vonDetlef Guertler 01.11.2008

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Von commentator weiß ich nur, dass er im Forum des Online-Tagesspiegels bisher 1202 Beiträge geschrieben hat, eine ganze Menge also. Und dass er in seinem Kommentar zu einem Tagesspiegel-Artikel vom 27. Oktober gleich drei sehr selten benutzte Wörter verwendet: Kollateralnutzen, Zerforschung und Forschungsrohstoff. Gefällt mir. Am besten die Zerforschung, weil sie auch als Verb verwendet werden kann, und weil Titel, Thesen, Hypothesen nicht nur zerredet oder zerfasert, sondern natürlich auch prima zerforscht werden können. Weiter so, commentator.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2008/11/01/zerforschen/

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kommentare

  • Wenn ich mir ‚zerforschen‘ als ‚Forschungswort‘ nicht verforsche, könnte ich Goethe sprechen lassen:

    „Wer das Verforschen von Embryonen ethisch legitimieren möchte, müsste den unstrittigen Beweis erbringen, dass dabei unter keinen Umständen menschliches Leben vernichtet wird.“

    Ach, das stammt von der Goethe-Universität in Frankfurt.? – Ja, das kann man googelnd erforschen.
    Also: Pardon!

    Dann JWG selbsten:

    „Doch das schmerzt mich nur,
    daß ich die tiefe Kenntnis der Natur
    mit Müh geforscht und leider nun vergebens.
    ( Goethe. 13, 102)
    *
    Okay. ‚Zerforschen‘ ist klassisch-literarisch nicht vorgeprägt.
    Ja, der Commentator ist als guter Stilister auch ein prima Neu-Worter!

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