18.05.2012
Aus aller Welt

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Die Zahl haut mich jedes Mal wieder um. Das Durchschnittsalter der Zuschauer der österreichischen Hauptnachrichten ZIB 1 beträgt über 60 Jahre. Das ist allerdings kein österreichisches Problem.
ZDF „heute“ arbeitet an dem gleichen Problem und die ARD „tagesschau“ haben ebenfalls einen hohen Altersschnitt. Auch in der Schweiz wird das Problem der “Tageschau als Seniorenclub” diskutiert.
Ich empfinde das als eine große Katastrophe, dass jüngere Menschen offensichtlich kaum Nachrichten im Fernsehen anschauen. Die einfachste Antwort darauf, die ich immer wieder zu hören bekomme ist, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren. Meine Erfahrung ist, dass das so nicht stimmt.

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Wenn ich mir bespielsweise die Statistik meines Facebook-Accounts mit etwas mehr als 13.700 Fans ansehe: Dort geht es nicht nur um Politik, sondern auch noch um Auslandsberichterstattung, die nach Meinung viele Chefredakteure ein Muss, aber doch eher nebensächlich ist.
Ich… weiter lesen
17.05.2012
Aus aller Welt
Die humanitäre Koordinationsstelle der Vereinten Nationen (OCHA) hat in einer Reihe von Berichten die neuesten Daten zur humanitären Situation der kongolesischen Bevölkerung zusammengetragen – vor allem in den wieder von Krieg betroffenen Kivu-Provinzen, aber auch anderswo. Möglich wurde dieser Überblick dadurch, dass der OCHA-Chef für den Kongo die Kivu-Provinzen besuchte und daher die lokalen Stellen sich besondere Mühe gaben, die bestehenden Informationen zusammenzutragen und zu vervollständigen. Daraus ergeben sich einige erschütternde Erkenntnisse.
— Die Welle neuer Fluchtbewegungen und Vertreibungen in Nord-Kivu geht über die von Medien gemeldeten Flüchtlingsströme an den Stadtrand von Goma sowie über die Grenzen nach Ruanda und Uganda hinaus. Im Urwalddistrikt Walikale, der größtenteils unter Kontrolle entweder der ruandischen FDLR-Miliz oder lokaler kongolesischer Milizen steht, sind zahlreiche Dörfer nahezu leer: 70 Prozent der Bevölkerung von Binyampuri, Bitumbi, Brazza, Kasuka, Kibua, Kitika, Mera, Ndorumo, Nsindo, Rubonga, Ruvungi und Tchobu seien in den Busch geflohen. Weitere befänden sich… weiter lesen
11.05.2012
Aus aller Welt
Der Grieche Ktesias aus Knidos, der 401 v.u.Z. am Hof Artaxerxes II in Persien lebte, berichtet von einem indischem Wildesel, der dem Pferd gleicht und auf der Stirn ein spitzes Horn von einer Elle Länge trägt:
»Wer aus den Bechern trinkt, die man aus diesem Horn fertigt, wird, wie man sagt, weder von Magenkrämpfen befallen noch von Epilepsie, und auch Gift kann ihm danach nicht schaden«.
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»Klingt nach einem Wundermittel«, sagte ich zu meiner Lehrerin, »hilft gegen die schlimmsten Leiden der Welt. Ist eigentlich Erleuchtung auch ein Heilmittel?«.
LEHRERIN: Nein, Erleuchtung ist keines. Sie haben ganz richtig geraten: Ktesias war Arzt, er fasste das ganze Halbwissen seiner Zeit über Indien zusammen. Seiner Ansicht nach war das fabelhafte Tier außerordentlich schnell und wehrhaft. Er sagte, weder ein Pferd noch ein anderes Tier könne es in der Verfolgung einholen. Auch sei es unmöglich, das Wesen lebendig zu… weiter lesen
01.05.2012
Aus aller Welt
Coffeeshop Easy Going in Maastricht öffnete heute früh um 11.00 Uhr trotz des neuen Wietpas-System auch für Ausländer. Also Deutsche, Belgier. Coffeeshop-Betreiber Marc Josemans sagt, er wolle nicht diskriminieren. Nach dem Wietpas-System darf jeder Coffeeshop nur noch registrierte Einwohner seiner Gemeinde mit weichen Drogen versorgen, höchstens 2000 dürfen Mitglied des betreffenen Shops sein. Das können in der Praxis auch Deutsche sein, aber sobald sie in Deutschland wohnen eben nicht. Josemans will “nicht diskriminieren”. Er hofft, dass es eine juristische Prozedur gibt. Die Gemeinde Maastricht könnte ihm aber auch den Laden einen Monat – oder länger – schließen.
In Tilburg ist es Coffeeshop Toermalijn, der in Problemen ist. Hier waren Belgier zu Gast. Promt gab es eine Anzeige.
Zwischenzeitlich hatten alle Coffeeshops in Maastricht aus Protest geschlossen. Maastrichts Bürgermeister Onno Hoes sagte, er habe nicht gedacht, dass die Coffeeshop-Betreiber “so frech”… weiter lesen
08.06.2010
Aus aller Welt
Das hätten sich Llajtaymanta nicht träumen lassen: Anfang Mai brach eine Welle von wutschnaubenden chauvinistischen Kommentaren über eine der bekanntesten Folklore-Gruppe Boliviens herein. Eine auf Facebook gegründete Protestgruppe hat bereits über 13000 Mitglieder. Selbst die bolivianische Kulturministerin bestellte die Musiker ins Ministerium ein.

Was war passiert? Die Gruppe hatte zum Karneval einen Tanz für das Centro Cultural Andino komponiert und aufgenommen – was professionelle Musiker halt machen, um Geld zu verdienen. Der Titel heisst „Mi corazón está contigo“ und ist im Rhythmus des Caporales komponiert, einem traditionellen bolivianischen Tanz, der aus der afrobolivianischen Tradition entlehnt ist, und jedes Jahr von zahllosen Gruppen zum Karneval aufgeführt wird. Der Tanz symbolisiert die Unterdrückung der ArbeiterInnen während der Kolonialzeit: der Vortänzer („Caporal“) „motiviert“ die übrigen TänzerInnen, seine „Untergebenen“, mit Peitsche und Schellen zum immer schnelleren Tanz.
Der Text der Llajtaymanta-Auftragsarbeit scheint unauffällig: