https://blogs.taz.de/wortistik/wortistik/wp-content/blogs.dir/9/files/2018/01/Bildschirmfoto-2018-01-17-um-19.11.39.png

vonDetlef Guertler 08.01.2009

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

Mehr über diesen Blog

„Wundert mich eigentlich, dass du von mir noch nicht begrüßelt wurdest“, mailt mir Corinna Freudig, meine Inhouse- und Co-Chefredakteurin beim Kundenmagazin von PwC Deutschland. Ich hingegen hatte mich gewundert, dass sie ihre Mail an mich mit „Grüßel“ beendete. Aber das war durchaus beabsichtigt, wie sie mir erklärte: „ursprünglich bloßer Tippfehler… dann für putzig befundener Tippfehler… schließlich zeitweilig verwendete Ausstiegsformel… mittlerweile Mail-Markenzeichen… letzteres ist übertrieben…“

Natürlich habe ich danach sofort nachgeschaut, ob ich vielleicht doch schon mal begrüßelt worden bin. Und siehe da: Am 13. Juni 2007 hatte mir Corinna schon einmal den Grüßel-Gruß zugemailt. Die Vermutung, dass der putzige Tippfehler nur für putzige Mails verwendet worden wäre, konnte ich nach Lektüre der Mail von damals aber sofort ad acta legen. Denn die Zeilen über dem Grüßel hießen:
„Und ich werde angesichts der Termine wirklich etwas unruhig: Die Urlaubszeit beginnt, NRW hat ab nächster Woche Ferien, es ist kein einziges Briefing da, die Themen stehen seit Mitte Mai. Warum beeile ich mich eigentlich immer so damit, unsere Leute zu informieren?“

Aber wenn wir über diese Zeilen altersweise hinwegsehen, hat begrüßeln tatsächlich das Zeug, als leichtere Grußform und -formel verwendet zu werden. Und Corinna Freudig hat’s erfunden.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/wortistik/2009/01/08/begruesseln/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Hallo, Ihr hartnäckigen Vergewaltiger des Deutschen!
    Das ist wohl ein weiterer Versuch, die deutsche Sprache so zu verhunzen, daß unsere Enkel nicht mehr imstande sein werden, unsere Bücher, geschweige denn die der Klassiker oder Philosophen zu lesen?
    Bevor Ihr derart dämliche Versuche startet, solltet Ihr Euch mal über Syntax und Grammatik informieren. Schon bei Canoo werdet Ihr da fündig. (Ihr müßt es aber richtig schreiben, „Canüle“ funzt nicht!)
    Solltet Ihr das nicht schaffen, probiert mal, aus anderen mit dem in süddeutschen Dialekten üblichem -l Dimunitiv Verben zu bilden! Da kommen immer Schweinereien raus! Wer sich sowas einfallen läßt, hat wohl länger nicht karnickelt, gemädelt oder bestenfalls mal gebisselt.
    Das funkelt nicht!
    Mit Gruseln
    Kreuzberg-Jakob

  • Die Seuche ist im Süden schon länger als „Grüßle“.
    Direkt von der Alb „ra“ bekomme ich schon länger Mails mit dieser Endung.
    Brrr, schüttel mich…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.