
Und mit ihr ging ihr Lächeln.

 

Habt ihr gehört von diesem Siebenling,
der seinen Eltern durch die Lappen ging?

Eines Tages erfuhr er von den Geschwistern

und suchte sie in den Registern.
Und er fand sie: in Singsing!

Ich saß in einer Kneipe mit Hamsun.
Er war schon reichlich duhn,
verließ das Lokal im Rausch
und warf sich zu Hause auf die Couch.
Seine Frau rief: „Knut, wie kannst du mir so was antun!“

 

Ja, die ganze Schnüffelmeute

hatte genug für heute,
sprang zurück zu ihren Hütten

und versorgte ihre Lütten

und die ganze Süffelmeute.

 

Daniel, der starke Panther,
schritt nach Atalanta.
Dort kletterte er auf einen Wolkenkratzer
und sah umher mit Augen wie zwei Topfkratzer.

Sein Lebenswille schwand da.

 

26 wilde Pferde
rannten um die Erde.
Sie liefen stets zusammen
und kamen auch ins Ziel zusammen.

Nun waren es aber 36 Pferde.

 

Gerade sprang ich in diesen Nachen.

Nun rudere ich nach Bad Schachen.

Über mir strahlen tausend Sterne,
so wie über meiner Heimat Herne.

Ach, was erzähl ich hier für Sachen!

 

Neulich spielte ich sehr bizarr

auf meiner E-Gitarr’.
Laut da alle Katzen jaulten,
und rasch alle Früchte faulten.

Ich büße dafür nun in der Pfarr’.

 

Drei Fratzen
nagten an einem Batzen,
soffen aus einem Fassloch,
und sprinteten einen Pass hoch.

Und um sie hüpften Katzen.

 

 

Ich besuchte eine Ente,
die die ganze Zeit lang flennte.

„Was ist denn mit dir los?
Das ist ja trostlos!“
„Ach, ich habe keinerlei Talente!“

 

Ich sitze hier in Chihuahua,
allein mit diesem Wauwau.
Ständig springt er um mich rum!
Ich glaube, ich bringe dieses Viech um

und kehre zurück nach Chicago.

 

Seht einmal den schmalen Gustav:
Er springt zehn Meter mit dem Stab!

Das ist Weltrekord,
was sage ich: Weltraumrekord!
Nichts geht übers Schmalsein, Gustav!

 

 

Wieder einmal traf Herbert Gerke

zusammen mit dem Hubert Gurke.

„Moin, Herbert!“
„Moin, Hubert!“

„Na, du Scherge!“ – „Na, du Schurke!“

 

Er hat reichlich Gold.
Deshalb bleibt sie ihm hold.
Er hat auch reichlich Zinn.
Auch das zieht sie zu ihm hin.

Verlässt er sie, zieht sie den Colt.

 

Mein neuer Hovawart
ziert unseren Hof apart.

Gerne liegt er in der Sonne,

meistens aber in der Tonne.

Ganz nach Philosophenart!

 

Erna spazierte auf der Kö.
Plötzlich befiel sie die Diarrhöe.
Sie sah nach links und rechts und geradeaus,

doch nirgendwo sah sie ein Toilettenhaus.

„Das ist ja überhaupt nicht schö’!“

Zeichnungen: Ernst Volland

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