Pharmalobby kämpft für Verbot von Heilpflanzen

Leider ist es wahr: die Pharmalobby hat wieder zugeschlagen. Ab April 2011 soll das Gesetz für Nahrungsergänzungsmittel und Heilkräuter »Traditional Herbal Medical Product Directive (THMPD)« EU-weit durchgesetzt werden. Das bedeutet: Die auf Teemischungen basierende Kräuterheilkunde wäre dann wahrscheinlich um die Hälfte der dort eingesetzten Kräuter beraubt, da es wenig »wissenschaftliche Forschung« über gebräuchliche, einheimische Kräuter gibt und diese dann ohne aufwändige Forschung keine Zulassung als Arzneimittel bekämen. Ein Zulassungsverfahren kostet nicht selten weit über 100.000 Euro. Das bedeutet, die Kosten für Registrierungs- und Zulassungskosten belasten klein- und mittelständischen Unternehmen unverhältnismäßig stark im Vergleich zu den großen Konzernen. Viele dieser klein- und mittelständischen Unternehmen werden sich diese Zulassungskosten kaum oder gar nicht leisten können, das heißt, sie werden vom Markt verschwinden.

Fast alle chinesischen und ayurvedischen Heilpflanzen und ein guter Teil der europäischen Heilpflanzen sollen mit dieser EU-Novelle verboten und aus dem Handel genommen werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Pharmaindustrie hätte die Naturheilkunde respektieve die Drogerie aus der Natur »Schachmatt« gesetzt und könnte diesen wachsenden Markt für sich übernehmen. Der »War on Drugs«, der krieg gegen (Natur-)Drogen soll im Interesse der Konzerne um eine Stufe weiter eskalieren.

Es ist unglaublich, wie unsere Grundrechte auf die Freiheit der Erhaltung der Gesundheit und die freie Behandlungswahl zur Gesundung und Heilung beschnitten werden sollen und uns der Zugang zu den Schätzen der Natur unseres Planeten untersagt werden soll – zum Wohle der Profite der Giftmischer. Die Medizin aus der Natur ist der Pharmaindustrie schon immer ein Dorn im Auge. Heilpflanzen sind natürlich und machen gesund. Korrekt angewandt, haben sie keine oder nur geringe, unbedenkliche Nebenwirkungen. Jeder Mensch kann sie frei verwenden. Sie lassen sich nicht patentieren. Die Pharmaindustrie kann mit Heilpflanzen kein Geld machen und genau deshalb sollen sie nicht mehr verwendet werden. Sie müssen deshalb im Interesse der Aktionäre unbedingt verboten und ihr medizinischer Gebrauch strafbar gemacht werden. So sehen es zumindest die von Lobbyisten umworbenen Eurokraten in Brüssel.

Dass die Eurokraten und Parlamentarier sich nicht nur von der Vernunft sondern von anderen Interesse bei ihren Entscheidungen leiten lassen, haben sie schon öfters bewiesen. So gilt beispielsweise die Spanne von 150 Meter (bei Biobauauern von 300 Meter) als Sicherheitsabstand zwischen einem Feld mit genmanipulierten Pflanzen und einem Feld mit konventionellen Pflanzen zur Verhinderung der Kontaminierung der konventionellen Pflanzung. Nun weiß jeder, der in der Schule aufgepasst hat, dass Bienen mehrere Kilometer weit fliegen, um Nektar und Pollen zu sammeln und dabei die Blüten bestäuben. Der Sicherheitsabstand hat somit nichts mit Sicherheit zu tun. Er ist ausschließlich eine populistische Formulierung zur Manipulation einer an Bildung armen Öffentlichkeit.

Petition: Arzneimittelwesen – Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …dass das Verkaufsverbot von Heilpflanzen in der EU ab dem 1 April 2011 in Deutschland nicht greift. Laut Europäischer Richtlinie zur Verwendung traditioneller und pflanzlicher medizinischer Produkte (THMPD) wird der Verkauf und die Anwendung von Naturprodukten stark eingeschränkt.

Begründung

Es handelt sich um eine Richtlinie der EU zur Vereinheitlichung des Zulassungsverfahrens für traditionelle Kräuterzubereitungen, die medizinisch eingesetzt werden. Damit werden Naturprodukte zu medizinischen Produkten umdeklariert, die zugelassen werden müssen. In allen EU Länder wird es dann verboten sein Heilkräuter oder Pflanzen zu verkaufen, die keine Lizenz haben.

