vonDetlef Guertler 13.09.2012

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Bestimmt erinnern Sie sich noch an das Merkozy – jenes doppelköpfige Wesen, das nach langen Strandspaziergängen oder Krisengipfeln mit einer Stimme sprach, um sich danach wieder in Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy aufzuteilen. Mit François Hollande ist derzeit keine staatsmännische Achse zu bilden. Weder inhaltlich noch sprachlich: Merkollande ist unschön, Hollkel auch. Von Merde ganz zu schweigen.

Aber statt des deutsch-französischen Zentralmassivs ist derzeit ohnehin eine Nord-Süd-Achse angezeigt. Den treuherzigen Vorschlag aus Madrid, sich zu Merkajoy zu verbinden, hatte Angela Merkel noch als zu leichtgewichtig abgewiesen. Aber Italiens Regierungschef Mario Monti ist da schon ein anderes Kaliber. Er hat Merkel davon überzeugt, den Sparkurs etwas abzumildern und auch ihre Zustimmung zum Kauf von Staatsanleihen durch die EZB gesichert – dabei aber immer versucht, eine für ganz Europa passende Lösung zu finden. Wenn es derzeit überhaupt eine funktionierende Achse gibt, die das Erbe Merkozys antreten kann, dann ist es Monkel.

(behauptet der Wortist im heutigen Freitag. Und noch ein paar Sachen mehr)

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