Klaus Volland, Kleine neue Welten, Limericks März 2026
Neulich – das war mittelschwer –
schwamm ich durch das Mittelmeer
von Algier bis nach Alicante
und besuchte dort meine Tante.
Sie fragte: „Hast du keine Mittel mehr?“
Als ich noch ein Schüler war
und es noch viel kühler war
– also während der jüngsten Eiszeit –
waren wir ständig eingeschneit.
Der Lehrer nahm meist keine Schüler wahr.
Schließlich nahm ich meinen Hut
und verließ das Institut.
Rasch schritt ich hinaus ins Weite,
entzündete ein paar Scheite
und warf hinein den alten Hut.
Nie hatten wir nen schlauern Boss.
Er lebte in einem Bauernschloss
und war umgeben von vielen
Weibern mit wunderschönen Leibern.
Die sorgten für den faulen Boss.
Endlich ist der Juli da,
und damit auch Julika.
Sie ist zurück aus Schweden.
Dort darbte sie mit Asketen,
hier ist sie ein Paar mit einem Jubilar.
Neulich in der Abendstille
fiel mir ein mein letzter Wille:
Unter einem grünen Baume ruhn
und im Traume Gutes tun.
Und ab und zu ein Tusch für Tille!
Wir haben uns sehr gern gemocht,
nun brennt hinweg der Docht.
Wir drehen uns zur Seite,
liegen da wie zwei noch warme Scheite
und hören, wie das Herz des andren pocht.
Gestern traf ich Annelore,
die leidet sehr am linken Ohre.
„Warst du schon beim Otologen?“
„Ja, der hat mich aber nur betrogen.“
„Dann leg dich erst mal auf das rechte Ohre!“
Kürzlich kaufte sich Herr Bitzewuch
ein schönes neues Witzebuch.
Er hat sich beim Lesen totgelacht,
man sieht ihn nun in Kapelle 8.
Vorsicht beim Kauf vom Witzebuch!
Neulich ging ich in mein Stüblein.
Da klingelte ein Büblein.
„Guten Tag, Herr Lehrer,
Ihre Aufgaben werden immer schwerer!“
„Sind sie zu viel fürs kleine Rüblein?“
Neulich war ich im Talentschuppen
und fragte: „Geht es hier ums Tal-Entschuppen?
Sagen Sie mir, was ich machen soll,
ich mache es bestimmt ganz toll.
Sonst gehe ich zum Tal-Entkuppen.“
Neulich war ich auf den Seychellen
und jagte dort ganz viele Libellen.
Über diese himmlisch schönen Tiere
schrieb ich manch kluge Papiere.
Das musst du mir glauben, Ellen!
Neulich herrschte Open Hour.
Dabei traf ich Schopenhauer.
Ich fragte ihn, wie es ihm so gehe.
Er sagte nur: „Wehe, wehe!“
Ich schlug ihm vor: „Dann wetz die Hauer!“
Sie setzten sich in den Wintergarten
und wollten nun auf Kinder warten.
Doch es wurde der Tage längster.
„Wo bleibt ihr denn, ihr kleinen Gangster?“
„Wir müssen wohl bis Winter warten.“
Archibald saß locker auf dem Hocker
und trank genüsslich seinen Mokka.
Plötzlich kippte der Hocker um
und Archibald samt Mokka stürzten um.
Im Fernsehen zeigte man gerade Soccer.
Das hier ist eine Montageanleitung,
ich brauche aber eine Sonntageanleitung!
Ich will wissen, was am Sonntag zu tun ist,
wenn man nicht gerade ein Huhn ist.
Und komm mir ja nicht mit der Donnerstageanleitung!
Neulich sagte Frau Hillenstädt:
„Ach wenn ich doch auch so’n Stillen hätt!
Meiner macht hier ständig Krach
oder liegt besoffen den ganzen Tag lang flach!“
Ach, wenn ich dafür nur Pillen hätt!
Neulich traf ich Donald Duck,
nicht den Kleinen Muck.
Ich fragte ihn, was seine Neffen so machten.
Er sagte, dass sie nur Faxen machten,
vor allem in dem Bummelzug.
Irgendwann sagte der Schwan:
„Ich hau jetzt ab nach Japan!“
„So weit kannst du doch gar nicht fliegen!“
„Aber ich kann mit dem Flieger fliegen!“
„Das ist stark, mein lieber Schwan!“
„Du musst Susanne sein,
und du wohnst in Köln am Rhein!“
„Ja, das ist korrekt!“
„Aber sprichst du nicht auch Dialekt?“
„Doch, den spreche ich astrein!“
Es war einmal ein Partisan,
der sah sich viele Partys an
und überlegte: Wo wage ich den Überfall?
Am besten wohl beim Opernball.
In Wien fing er zunächst mit Smarties an.
Ich spürte schon des Lebens Ende,
da fühlte ich auf einmal EberhardensLende.
Ich dachte: Das geht ja doch noch weiter,
und zwar ziemlich heiter!
Das war des Lebens Wende!
Hier am Wetterstein
trinkt man meistens Stetter Wein.
Er wächst hinauf bis zu dem Gipfel
und trägt zur Krönung kleine Zipfel.
Auf alle Fälle: netter Wein!
Oh, was war die Mücke froh,
als sie flog durch den weiten Zoo!
„Ich bin hier nicht eingesperrt,
und deshalb bin ich unbeschwert.
Ähnlich sah’s schon Cicero.“
„Guten Tag, Frau Glitwen-Wück!
Wie steht’s denn um ihr Witwenglück?“
„Meinen Alten bin ich ja nun los,
doch mit mir selber ist nichts mehr los!“
„Machen Sie sich erst einmal ein gutes Frühstück!“
Neulich war ich in Surinam,
dem Land, aus dem auch Yuri kam
Sein wunderbares Tropenholz
erfüllt dort jedermann mit Stolz,
auch den, der dahn nur als Touri kam.
Heute fuhr die gute alte Mellerine
mit ihrer Karre auf eine Tellermine.
Von Melli blieb nicht viel übrig,
auch ihre Karre sah aus betrüblich.
Erhalten blieb ihre Pellerine.
Oh, wie laut das Rind flucht:
„Schon wieder eine Sintflut!
Muss ich schon wieder mit meinem Arsche
hinein in diese Arche?
Besser ist der Blindflug!“
Damals kamen aus dem Polenland v
iele Männer in das Kohlenland.
Sie schufteten dort unter Tage
bis zu ihrem letzten Tage.
Die Freizeit verbrachten sie im Dohlenland.
Die jungen Frauen von Mechelen
erfreuen durch ein besonderes Lächeln.
Und auch ihre Kunst des Klöppelns
ist viel besser als des Hasen Kunst des Hoppelns.
Anmutig sind sie auch beim Fächeln.
Zeichnungen Ernst Volland