vonDetlef Guertler 06.10.2012

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Wir müssen daher dringend eine Shitstop-Kultur etablieren, in der wir uns angewöhnen, sofort dazwischen zu gehen, wenn jemand auf unangemessene Weise angegriffen wird.“

Schrieb neulich Piraten-Geschäftsführer Johannes Ponader, wobei sich das „daher“ auf eine bis dahin bereits 15000 Zeichen lange Argumentationskette bezieht, die wiederum aus den Erfahrungen aus etwa einem halbem Jahr als öffentliche Existenz gespeist wurde.

Nicht nur das Urban Dictionary möchte allerdings „Shitstop“ anders verstanden wissen als Ponader, sondern auch der Wortist. Wenn die Piraten eine Shitstop-Kultur brauchen, dann eine, in der sie sich angewöhnen, sofort einzugreifen, wenn jemand auf angemessene Weise angegriffen wird. Um den Shit zu stoppen, wenn mal wieder ein Pirat einen solchen verbreitet.

Dass diese Sorte Shitstop-Kultur mit Johannes Ponader nicht zu machen ist, ist natürlich einleuchtend.

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kommentare

  • Das meinte ich, Zyklop. Wenn mich jemand (oder gleich ganz viele Jemands) wegen einer Äusserung anpöbelt, erlaube ich mir zumindest den Gedanken, ob das, was ich da gesagt habe, nicht vielleicht doch ein bisschen unklar, missverständlich, hart, einseitig oder gar falsch gewesen sein könnte. Mir scheint, Ponader (und nicht nur ihm in der Piraten-Spitze) ist dieser Gedanke fremd.

  • Meinten Sie „bullshit-output-stopp“?

    Was Ponader will geht in Richtung Zensur. Der Hang, unliebsame Meinungen zu „verbieten“ oder nieder zu brüllen, scheint mir bei den Piraten (und ihren Anhängern) stark ausgeprägt. Was man halt so macht mit der Macht, hier auch schon auf der Vorstufe zur Macht. Da lob ich mir doch die Streitkultur von Peer Steinbrück.

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