karikativ

Über den Begriff “karikative Einrichtung” stolperte Wortistik-Leser Hartmut Bohn neulich beim Radiohören, der sowohl dort wie auch bei den meisten sonst dokumentierten Verwendungen ein schlichter Verschreiber bzw. Versprecher sei (und es sogar in die Liste der “beliebten Fehler” geschafft hat). Aber das wäre ja bestimmt nicht das erste Mal in der Sprachentwicklung, dass aus einem Versprecher ein neues Wort entstünde.

Nun ist karikativ zwar nicht neu, sondern zumindest dem Fremdwörterduden als “in der Art einer Karikatur, verzerrt komisch” bekannt, aber es wird eben nur sehr selten eigenständig verwendet. Was insbesondere im Vergleich mit dem klanglich recht benachbarten kreativ ungerecht ist: 26.300 Treffer bei Google für Kreativdirektor, kein einziger für Karikativdirektor, gar 129.000 Treffer für Kreativagentur, aber wiederum kein einziger für Karikativagentur.

Mal ehrlich, liebe Werber: Wie viele eurer Kreativdirektoren sind in Wahrheit eher Karikativdirektoren? Könntet ihr da nicht wenigstens hin und wieder diesem so sträflich vernachlässigten Adjektiv zu seinem Recht verhelfen?

Kommentare (4)

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  1. Ich war mir gerade nicht sicher ob es das Wort karikativ überhaupt als Adjektiv zum substantiv Karikatur existiert. (Weshalb ich ihn gegooglet habe.) Danke für den Artikel.

  2. Wird LostBits Frage noch caritativ – oder voluntativ-karikierend beantwortet?

    Aber – hier per URL.- ist “karikativ” so plakativ-illustrativ ge(kenn)zeichnet, dass man es als caritativ für Delfine, Wale, Wal-Freund-Menschlein oder menschlich Behinderte, von einer Krankenkasse zum Wasser-Spiel legitimiert, deuten kann:

    http://www.nak-karikativ.de/text14719.png

  3. War das jetzt karikativ gemeint?