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vonDetlef Guertler 07.08.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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von Polyphem:

Nebenan beim Reptilienfonds fand ich einen Link zum Wahlkampfflyer einer deutschen Partei. Diese versucht in Berlin durch Erfindung der “Servicekratie” zu skoren.

Lohnt es sich, dieses Neuwort zu veröffentlichen oder wird die FDP schneller abgebaut sein als die Bürokratie?

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https://blogs.taz.de/wortistik/2011/08/07/servicekratie/

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kommentare

  • „…für alle, die Service statt Bürokratie wollen.
    Wir wollen die unnötige Berliner Bürokratie spürbar abbauen. Die Verwaltung soll sich auf ihre Kernaufgaben beschränken. Weniger, aber serviceorientierte Verwaltung sorgt dafür, dass Bürger, Unternehmer und Freiberufl er sich auf das Wesentliche konzentrieren können – ihren persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Berlin benötigt für echte Servicekratie einen schlanken, aber gut ausgestatteten und angemessen bezahlten Personalkörper mit weniger als 93.000 Vollzeitstellen.“

    Die Forderung nach weniger Verwaltungsstellen, dioe aber mehr leisten sollen, und die ‚angemessene‘ Bezahlung passt gut zu dem Trend in den Service-Centern (Callcentern) der großen deutschen Unternejmen aus den 80ern.

    Aber das ist natürlich die eierlegende Wollmilchsau. Kleiner + besser + effektiver + natürlich (Unausgesprochen), billiger, das geht auf Dauer auf Kosten des Personals, den angemessene Bezahlung wird dann auch bald in dynamisierte Bezahlung umgewandelt, mit dem Köder, wenn ihr ordentlich effektiv arbeitet, dann verdient ihr mehr.

    Natürlich wird verschwiegen, was dieses Jahr belohnungswerte 100% sind, sind nächstes Jahr normale 80%. Und wenn ihr das im Jahr darauf nicht wenigstens schafft, dann kriegt ihr schon Abzüge.

    Zur Zukunft der FDP:

    Schau ich mir die Sonntagsfrage heute an (http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm), dann sollte die FDP mit den ‚Sonstigen‘ fusionieren, sonst hängen sie weiter hinter den Erzfeinden von der Linken hinterher 🙂

    Aber was die Wahlen in Berlin angeht ist es eh egal, was die in ihre Flyer schreiben:

    Berlin 18.09.2011 Forsa (31.07.11)
    CDU – 19 %
    SPD – 30 %
    GRÜNE – 24 %
    FDP – 3 %
    LINKE – 13 %
    Sonstige – 11 %

  • Musste eben erst mal nachlesen, was die FDP unter Servicekratie versteht. Okay – ein Gegenentwurf zur Bürokratie. Wie soll man sich das aber vorstellen? Sachbearbeiter in öffentlichen Verwaltungen treffen individuelle Entscheidungen, ohne von Vorschriften eingeengt zu sein? Okay, dann kann man massiv Steuern abbauen, weil die Sachbearbeiter sich dann nicht mehr über ihr Gehalt finanzieren müssen, sondern, äääh, individuelle Entscheidungen anhand individuelle Zuwendung einzelner Betroffener treffen. 😉

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