vonDetlef Guertler 30.05.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Das wäre sicherlich ein neuer schöner Name für epidemische Zustände, wenn Stürmer nicht mehr ins Tor treffen, meint Wortistik-Leser André Kücklich. Je nach Vereins-Affinität oder aktueller Form mögen andere Leser das anders sehen.

Von der äußeren Form her eignet sich die Mirokolose in der Tat hervorragend als Krankheitsbeschreibung, und immer nur „Ladehemmung“ sollte sogar Sportjournalisten zu langweilig werden. Allerdings ist die Zahl der von Fußballernamen abgeleiteten Neuwörter verschwindend gering, schon gar, wenn man sie an deren Einfluss auf die Vornamensgebung bei Neugeborenen misst. Einzig das „Müllern“ fand einige Jahre Platz im deutschen Wortschatz, wie das Fußballlied von Fredl Fesl bewies:

Plötzlich müllert’s vor dem Kasten,
Das Volk schreit „Uwe“, wie mir scheint,
Da trifft der Müller glatt daneben,
Denn er war ja nicht gemeint.
Und Gerd Müller war immerhin über viele Jahre der Bomber der Nation. Von diesem Status ist Miro dann doch noch weit entfernt. Wenn die Mirokolose also vom Witz zum Wort werden soll, müsste sich die Abschlussschwäche bei Miroslav Klose über einen längeren Zeitraum hinziehen, eine halbe Saison mindestens – und rechtzeitig zum Beginn der WM geheilt werden.

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