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vonDetlef Guertler 27.04.2013

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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Hach, ist das schön, wenn der Fußball in die Hände der Feuilletonisten fällt. Wie bei „Ulis Schmerzmittel“ von Michael Horeni in der FAZ. Da heißt es dann nämlich:

Nichts ist mehr wie vorher.
Der FC Bayern ist die leibhaftig gewordene Idee von Hoeneß.
Die Bayern schlugen zurück. Auf eine neue, aber auch auf die alte Hoeneß-Art.
Man kann sich für den Bayern-Macher Hoeneß auch keine größere Strafe vorstellen, wie sie die Fußball-Götter ersonnen haben.
Die Deutschen müssen nicht die besseren Spanier werden, um zu gewinnen, sondern ihre fußballkulturellen Stärken klug erneuern.
Diese Tage waren nicht nur ein Lehrstück durch den deutschen Fußball, sie waren auch ein Lernstück für den deutschen Fußball.

Ah ja: ein Lernstück. Auf neue, aber auch alte Art, von den Fußball-Göttern ersonnen, um deutsche fußballkulturelle Stärken klug zu erneuern. Schön.

Aber was soll das jetzt den deutschen Fußball ganz konkret lernen? Dass man sich zwar Geld von seinem zukünftigen Sponsor geben lassen soll, um mit dessen Aktien zu spekulieren, dass man zwar seine Gewinne dem Finanzamt verheimlichen soll – aber dass man sich weder beim Insider-Trading noch bei Untreue noch bei Steuerhinterziehung erwischen lassen soll? Gute Idee. Dann wäre wirklich „nichts mehr wie vorher“.

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https://blogs.taz.de/wortistik/2013/04/27/lernstuck/

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kommentare

  • Spielanlage, Geldanlage,
    Immer gilt die selbe Frage:
    „Sind wir richtig aufgestellt,
    Auf Rasen und an Zockertischen,
    Wenn wir die Götter unsrer Welt,
    „Markt“ und „Fußball“ listig mischen?“

    („Er wollte das Geheimnis finden,
    Großmut und Arglist zu verbinden
    [.,,..]
    Möcht selbst solch einen Herren kennen,
    Würd ihn Herrn „Uli Hoeneß“ nennen.“(

    (Viel Schönes von Herrn Goethe,
    Wenig Schönes von Herrn Hoeneß)

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