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vonDetlef Guertler 25.10.2011

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Die das/dass-Unterscheidung bietet m.E. nicht ausreichend Anlass für Häme. Schlage zusätzlich eine was/wass-Unterscheidung vor“, tweetet Sprachlogger Anatol Stefanowitsch. „Das Interrogativpronomen wird weiterhin als „was“ geschrieben, das Relativpronomen als „wass“. Also „Was hat er dir erzählt?“ aber „Es ist unglaublich, wass er mir erzählt hat.““

Eine schöne, klare Regel. Insbesondere Deutsch lernende Ausländer werden sich freuen, so etwas lernen zu können – wo doch sonst das Deutsche so oft das Sprachgefühl über die Regel obsiegen lässt. Und für Deutsch lernende Schüler gibt es natürlich eine praktische Eselsbrücke: Wenn am Satzende ein Fragezeichen steht, wird das „was“ mit einem s geschrieben.

Fiese Lehrer bauen in ihr Diktat dann zwar Sätze ein wie „Was hat er dir erzählt, wass ich dir erzählt habe?“, aber Schule ist nun mal kein Ponyhof.

(P.S. Der erste Absatz besteht aus drei direkt aneinandergehängten Tweets, nur durch den Zitathinweis unterbrochen. Sieh an, man kann also auch 140-Zeichen-Schnipsel wieder zu komplexeren Gebilden zusammenbasteln.)

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https://blogs.taz.de/wortistik/2011/10/25/wass/

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kommentare

  • Und wwie das Interrogativpronomen unterscheiden nach „wer“: maskulinum. und „wer“ feminium.?
    „Werus“ und „Wera“?
    Werus liest das? (Männl. Leser gemeint.)
    Oder:
    Wera liest es mit herzinnigem Gewinn und Gewusel? (Weiblliche Leserin gemeint.).
    Ach – und das Kindliche „wer“, neu geechöpft aus der Sprachenbütte:
    „Werum“.
    Werum liest mal wieder nix, was nach Schullektüre riecht?

    Wir könnten auch die Personalpronomen reformerieren:
    Ich, du, er sie es.
    Wenn eine Frau „ich“ sagt/meint, muss sie es als „icha“ ausdrücken.
    Der Mann, entsprechend: „ichus“.

    Ichus habus vollus genugus – vom Einführen neuer Personal- oder Gender-Endungen bei Wortarten, die diese Funktion schon vor Jahrhunderten verloren haben…
    „Quick und kasch!“ (Fontanesch)

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