vonDetlef Guertler 31.07.2009

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Ich möchte ein neues Verb in die deutsche Sprache einführen“, beantragt der sehr verehrte Klaus Jarchow, das Konken eben, benannt nach dem gleichnachnamigen DJV-Vorsitzenden, der häufig irgendwie merkwürdige Sätze zum Internet von sich gibt.

Ich kann mich diesem Antrag nicht anschließen. Viel zuviel der Ehre – die Quasi-Unsterblichkeit eines eigenen Wortes gönne ich Herrn Konken nicht. Die deutsche Sprache ist zudem nicht allzu offen für die Verbalisierung von Nachnamen. Mir fallen nur zwei Beispiele ein: das Müllern nach Torjäger Gerd Müller („plötzlich müllert’s vor dem Kasten, das Volk schreit Uwe, wie mir scheint, da schießt der Müller glatt daneben, denn er war ja nicht gemeint“, dichtete Fredl Fesl), und das Verballhornen nach dem Lübecker Buchdrucker Johann Ballhorn.

Hab‘ ich noch ein Verb übersehen? Ach ja: Das Mauzen. Denn „Mauzen Sie nicht!“ gab uns der ebenfalls sehr verehrte Wolf Schneider mit auf den Weg, als wir an der Henri-Nannen-Schule unsere erste Gerichtsreportage schreiben sollten: Der höchst einfühlsame Stil des damaligen Spiegel-Gerichtsreporters Gerhard Mauz war sehr verführerisch für Schreibnovizen (so möchte man das auch können), allerdings drohte dabei ein Fiasko – denn so konnte man das eben nicht.

Aber schon das Mauzen hat sich nicht wirklich durchgesetzt – mit dem Konken sollte man es gar nicht erst probieren.

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