vonDetlef Guertler 25.05.2012

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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von Wolfgang Wilhelm:

Viele Fußballer haben ein quasi-erotisches Verhältnis zum groben Unfug. Dazu gehört auch Otto Rehagel, wenn er sagt, er habe Halb-Angst gehabt…
Da muss ich wieder an den Artikel „Fürchtet euch!“ denken:
In Deutschland spricht es sich leichter von der Angst als anderswo. Das liegt nicht an dem Siegeslauf des Psycho-Slangs der Betroffenheit. Den gab es in den USA eher noch stärker. Die Rede von der Angst hat in Deutschland einen sehr spezifischen Grund. Angst unterscheidet sich von Furcht. Man fürchtet etwas. Angst hat man. Die Furcht weiß, wovor sie sich fürchtet. Sie kann nach Gegenmitteln Ausschau halten. Sie kann sich rüsten. Die Angst kann das nicht. Die Angst weiß nicht, woher sie kommt. Sie weiß nicht, wie ihr zu begegnen ist. Die Angst ist das Gefühl des hilflos Ausgeliefertseins. Ein Gefühl, das Menschen wahrscheinlich überall auf der Welt immer wieder haben und hatten.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2012/05/25/halb-angst/

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