vonDetlef Guertler 15.11.2007

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Im Textileinzelhandel gibt es diesen Begriff natürlich schon länger: Auf den Hosenhänger werden im Geschäft Hosen gehängt. Als Pater Axel Bödefeld, Internatsleiter des Jesuiten-Gymnasiums St. Blasien im Hochschwarzwald, heute vom Hosenhänger sprach, meinte er etwas ganz anderes: Schüler, die mit in den Kniekehlen hängenden Hosen durchs Leben schlurfen. Die versammelten Pädagogen auf der Mainzer Tagung zu „Hochbegabtenförderung und Elitenbildung im Gymnasialbereich“ verstanden sofort und nickten seufzend. Auch außerhalb des Gymnasialbereichs sollte dieser Begriff schnell und breit verständlich sein.
Wobei der Jesuitenpater das mit der Beinkleiderordnung durchaus sportlich nimmt. Als er vor einigen Tagen auf dem Internatsgelände den beschriebenen Hosenhänger zu einer Anhebung der Hose aufforderte, habe der ihm nämlich geantwortet: „Lieber Hose runter als Kragen hoch“. Was allen auf der Tagung anwesenden Kennern von Eliteinternats-Gedünkel ein verstehendes Lächeln auf die Gesichter zauberte – und Bödefeld dazu brachte, nicht weiter auf seiner Forderung zu insistieren.

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