Naturstoffe , denen man eine Heilwirkung zuschreibt werden nicht mehr als Lebensmittel eingestuft, sondern als Arznei. Nur was man patentieren und mit einer Schutzmarke im Handel monopolisieren kann ist erwünscht. Was einfach in der Natur wächst ist illegal. Unsere Gesundheit wird dadurch nicht geschützt, sondern es werden die Umsätze und Profite der Großkonzerne gesichert. Wir sollten selber entscheiden was gut für uns ist und welche Mittel wir nehmen, ob chemische Bomben oder sanfte Naturheilmittel. Dadurch erfahren auch Krankenkassen eine Erleichterung, weil immer mehr Leute dazu übergehen, Naturprodukte ohne Rezeptschein zu kaufen.

Zum Unterzeichnen der Petion beim Deutschen Bundestag bis zum 11. November 2010 bitte hier klicken.

Quellen:

Gesundheitliche Aufklärung: EU-Richtlinie THMPD – Das Aus für Heilpflanzen und Naturheilmittel?

Richtlinie 2004/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 zur Änderung der Richtlinie 2001/83/EG zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel hinsichtlich traditioneller pflanzlicher Arzneimittel; Amtsblatt Nr. L 136 vom 30/04/2004 S. 0085 – 0090

Licensing Herbal Medicinal Products under the EU Traditional Herbal Medicinal Products Directive (THMPD)

_______________________________________

Nachtrag vom 13. November 2010

Aufgrund der heftigen Debatte, die die Petition »Arzneimittelwesen – Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen« ausgelöst hat und insbesondere auch aufgrund der Kritik an diesem Beitrag habe ich eine Analyse derselben unter dem Titel »Petition zum Arzneimittelwesen wirklich eine dubiose Aktion?« am heutigen Tag in diesem Blog veröffentlicht.

Kommentare (47)

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

  1. Pingback: E-Petition: Stoppt das EU-Verkaufsverbot von Heilpflanzen!

  2. Pingback: Petition zum Arzneimittelwesen – wirklich eine dubiose Aktion? | Drogerie

  3. @Apothekerin „den Körper auch in eine physische Abhängigkeit bringen kann“

    Diese Aussage ist FALSCH. Indirekte Sympathomimetika (wie zB.: Ephedrin, Norephedrin, Amphetamin, Methamphetamin, etc.) führen zu KEINER PHYSISCHEN Abhängigkeit und um eine chronische Gewöhnung davon zu entwickeln, braucht es 2-5 Jahre (SAMHSA, 1999) – Symptomatik ähnlich wie bei chronischen Coffeinismus.
    Das Potenzial von indirekten Sympathomimetika, um zu einer PSYCHISCHEN Abhängigkeit zu führen, wird als mittelstark eingestuft (Mutschler et al, 2001).

    Zu einer PHYSISCHEN Abhängigkeit führen folgende Pharmazeutika:
    Alkohol (Ethanol), Barbiturate, Benzodiazepine, Opiate;
    (Bei Alkohol-, Barbiturate- und Benzodiazepine kann ein Entzug sogar tödlich verlaufen.)

  4. Pingback: !!! Rezeptpflichtige Medikamente tödlicher als illegale Drogen !!! | Oberhessische Nachrichten

  5. Hallo! Das ist ein, wie ich finde, toller BLOG… So ein wunderschöner Artikel. Vielen Dank! Diese Artikel könnte mir ja wirklich sehr helfen…
    Bis dann…

  6. Ich finde diese Verbotsbemühungen auch unmöglich. Sicher kommt das auch bald für Nahrungsergänzungen. Nahrungsergänzungen sind ja allgemein sehr umstritten und ich halte von den meisten eigentlich auch nichts. Dennoch sagen sogar manche Ärzte, dass es Nahrungsergänzungen gibt, die durchaus Sinn machen. Leider kann ich jetzt auch nicht sagen welche das sind. Welche die B12 beinhalten sollen wohl sinnvoll sein. Nahrungsergänzungen werden ja auch mit den tollsten Versprechungen angeboten. Hier mal eine Frage mit interessanten Antworten dazu.
    http://www.gutefrage.net/frage/hat-jemand-schon-mal-erfahrung-mit-fitline-produkten-gemacht

