vonDetlef Guertler 08.08.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Gerade eben noch dachte ich, die Blopaganda hätte ich selbst erfunden. Aber nein, da war schon jemand vor mir: Ken Magill nämlich, der schon im November 2005 die Corporate Blopaganda wortschöpfte: „Another term for public relations aimed at countering the effects of negative blog posts. As bloggers increasingly use their forums to voice displeasure with companies, those firms will have to counter with blopaganda. It won’t work, but they won’t have any choice.“
Und weil er gleich dabei war, dachte sich Magill gleich noch ein Dutzend weiterer Bl-Wörter aus, von denen einige tatsächlich nur Bl-ödsinn sind; aber es sieht ganz danach aus, als würden zumindest Blarketing und Bladvertising uns demnächst häufiger begegnen. Zumindest wenn wir Blerds sind: „Someone who spends way too much time on his blog and, as a result, is bereft of social skills. We don’t mock these people, however. We feel sorry for them because they’re so blonely.“

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https://blogs.taz.de/wortistik/2006/08/08/blarketing/

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kommentare

  • Sehr geehrter Herr Guertler,

    mir scheint, sie haben das Emoticon übersehen. Ich erhebe mitnichten den Anspruch das Wort „Blarketing“ erfunden zu haben (Zumal ich es nun in einen leicht anderen Kontext verwende).

    Ich erweiterte irgendwann 2005 lediglich das gute alte „On the Internet, Nobody Knows You’re a Dog“ um die Worte „… unless you bark“.

    Ich versuchte damit Szenarien zu skizzieren – und da sind wir wieder bei Ken Magill – wo penetrante Kläffer Netzdiskussion dominieren und eine ergebnisorientierte Entscheidungsfindung faktisch unmöglich machen – oder zumindest zur Utopie werden lassen.

  • Ich bin jederzeit bereit, jedem, der meint, ein Neuwort zuerst in die Welt gesetzt zu haben, die zugehörige Erfinder-Ehre zu erweisen. Aber bitte einen ordentlichen Beleg anbringen und nicht nur rumblubbern.

  • Warum bl-lonely? Blogs sind doch hoffentlich kommunikativ . Es gibt gewiss BloggerInnen, die süchtig auf webbasierte Tele-Kommunikation sind. Es soll Zeiten gegeben haben, da Menschen sich Briefe geschrieben haben. Die kannten noch kein Telefon. Ein Brief hat schöne Eigenschaften. Das gesprochene Wort fängt niemand wieder ein. Und beim Schreiben hat man mehr Zeit, spontan zu sein. Polyphem (Bletterman)

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