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vonDetlef Guertler 09.09.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Das Mutterblatt entzückt heute auf der Wahrheit mit einer Fülle von bislang weder dem Wortisten noch Google bekannten Krankheiten. Tardaisten sind Menschen, die auf ein Hundertstel der normalen Geschwindigkeit entschleunigt sind, ein Langarmer hat etwa doppelt so lange Arme wie sonst üblich, ein Hauchatmer schafft es nicht, beim regulären Atmen genug Sauerstoff in die Lungen zu ziehen, und bei Nachinnensehern macht das Auge genau das, was der Name besagt. Da jedoch alle diese Krankheiten vom Autor Michael Ringel höchstpersönlich erfunden wurden, werden sie selbstverständlich keinen Eintrag in die Wortistik-Datenbank der Neuwörter bekommen.
Das von Ringel verwendete Sammelwort für diese Krankheiten, die Randkrankheit, ist hingegen keine Neuschöpfung der Wahrheit. Es wurde vereinzelt bereits verwendet, etwa in einem Text über das Crigler-Najjar-Syndrom, eine vor allem bei den Amish People in Pennsylvania vorkommende Leberkrankheit – allerdings so vereinzelt, dass, wenn Wörter Krankheiten wären, die Randkrankheit eine Randkrankheit wäre.

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