  7. ich habe auch von der EU-Richtlinie erfahren und die Petition unterschrieben. Denn hier bei geht es ja nicht nur um die einfachen Heilmittelchen wie Tees etc..
    Nehmt nur mal die vielen Heilmittel, die die Natur bei Krebs bereit hält – Mistel z.B..
    Wer sich mit dem Thema schon einmal befasst hat, weiß bescheid. Gerade dieser Weg vieler Menschen – weg von den totbringenden chemischen Therapien hin zur sanfteren Naturheilkunde, die teilweise bessere Erfolgsquoten aufzeigt wie die Schulmedizin, bringt die Pharmaindustrie auf die Idee, diese Mittelchen „zu verbieten“.
    Oder sie am Ende selbst vermarkten zu können. Nur eben so teuer, dass sich die keiner mehr leisten kann.

    Ich frage mich, was das noch mit Demokratie zu tun haben soll und wo die Menschenrechte zur Selbstbestimmung bleiben.
    Versucht mal als Krebskranker der Schulmedizin zu verklickern, dass ihr keine Chemo etc. machen wollt. Das geht einfach nicht, wäre juristisch nicht machbar. Nur Chemo würde heilen können…. Ist mir selbst passiert. Geht man dann seinen Weg, steht man fast allein da.

    Und deshalb mach ich mir auch Sorgen, weil ich mich alternativ behandeln lasse, dass es diese Art von Therapien bald nicht mehr geben wird – aufgrund dieser Richtlinie. Darum geht es doch. Nicht um euren Kräutertee und den Muskat….
    Eine Chemo kostet z.B. 100.000 € und mehr pro Person. Was kostet dagegen die z.B. Misteltherapie?????

    gruß mona

  8. Mir stellen sich die Haare zu Berge, wenn ich lese, dass Pflanzen wie Ephedra nach Wunsch des Blogerstellers weiter frei erhältlich sein sollten. Nicht umsonst ist sie Namensgeberin des Ephedrin, einem ganz typischen Amphetamin, das den Körper auch in eine physische Abhängigkeit bringen kann. Das diese (und andere) Pflanze(n) nur noch in Apotheken erhältlich ist (sind), hat einen ganz einfachen, logischen Grund: Nur Apothekenware ist auf Gehalt geprüft. Gerade bei gefährlichen Inhaltsstoffen wie Ephedrin ist dies unerlässlich um eine Überdosierung zu vermeiden. Aber auch hier hat dann mal wieder der „böse Pharmalobby-Scheuklappenblick“ eingesetzt-aber wie wir jetzt wissen, ist er da ja nicht alleine, sondern hat mindestens 121.800 Deutsche „hinter sich“.

  9. @Helmut:
    Wie kommst Du darauf, dass Ephedra ein Efeu wäre? Den Stuss würde ich gern mal nachlesen. Ephedra (Meerträubel) gehört zur Gattung der Coniferopsida und ist ein vom Aussehen her Ginsterartiger Strauch. Keinesfalls ist Ephedar eine Kletterpflanze wie es der Efeu nunmal ist.
    Und außerdem, wie kommst Du darauf, dass Ephedrin verboten wäre, nur weil es ein amphetamines Aufputschmittel ist? Ich möchte ganz ehrlich nicht auf mein „Aspirin Complex“ oder mein „Wick Daymed“ aus der Apotheke verzichten, die beide eine Kombination aus Schmerzmittel und Norephedrin sind (bei Daymed ist es Paracetamol). Und wenn es dann mal ein bisschen dicker kommt, so mag ich mein „Rinopront compositum“ der Firma, die uns auch diese netten blauen Hartmacher verkauft. Da ist Norephedrin in wenigstens mal sinnvoller Menge nebst einem Antihystaminikum (gegen das Naselaufen bei den zu behandelnden Grippesymptomen) enthalten.
    Rat doch mal, warum diese ganzen Sachen die „schlimmsten Erkältungsbeschwerden auf ein mal“ lindern und Dich wieder „fit für den Tag“ machen. In der Werbung wird übrigens nicht gesagt, dass es gesund macht, nur dass es die Beschwerden lindert.

