vonDetlef Guertler 20.02.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

Mehr über diesen Blog

von Hans-Martin:

Neues Verb? “guttenbergen” für hemmungslos plagiieren und anschließend die Tat herunterspielen?

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/wortistik/2011/02/20/guttenbergen/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • Ein später Fund, als Nachbröselei zum Vielfaltverbum „guttenbergern“:

    Die SZ bildete den Begriff „Wutguttenberger“:

    (…) „Mein Sohn schickt Ihnen sein Herz und er verspricht Ihnen seine Treue“, ruft der Vater den Wutguttenbergern zu. Dem Bürgermeister steht das Wasser in den Augen in diesem Moment.

    Rhetorischer Abschlusserguss zu:
    „Ohne KT, Deutschland ade“ von Olaf Przybilla:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/demo-in-guttenberg-ohne-kt-deutschland-ade-1.1068540

  • Parole der illegitimen Berliner Halb- oder Turnschuhgeneration:
    „Keine Macht dem Diebstahl“.

    Guttisch: „Keine Dacht dem Miebstahl“.

    Da stand doch auf einem Plakat: GUTTBYE!

  • seh grad, thema war ja „guttenbergen“…..das wird sich wohl in wissenschaftskreise u.ä. eine zeitlang halten, macht ja auch spaß, man hörts schon oft!
    Wäre dem typ auch zuviel ehre angetan!

  • ich hätte es als eine angemessene strafe angesehen, wenn er verpflichtet worden wäre, lebenslang seinen dr-titel zu verwenden, aber immer mit ANFÜHRUNGSZEICHEN vorn und ABFÜHRUNGSZEICHEN HINTEN! Bei vergessen…. 100.000 euro – oder so – an mittellose, ernsthafte doktoranden zahlen. Wäre doch eine sinnvolle verwendung des in der vergangenheit bei dieser art reichtum sicher „erräuberten“ vermögens!

  • Gelfrisierte Doktoranden
    gelten fiel in „Deutschen Landen“.

    Ich bitte um Erlaubnis, zitieren zu dürfen.
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/im-dschungel-des-leistungsschutzrechtes/#comment-155593
    ——
    „Aus der Wolke ohne Wahl
    Zuckt der Strahl.“
    (F.Schiller, Glocke)

    Heftige Zitiergewitter.
    In Foren, Blogs und auch bei Twitter
    Tummeln sich die Zweitverwerter,
    Und so mancher Rechtsgelehrter
    Heuert bei Verlegern an,
    Hofft, dass er was drehen kann

    Andere Gelehrte meinen,
    Nichts sei neu und sie verneinen
    Drum das Copy- Schutz-Begehren,
    Wollen nur den Schöpfer ehren
    Ohne etwas zu vergüten.

    Die, die strebend sich bemühten
    Können leider nix erlösen.
    Scheitern ständig an den bösen,
    Unendlich vielen Tasten-Affen,
    Die selbst Hamlet neu erschaffen.

    Trotzdem sind die nicht Kopisten.
    Und selbst Medien-Journalisten,
    Die uns kluge Zeilen schreiben,
    Werden stets im Zweifel bleiben.

    Sitzt der Affe am Computer?
    Nein, Papier betippen tut er.
    Fragt ihr, wer wird daran verdienen?
    Die Hersteller von Schreibmaschinen.

    P.S.:
    (Eine Sammlung von Metaphern
    Reicht schon manchen Texterschaffern
    Um ein ganzes Buch zu schreiben
    Wollen trotzdem Dichter bleiben.)

  • Jeden Tag liest man mit großen Interesse, viel Vergänügen und einer eigenartigen Trauer darüber, was Sprache verheimlichen und zu ungeglaubten Anlässen ans Tageslicht der Alltags-, ja Standardsprache de deutchen verständigung über Art und Unarten wühlen kann.

    So dieser überzeugende unplagiierte Doctor-Grad:

    „Doktor pecuniae causa“ (Dr. p.c.)

    Jidddisch ergänze ich, ohne Schadenfreude:

    „Zu schejn is amol a chissóren.“

    Fußnote:
    „chissóren“ (hebr. chissarón): Fehler, Gebrechen, Mangel, Unglücksfall.

    Gemeint:
    Zu schön ist manchmal ein Fehler. – Man lernt andere nach einem „Lapsus“ besser kennen.

    Dass hier keiner ein Plagiat sucht (und findet): Ich habe unter „iustitia“ geschrieben:

    http://www.seniorentreff.de/diskussion/archiv4/a957.html

  • Als Verb erscheint mir „guttenbergen“ mit vier Silben zu lang undsperrig. Es wird wohl nicht in den Sprachgebrauch eingehen, obwohl K-T zG es ein Erinnerungswort verdient hätte.

    Aber man würde man damit alle anderen Menschen, die Guttenberg heißen (ob mit ihm verwandt oder nicht) in Sippenhaft nehmen. Seine Kinder sind sowie so zu bedauern, aber das nur nebenbei.

    „plaggen“ könnte sich ähnlich wie „simsen“ etablieren. „Plaggen Sie nicht!“ geht einem auch leichter von den Lippen als „Plagiieren Sie nicht“.

    Plaggen passt phonetisch und inhaltlich auch zu „unplugged“, zwar nicht direkt im Sinne von „Musik ohne elektrische Hilfe“ spielen, aber im übertragenem Sinn von „ohne unerlaubte Hilfe“ schreiben.

  • Also….?

    Dr. a. D. KT (siehe zuvor) Googleberg, Minister des Volkes, Neu-Goebbels der CDSU, Plagiator, Feldherr von Abstrusistan

  • Ich will mal nicht so sein: Karl Theodor zu Guttenberg hat viel Zeit, Mühe (und Geld?) aufgewandt um seine Dissertation zu erstellen. Diese Mühe soll die Uni Bayreuth anerkennen und statt des Titels des Doktor iur. einfach den eines Doktor c.c. an ihn verleihen!

  • Wenn man es auf KT Gutt* zuschneidet und somit personalisiert – o.k.!

    Aber es ist ein Qualitäts-Skandal von Universitäts-Verfahren (als Prüfen und Bewerten von Qualifikationsnachweisen).
    Bald werden nicht nur Promotionen, sondern auch Habilitationen als Plagiate und Ghost-products decouvriert; internet-garantiert!):

    Vielleicht wird sich „p l a g g e n“ als Verbum zum einfacheren Synonym für unrechtmäßige, nicht nur universitäre Pseudo-Leistungen erweisen.

    Gemäß diesem Aufruf etwa:

    Stoppt das PLAGGING!

    Vgl. folgenden Kommentar zu einem ZEIT-Artikel von Peter von Becker (ursprünglich im „tagespiegel“); s. Kommentar # 48):

    http://www.zeit.de/politik/2011-02/guttenberg-ghostwriter?commentstart=41#comments

    .. und Forts. des Aufrufs(Kommentar # 50):

    http://www.zeit.de/politik/2011-02/guttenberg-ghostwriter?commentstart=49#comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.