vonDetlef Guertler 31.07.2015

Wortistik

Neue Zeiten brauchen neue Wörter. Doch wer trennt die Spreu vom Weizen? Detlef Gürtler betätigt sich als Wortwart der Nation.

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„Du hast Twitter gewonnen, wenn deine IBAN trendet“, stellt User @drschaf trocken fest. Und Mathias Schindler (@presroi) wundert sich:

„Und plötzlich ist man Teil einer (nicht im Netz geführten) Diskussion, seit wann „trenden“ ein deutsches Verb ist.“

In der Tat dürfte dieses Neuwort vielen heute das erste Mal aufgefallen sein, als sie sich daran beteiligten, den so ziemlich sperrigsten Hashtag des Jahres „trenden“ zu lassen, also unter die aktuell meistgenutzten Hashtags im deutschen Twitter-Reich zu bringen: die IBAN-Kontonummer  – was mitten in der Nacht auf den 31. Juli auch geschafft wurde.

Dieses „trenden“ ist nicht nur ein neues Verb, sondern auch eine der originellsten Protest-Aktionen gegen die Mitteilung der Bundesanwaltschaft, gegen die Verantwortlichen des Blogs Netzpolitik wegen Landesverrat zu ermitteln.

Das ist natürlich die so ziemlich dümmste Aktion, die je ein Generalbundesanwalt losgetreten hat, aber auch und gerade die dümmsten Aktionen müssen bekämpft werden – es geht ja nicht so sehr darum, dass man Twitter gewinnt, sondern darum, dass der Generalbundesanwalt und/oder der Innenminister und/oder der Justizminister zurücktritt. Mit einer Spende für die betroffene Redaktion ist man auf gutem Weg dorthin.

Der Vollständigkeit halber deshalb das Spendenkonto hier noch einmal in voller Schönheit:

Inhaber: netzpolitik.org e. V.
Konto: 1149278400
BLZ: 43060967 (GLS Bank)
IBAN: DE62430609671149278400
BIC: GENODEM1GLS
Zweck: Spende netzpolitik.org

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