    Im Kontrast zu diesem, doch eher sorgenarmen Umgang mit Ephedrin in seiner reinen Form unter Beimischung bisweilen eher bedenklilcher Zusatzmedikamente, ist die Einstufung des Herba Ephedra (getrocknetes Kaut) als „gefährliches Arzneimittel“, welches von Apotheken möglichst nicht abgegeben werden soll, jedoch nur dort legal erhältlich ist, eine für mein Verständnis etwas merkwürdige Vorgehensweise.

  10. nachtrag an STK:

    TCM wird nicht seit jahrhunderten in china praktiziert. TCM ist eine erfindung der Maoisten und demzufolge noch nichtmal 100 jahre alt.

    zu ayurveda:
    kein mensch in indien, der es sich leisten kann, lässt sich ayurvedisch behandeln. ayurveda wird großflächig nur im dekadenten westen angewandt, weil wir durch die erfolge der schulmedizin keine wirklichen gesundheitsprobleme mehr haben und es uns leisten können, auf placebos zurückzugreifen. in gegenden, in denen es wirkliche gesundheitsprobleme (wie seuchen, etc.) gibt, haben naturheilpraktische verfahren keine chance und sie finden auch keine anwendung. wenn dem so wäre, dann müsste man ja nach haiti nicht „ärzte ohne grenzen“ sondern „heilpraktiker ohne grenzen“ schicken. passiert das? nein, natürlich nicht.

  11. das problem ist folgendes:
    die heilpraktiker- und esoteriklobby strickt mal wieder an verschwörungstheorien und kann diese auch prominent plazieren, da kein unterzeichner und noch nicht einmal ein einziger journalist dieses gesetz gelesen hat. keine einzige „heilpflanze“ wird unters arzneimittelgesetz fallen, man wird nach wie vor salbei, muskat und was weiß ich was im freien handel erwerben können. echt katastrophal, dass die taz nicht in der lage ist, ihrer journalistischen sorgfaltspflicht nachzukommen sondern einfach nur verschwörungstheorien weiterverbreitet.
    kümmert euch doch bitte um die realen und nicht imaginären sauereien der pharmalobby.

  12. Ihr müsst ja gar nicht mal den Artikel bei Bildblog zur Kenntnis nehmen, aber eure eigene Seite lest ihr doch, oder? Einen von beiden Artikeln würde ich persönlich ja einfach mal löschen.
    http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/dubiose-aktion-fuer-heilkraeuter/

  13. Ich bin begeisterter Leser Ihres Online-Auftritts und mir sind die Skrupellosigkeit und der Zynismus, den die Pharmaindustrie an den Tag legen, bestens bekannt. Nur geht es hierbei doch vielmehr um eine – letzten Endes abwertende – Klassifizierung der Heilpflanzen und nicht um ein Verbot. So verstehe ich als Laie jedenfalls den Antrag auf Änderung der Richtlinie 2001/83/EG.

  14. Wer oder was die ANH ist, geht ja schon aus dem englischen Wikipedia-Artikel hervor:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Alliance_for_Natural_Health
    Oder man liest einfach auf der ANH Homepage ein bisschen durch.

    Wenn man den Sprüchen der Feinde der Medizinwissenschaft unkritisch Gehör schenkt und einfach alles als bare Münze nimmt, ist es kein Wunder dass so ein Schwachfug wie die aufgeführte Petition herauskommt.

    Der kritischste Punkt sind ja hauptsächlich die Kosten für die KMUs, diese könnten aber z.B. durch die ANH und andere besorgte Organisationen mitfinanziert werden, wenn es denen wirklich darum ginge zu zeigen, dass ihre bevorzugten Behandlungsmodelle TCM und Ayurveda genauso wirken wie sie es versprechen.
    Aber Objektivität ist anscheinend nicht gewünscht, sondern es wird viel mehr auf die lange Tradition dieser Modelle gepocht. So nach dem Motto. TCM und Ayurveda wurden seit hunderten Jahren sehr erfolgreich angewendet, wie sonst könnten sonst in China und Indien jeweils mehr als 1 Mrd. Menschen leben, die müssten doch alle schon gestorben sein, wenn es nicht so gut funktionieren würde.

  15. Könnte die TAZ bitte gnädigst folgenden Link zur Kenntnis nehmen:
    http://www.bildblog.de/25155/kraut-und-rueben/

    Sorry TAZ, ich finde euch sehr gut aber wenn ihr schon mehrfach darauf hingewiesen wurdet, dass dieser Blogeintrag eine Ente ist, dann seid bitte auch so fair und korrigiert ihn

  16. /Konnte ich bisher … ausprobieren, bleibt mir dies zukünftig verwehrt./
    Mensch sohnospa, Du darfst Dir einpfeifen, was Dir beliebt, solange da nicht andere Gesetze wie das BTMG greifen. Nur wenn Du Dein höchstpersönliches Hausmittelchen als Arznei auf den Markt werfen willst, mußt Du eine entsprechende Wirkung nachweisen.

  17. Leider ein peinlicher, von Unwissenheit geprägter Blogeintrag, dem viele peinliche, von Unwissenheit geprägte Kommentare gefolgt sind. Leute … schaut Euch bitte an, was in der Verordnung steht, gegen die ihr eine Petition unterschreibt … bevor ihr eine Pedition unterschreibt. Lasst Euch nicht in die Irre führen. Auch nicht von der TAZ! Auch die haben die Wahrheit nicht gepachtet.

    @Hans Cousto: Unverständlich, dass dieser Text immernoch online steht, obwohl mittlerweile schon beim BILDblog auf den Unsinn hingewiesen wird, den Sie hier schreiben.

  18. „Außerdem gibt es ein ganz einfaches Workaround:

    (12) Nach dieser Richtlinie können pflanzliche Erzeugnisse, die keine Arzneimittel sind und die die Kriterien des Lebensmittelrechts erfuellen, in der Gemeinschaft unter das Lebensmittelrecht fallen. “

    Wer sich dann die Definition von „Arzneimittel“ genauer anschaut, muss angesichts „KEINE Arzneimittel UND …“ erschrecken:

    „Im Sinne dieser Richtlinie bedeutet:
    1. (gestrichen)
    2. Arzneimittel:
    a) Alle Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder zur Verhütung menschlicher Krankheiten bestimmt sind, oder
    b) alle Stoffe oder Stoffzusammensetzungen, die im oder am menschlichen Körper verwendet oder einem Menschen verabreicht werden können, um entweder die menschlichen physiologischen Funktionen durch eine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung wiederherzustellen, zu korrigieren oder zu beeinflussen oder eine medizinische Diagnose zu erstellen.“

    Gemeint ist also alles, ob innerlich oder äusserlich angewandt, was uns hilft bzw. helfen könnte – nach voller Umsetzung der Richtlinie auch aus dem pflanzlichen bzw. traditionellen Bereich! Konnte ich bisher ein pflanzliches / traditionelles Mittel eigenverwantwortlich nach dem Motto „wird mir auch nicht schaden“ wenigstens ausprobieren, bleibt mir dies zukünftig verwehrt.

    Natur- oder Kloster-Medizin, Hildegard-von-Bingen oder Ayurveda, CTM oder Traditionelle Medizin aus allen Kontinenten in den (teuren) Händen eines nicht kontrollierbaren Ausschusses. Gute Nacht!

  19. „weil am 1.4.2006 das Arzneimittelgesetz dahingehend geändert wurde..“

    Die Änderung des Arzneimittelgesetzes erfolgte u.a. vor dem Hintergrund der EU-Gesetzgebung! Die Verbände beeilen sich auch, uns darauf hinzuweisen, dass die Direktive bei uns längst umgesetzt ist.

    Das macht das Ganze – und die Heimlichkeit mit der es geschah – nicht besser!

  20. „…nur das unbelegte Vertreiben von Fertigmitteln als Arznei wird unterbunden.“

    Allerdings ist es kein Beleg im Sinne der Richtlinie, wenn Generationen von Heilkundigen (im In- und erst recht im Ausland) ein Kraut als Arznei genutzt haben. Empirische Forschung von Jahrtausenden wird
    – Heilkräuter, die z.B. aus klimatischen Gründen bei uns nicht wachsen, und -zusammensetzungen davon dürfen nicht mehr als das was sie sind eingeführt werden, ohne eine Zulassung „teuer gekauft“ zu haben. Und dies auch wenn ihre Wirksamkeit nachgewiesen ist!
    – alle pflanzlichen Stoffe und Zusammensetzung, die nicht „nur bei kleineren Beschwerden“ eingesetzt werden, werden nicht nur registrierungspflichtig, sondern fallen auch aus der „Vereinfachung“ der Zulassung heraus. Folge (u.a.): Stellt zukünftig ein schlauer Konzern fest, dass ein Volk die XY-Krankheit gar nicht kennt, weil dort täglich das SoUndSo-Kraut angewandt wird, bleibt die Verbreitung diesem weitgehend vorbehalten. Sogar es selbst für sich und seine Angehörigen mitzubringen wird an den Grenzen zu „Medikamenten-Schmuggel“ und damit kriminalisiert!
    – Wenn die Heilwirkung einer pflanzlichen Zusammensetzung „erst“ seit 29 Jahren nachgewiesen und „erst“ seit 15 Jahren in Europa gebräuchlich ist, bedeutet dies von vornherein das „Aus“.
    – Wenn eine traditionelle Arznei andere Stoffe (Metalle, Minerale etc.) enthält, wie z.B. Ayurvedische, bedeutet dies das „Aus“.
    Die Liste könnte noch lang sein.

