
Zeichnungen Ernst Volland
Da liegt er, Spaniens Superstar, der Teide,
bedeckt mit Schnee wie mit einem Seidenkleide.
Vorgestern noch haben wir ihn schneelos erstiegen, v
orbei an Kanarenvögeln und an vielen Ziegen.
Morgen fliegen wir zurück ins olle Oelde.
Gestern sah ich Günther Jauch.
Er saß erschöpft auf einem Brombeerstrauch.
Ich fragte: „Günther, wie lange willst du Spatz hier noch sitzen
und Brombeeren stibitzen?“
„Nicht lange“, sagte Günther,
„ich wechsle jetzt zu Schnittlauch.“
Neulich war ich in den Pyrenäen
und konnte dort so manchen Skirennläufer sehen.
Am besten gefiel mir Lewandow,
der auch noch so gut aussah wie einst Brando.
Am Wochenende muss er seinen Mann bei Barca stehen.
Es war einmal ein Jurist,
der fuhr im Urlaub stets nach Juist.
Seine Kollegin mit dem Wangenrouge
urlaubte stets auf Wangerooge.
Zu Hause blieb stets nur der Kollege Nudist.
Als Jüngling schwärmte ich für den Prediger Pater Leppich.
Das hielt ich später für läppisch.
Jahre danach schwärmte ich für den Jesuiten Ivan Illich. S
einen Aufruf zur Entschulung hielt ich aber bald für unbillig.
Heute fasziniert mich am ehesten ein Teller voller Eppich.
„Wo, wo, wo sind die Gesen?“,
fragte einer der Irokesen.
Ich sagte: „Da, wo sie immer war’n,
gleich hinter Straßburg an der Lahn.“
Später wurde mir klar: Der Irokese suchte einen Besen.
Es war einmal ein Stör,
der verstörte einen Coiffeur
durch seine Bitte nach einer neuen Frisur.
Schließlich sagte der Coiffeur: „Verzichte auf die Schuppenkur!
Die Haare montiert dir nebenan der Ingenieur.“
Kürzlich stand ich am Iztaczihuatl,
in der Hand ein Paddel.
Mir war nicht bewusst,
dass man den Iztaczihuatl ersteigen und nicht erpaddeln muss.
Für die Rückfahrt nahmen wir (mein Paddel und ich) den nächstbesten Shuttle.
Leo traf das Tor genau in der Mitte,
und ähnlich traf der Ball den Tormann Theo genau in der Mitte.
Theo fing fürchterlich an zu jammern
und beschwerte sich bei beiden Kammern.
Recht gab Theo das Gericht Sack-Mitte.
Der kleine Geizkragen Ortolan
wollte unbedingt das Porto spar’n.
Deshalb flog er bei uns direkt vorbei
in der Walachei.
Niemals, sagte er, mache das der Kormoran.
Hans ist ein Kassenwart,
der gerne Waffen karrt.
Doch nun hat ihm das sein Verein verboten
mit einstimmigen Voten,
so dass Hans heute nur noch Waffeln karrt.
Der deutsche Kaiser Ludovicus,
genannt auch Luftikus,
liebte zehntausend Frauen.
Die konnte er natürlich nicht alle verdauen.
Nun erholt er sich schon lange als Gruftikus.
Die Goldene Palme von Cannes
nicht jeder Film gewinnen kann.
In diesem Jahr ist der neue Tesafilm
der bejubelte Siegerfilm,
nicht nur, weil man mit ihm so richtig eine kleben kann.
Gestern ruderten wir im Zweier nach Helgoland.
Dort teilten wir uns als erstes eine Portion Caramel-Krokant.
Heute wanderten wir Hand in Hand zur langen roten Felsenanna – f
ür uns beide ein Augenmanna.
Morgen geht’s im Flieger zurück ins Egoland.
Wieder einmal betonte der Orang:
„Ich großer, starker Utan habe Vorrang!
Du kleiner dummer Schimpy
stellst dich hinten an beim Winzvieh!“
„Hast du dann nicht auch beim Sterben Vorrang?“
Die eifrige Edelgunde
ist sehr gut in Einfädelkunde,
besonders mit der Nadel,
nicht mit dem Auto oder Radel.
Da braucht sie manchmal eine Viertelstunde.
Ich erschien hier in Siena
zu einem Kampf in der Arena.
Leider hatte ich das Schwert vergessen,
mein Gegner hatte sogar das Pferd vergessen.
Vielleicht klappt es ja in Jena!
Damals zog in unseren Ort ein Este
und gründete eine Firma an der Este.
Er hatte großen Charme
und hielt sich nicht nur die Damen warm.
Heute ist er in BUX der Beste!
Damals, als ein Beckenbauer Kaiser war
und ein gelernter Weber sein kongenialer Vollstrecker war,
hieß unser Trainer Helmut Schön,
und die Welt war schön.
