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vonDetlef Guertler 29.10.2006

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Es sind nicht mehr nur postklimakterische Besserverdienerfrauen (Harald Schmidt), die auf ihren Märschen durch Stadtparks oder an Strandpromenaden eine oder gar zwei Wasserflaschen umklammert halten. Bis in Provinz-Fußgängerzonen und Unterstufenklassen hat sich die Angewohnheit durchgesetzt, ein stilles Wasser in Halbliter-Plastikflasche mit sich herumzutragen. Nicht in der Handtasche, nicht im Ränzlein oder Jäckchen, nein, in der Hand.

Vermutlich handelt es sich um einen Geheimcode, bei dem sowohl Marke der Flasche als auch deren Handhabung, möglicherweise auch Füllhöhe die Zugehörigkeit bzw. Nicht-Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen markieren. Aber da ich diese flaschistische Sprache weder verstehen noch akzeptieren noch selbst sprechen möchte, bleibt mir nur, sie zutiefst zu ignorieren. Solange das noch geht.

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kommentare

  • Zu den Insignien der Macht gehört(e) bei gekrönten Häuptern das Zepter. Generäle und Marschälle haben den Stab, der ihrem Titel angehängt ist. (Einige haben vielleicht auch nur ein Stäbchen). Lehrer verwenden einen Rohrstock – heute hoffentlich nur noch, um etwas anzuzeigen, falls sie sich nicht moderner Techniken wie Laserlichtpunkt bedienen. Wer Macht hat, will etwas in der Hand haben. Damit wird angezeigt, wo es hingehen soll. Die Theorie, dass Flaschen ein Zepterersatz sein sollen, ist vermutlich etwas gewagt. Anzeigen sollen uns die Flaschen trotzdem etwas. „Schaut her, ich halte mich fit. Im Kopf und auch im Lauf-Schritt.“. Trotzdem wird das viele Wasser postklimakterische Schrumpelröschen nicht vor dem Austrocknen bewahren.

  • Der eine oder andere Leser wird sich gewiß noch an das Theater erinnern, dass man nach den letzten Landtagswahlen machte, indem man suggerierte, dass die Tourismuszahlen nun förmlich einbrechen würden, da viele Touristen nun aus Furcht vor der NPD nicht mehr nach Mecklenburg-Vorpommern kommen würden. Tatsächlich?
    So meldete NDR 1 Radio MV heute, dass gerade in den Monaten September und Oktober in Zingst und auf dem Darß trotz offizieller Nachsaison erstmals ein solcher Andrang herrschte, als wäre man noch in der Hochsaison. – Alles Nazis, oder was?

  • Der Faschist sagte vor Gericht das es nicht seine Hand war die einst die Flasche warf sondern ein gewisser Flaschischmus der dieser Markenware wohl schon immer zu eigen war!
    Er bekam dafür auch einen Freuspruch erster Klasse aber auch eine ernste Ermahnung sich darüber nicht Freulistisch zu äußern!

  • Es geht um Flaschen?

    Ich dachte es geht bei Flaschismus um die Angewohnheit im Usenet und in Foren „flasch“ fschla zu schreiben, weil es ja sonst nicht flscha ist, sondern richtig.

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