    Herzliche Grüße an alle, die an persönlicher Freiheit und Selbstbestimmung interessiert sind. An alle Anderen meine besten Wünsche!

  21. Leider typisch für wissenschaftsfeindlichkeit hier : keine naurwissenschaftliche Sachkunde aber jede Menge Vorurteile : ,Hauptsache die Erwartungshaltung wird bedient.
    Nein der Holunder wurd nicht verboten, Ephedra ist Efeu und gftig,
    Ephedrin ist dagegen ein Aufputschmittel und zu Recht kontrolliert

  22. Hmm, der Artikel und ein Großteil der Kommentare zeigt sehr schön, wie sich die Menschen aufgrund ihres eingebildeten, aber tatsächlich nicht vorhandenen Wissen manipulieren lassen.

    Leute: es geht nicht darum, dass der freie Verkauf vonHolunder verboten wird. Es geht darum, dass die Leute, die behaupten, das Holunder als Arzneimittel für eine bestimmte Wirkung verwendet werden kann, dies nachweisen müssen.

    Das trifft natürlich all die Schamane und sonstigen geldgierigen Naturheilmittel-Lügner, die Tees für 49,99 EUR verkaufen, welche bei LIDL für 2,99 erhältlich sind.

  23. Wie wärs mal mit Recherchieren bevor man Panik verbreitet? Aussagen wie diese „Fast alle chinesischen und ayurvedischen Heilpflanzen und ein guter Teil der europäischen Heilpflanzen sollen mit dieser EU-Novelle verboten und aus dem Handel genommen werden.“ sind einfach Unsinn.

    Abgesehen davon dass dieses Gesetz schon längst umgesetzt ist (und vorher in D sogar strengere Gesetze galten) und sich nichts ändern wird geht es hier nicht um eine Verbot irgendwelcher Stoffe. Seine Kräuter, seine Tees, sein Obst und sein Gemüse kann man weiter kaufen wie bisher. Nur wenn man meint, ein Medikament auf pflanzlicher Basis auf den Markt bringen zu müssen, muss man nachweisen, dass es 1) wirkt und 2) nicht gefährlich ist. Da wird ja wohl niemand was dagegen haben können.

    Aber auf die EU und die böse Pharmaindustrie einzuprügeln ist halt einfach und bringt Applaus…

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/11/kamillenteeverbot-und-tomatenboykott-das-bose-heilpflanzenverbot-der-eu.php

    ___________________________________________

    Anmerkung von Hans Cousto

    Vergl. hierzu:

    Alliance for Natural Health Intl
    The Atrium, Curtis Road, Dorking
    Surrey RH4 1XA, United Kingdom
    T +44 (01306 )646 600
    info@anheurope.org

    ANH BRIEFING: Richtlinie zur Verwendung traditioneller und pflanzlicher Medizinischer Produkte (Richtlinie 2004/24/EG); Traditional Herbal Medicinal Products Directive (Directive 2004/24/EC)
    http://www.anh-europe.org/files/100713_ANH-Briefing_Paper_THMPD_German.pdf

  24. Und für diejenigen, die es immer noch nicht verstanden haben oder verstehen wollten: Kräute aller Art kann man immer noch genauso überall kaufen wie jetzt auch. Nur: Wer ein Kräuter_p_r_ä_p_a_r_a_t_ als _M_e_d_i_k_a_m_e_n_t_ verkaufen will, der muß nachweisen können,daß es auch so wirkt wie versprochen.