Heute ist alles irgendwie so nagelsmannbar.
Es flogen einmal drei Äpfel
von Hamburg bis nach Krefeld.
Der eine Apfel hieß Boskop, die beiden anderen Jonathan.
Und als sie dann in Krefeld war’n,
suchten sie sich zunächst zum Schlafen drei kuschelige Näpfel.
Neulich sah ich Kletter-Konrad.
Er stieg auf sein Kettler-Klonrad
und fuhr los in Richtung Alpengipfel.
Unterwegs verdrückte er ein paar Kipfel
und landete schließlich am Ziel Mont Blanc.
Kürzlich sah ich Pedro.
Er sprang gerade in den Ebro
und tauchte nicht mehr auf.
Da machte ich “Schnauf!“
Pedro schwamm, erfuhr ich später, unter Wasser bis nach Toledo!
Immer, wenn ich Mücken zähle,
ich mich ziemlich quäle.
Neulich machte ich bei der Nummer 1000 eine Pause,
da sagte diese: „Ich bin die Nummer 999!“ und flog nach Hause.
Im Geiste ging ich ihr an die Kehle!
Dann begann das Konzert: Die Möwen sangen Shanties,
die Löwen spielten Trendies und die Affen auf ihren Handys.
Die unmusikalischsten Tiere
waren zweifellos die Stiere.
Am schönsten sang ein Nachtigallenpaar, „The Candies“.
Das hier ist ein Pflegephall,
der nicht mehr kann wie dazumal.
Trotz aller Liebesinbrunst
versagt er in der Liebeskunst.
Und das ist auch der Regelfall.
Damals sah meine Freundin Elke
aus wie eine schöne Nelke.
Heute sieht sie aus wie eine welke Distel
und plagt sich herum mit einer Fistel.
Vor drei Jahren noch schwamm sie munter in der Selke!
„Würdest du bitte endlich mal den Rasen mähen
und dabei nicht wieder auch einen Hasen mähen?“ „
Das mache ich glatt,
aber heute bin ich zu platt.
Lass doch mal den Rasen von einem Hasen mähen!“
Bert war stets aktiv
und immer noch erstaunlich attraktiv.
Im Gegensatz zu seiner Gattin Berte,
einer lebenslang stillen Gerte,
blieb Bert sein Leben lang schnacktiv.
Wir saßen in unserem Biwak
und knabberten an einem Zwieback.
Paul sagte: „Wenn wir so weitermachen,
sind wir erst in drei Jahren oben auf dem Schnachen.“ I
ch sagte: „Dann nehmen wir halt doch den Sky Hawk!“
Damals lebte er in Bamberg
und sah so manchen Schamberg.
Heute lebt er in Bumberg
und ist ein schlaffer, krummer Zwerg.
Er interessiert sich höchstens noch für Camembert.
Nehmen wir den Zeichenstift
und versetzen wir ihn mit Leichengift!
Auf dass die Bösen gezeichnet seien
und wir von ihnen erlöset seien.
Hoch lebe es, das Leichengift!
An der Reling standen drei Seamen
und untersuchten die Richtung der Kiemen.
Dann rief einer: „Die Fische sind auf der Flucht
raus aus der Bucht!
Am liebsten würden sie sich wegbeamen!“
„Am 18. 8. 1888
ward geboren der spätere Aufschneider Adam Fleißig.
In seiner Kindheit und in seiner Jugend
waltete über ihn die Tugend.
Aber danach verhielt er sich nur noch scheißig.“ – „Weiß ich.“
Hör mal her, Evelynchen,
ich würde dich sehr gern ehelichen,
du bist so lieb und auch so schön,
doch leider liegt mein Puls mit dir ständig bei über 110,
und außerdem können meine Eltern dich nicht riechen.
Oft ist es so, dass man vor lauter Träumen den Raum nicht sehen kann.
Oft ist es auch so, dass man vor lauter Schäumen den Saum nicht sehen kann.
Der übergroßen Fülle
fehlt oft der Vollstreckungswille.
Und mancher ist so, dass er keinen Baum hinaufzusehen wagt.
Es war einmal zweimal dreimal viermal ein Vizeadmiral,
der stieg tief hinab in einen Keller
und küsste dort seine geliebte Bella
einmal zweimal dreimal viermal.
Sie brachen auf aus Granada
und stiegen hinunter auf die endlose Estrada,
vor sich das drohende südliche Meer.
Bald schon ging voran nichts mehr
für diese Männer einer zersprengten Armada.
Damals nannten wir sie die „fette Gerda“.
Heute ist sie die pfeilschnelle Linksaußen vom SV Werder.
Damals haben wir sie ausgelacht.
Heute morgen hat sie uns angelacht,
die neue Torschützenkönigin vom SV Werder!