vonDetlef Guertler 06.02.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

Mehr über diesen Blog

„Tod auf Rezept – gibt es ein Recht auf leichtes Sterben?“ fragt morgen Frank Plasberg bei „Hart aber Herzlich“, WDR, 20.15 Uhr. Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung wird das natürlich immer wichtiger und damit auch ein heißes und heiß umstrittenes politisches Thema.

Nur: Wie nennt man die Politiker, die sich mit Sterbehilfe, Patientenverfügung etc. beschäftigen? Gesundheitspolitiker ja wohl nicht. Und Sozialpolitiker wohl auch nicht. Das Etikett „Todespolitiker“ würde zwar passen, aber ob sich das wirklich jemand anhängen lassen möchte?

Allerdings: Als Adjektiv klingt es schon besser. Bei akademie.de war dieser Tage  von „auf todespolitische Fragen spezialisierten Websites“ zu lesen, und in Zeiten kopfstehender Pyramiden müsste sich doch eigentlich jede Bundestagsfraktion einen todespolitischen Sprecher gönnen können.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/wortistik/2007/02/06/todespolitisch/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • „Thanato“-Politiker wäre sprachlogischer… – aber welche Politiker kann noch Griechisch.

    Aber sie wollen ja eher wellness-politicals sein.
    Schön, dass es noch abundan Kabarettisten gibt, wie ein Richling, der als Freudsche Zigarre die Mittelmaß-Merkel zu Staub und Schmauch verglühen ließ. (Ach – ist schon die Lethe runter, den Bach des Vergessens…?)

  • Die Bevölkerung schrumpft und altert. Gibt es dann mehr Alte? Absolut oder relativ? Warum werden so viele Altenheime gebaut? Sterben gehört zum Leben. Für das Leben ist doch die Familienministerin zuständig. Von der Leyen? Von der würde ich nie was leyen! Das Leben ist aber nur geliehen. Also eine Frage von Kapital und Geld und es müssen wieder mal die Finanzpolitiker ran. Die sind immer dabei und es bleibt alles finanzpolitisch. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.