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vonDetlef Guertler 21.05.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Ehrlich, ich wollte so viel über Hawaii schreiben“, schreibt Meike Winnemuth von der fünften Station ihrer Ganzjahresweltreise, nachdem sie gerade eine gefühlte Woche lang nichts von sich lesen liess. „Und dann passierte mir Hawaii. Oahu hat sich noch nicht mal besonders viel Mühe gegeben, es hat ein bisschen mit den Palmen gewedelt, ein paar Lüftchen um mich herum gepustet, hie und da die Sonne angeknipst. Und mich damit ausgeknipst.“ Kein Grund zur Sorge, meint sie: „Es geht mir gut. Viel zu gut.“ Und noch ein wenig weiter in diesem Tonfall, unter dem Foto eines Planter’s Punch.

Und Barbara aus Wien kommentiert: „Liebe Meike, ich gönne es Ihnen von Herzen und … ichbin  komischerweise “mitentspannt”… keine Ahnung wie das geht, aber dafür danke ich Ihnen ganz besonders!“ Und dafür danke ich wiederum Barbara aus Wien. Gerade hier bei uns (wenn ich Wien da mal kurzfristig eingemeinden darf), wo man sich doch sonst wegen anderer Menschen eher fremdschämt, ist so ein bisschen mitentspannen doch auch mal schön.

Und für ein paar Momente wenigstens gelingt es sogar mir, mich von diversen Zeitdrücken freizumachen und mitentspannt zu sein. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es ja sogar einen ganzen Tag lang.

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kommentare

  • „Mitentspannt“ wird definitiv in meine Kategorie „Lieblingswort des Tages“ aufgenommen. Sehr schön. Gespeichert.

  • „Mitgenießen“ – das ist von Goethe an prominenter Stelle. Auch nicht schlecht! Und schließt Mitentspanntsein ja nicht aus.

  • „Mitentspannt zu sein, sollte uns heute doch gelingen …“
    Mir gelingt’s leider nicht, wegen des Pokalfinales. Aber das Wort ist sehr schön, anders als „entspannen“ selber, das Chancen auf den Titel des Unworts des vergangenen Vierteljahrhunderts hat, jedenfalls wenn es nach mir ginge.

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