    Bitte was soll daran schlecht sein? Es ist doch in unser aller Interesse, Quacksalbern das Handwerk zu legen.

    All das ändert nix, aber auch gar nix(!) daran, daß sich immer noch jeder seinen eigenen Pfefferminz-, Holunder- oder Salbeitee brauen oder mit Salbei sein Essen würzen darf.

    Meine Güte…

  25. Zur besseren und sachlicheren Information zwei Leseempfehlungen für alle Berufsempörten:

    Das EU-Heilpflanzenverbot, das es gar nicht gibt:
    http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/detritus/alternativmedizin/2010-11-09/das-eu-heilpflanzenverbot-das-es-gar-nicht-gibt

    Die Distanzierung der Apothekenkammer Baden-Württemberg von dieser Petition:
    http://www.lak-bw.de/artikel/irritationen-angesichts-i.html?no_cache=1&tx_tt

    Die Distanzierung des Heilpraktikerverbandes von dieser Petition:
    http://www.heilpraktiker.org/ftp_pdf/meldungen_3_11_10/PANIKMACHEGILTNICHT.pdf

    ___________________________________________

    Anmerkung von Hans Cousto

    Vergl. hierzu:

    Alliance for Natural Health Intl
    The Atrium, Curtis Road, Dorking
    Surrey RH4 1XA, United Kingdom
    T +44 (01306 )646 600
    info@anheurope.org

    ANH BRIEFING: Richtlinie zur Verwendung traditioneller und pflanzlicher Medizinischer Produkte (Richtlinie 2004/24/EG); Traditional Herbal Medicinal Products Directive (Directive 2004/24/EC)
    http://www.anh-europe.org/files/100713_ANH-Briefing_Paper_THMPD_German.pdf

  26. Leute,

    die Petition is ein fake! Es gibt kein verbot. Das ist alles Schwasinn^^ Wer fällt denn noch darauf rein, wenn nun schon die TAZ? xD

    Geil!

  27. Ich finde es bestürzend, was für ein Stuss zu diesem Thema verbreitet wird. Niemand will den Verlauf von Holunder oder Holundertee verbieten! Liebe taz-Blogger, bitte, besser recherchieren. So lässt man sich vor den falschen Karren spannen.

    http://www.phytotherapie-komitee.de/News/KFN_17-10.pdf

  28. Hi Hans Cousto, ein äußerst blödes Beispiel: Ephedrin gibt es nur deswegen nicht mehr im Supermarkt, weil am 1.4.2006 das Arzneimittelgesetz dahingehend geändert wurde, daß sämtliche ephedrinhaltigen Substanzen rezeptpflichtig sind.

    btt: Das wogegen sich die Petition richtet ist eine Direktive, kein Gesetz, und sie wird auch nicht urplötzlich durchgedrückt. Die hiesige (D) Umsetzung in ein Gesetz erfolgte bereits 2004/5 mit einer Übergangsfrist für gewisse Arzneimittel – und nur die läuft jetzt ab.
    Doch dadurch wird keine Pflanze verboten, auch nicht ihr Erwerb, nur das unbelegte Vertreiben von Fertigmitteln als Arznei wird unterbunden.

  29. Erstaunlich, dass der Fachverband der Heilpraktiker, sagt, dass die Petition nur Panikmache ist und dass genau das, was jetzt EU-weit vereinheitlicht ist schon seit 2005 in Deutschland gesetz ist. Es ändert sich also nichts…

    Einfach mal hier nachlesen. Ich finde, dass auch bei den TAZ-Blogs die Recherche nicht zu kurz kommen sollte

    http://www.heilpraktiker.org/ftp_pdf/meldungen_3_11_10/PANIKMACHEGILTNICHT.pdf

  30. Man könnte sich zum Beispiel keinen Holunder mehr kaufen, der effektiv Viren abtötet.
    http://www.dieuniversitaet-online.at/personalia/beitrag/news/schwarzer-holunder-gegen-erkaltung-und-grippe/301/neste/3.html
    Man soll stattdessen den Extrakt kaufen. Natürlich bei der Pharmaindustrie. Die ja vorher medial ein Katastrophenszenario heraufbeschwört, daß es wieder irgendeine Grippewelle gibt. Das ist das Prinzip hinter der ganzen Angelegenheit.
    Völliger Schwachsinn.
    Holunder wächst überall, und man kann ihn einfach selber pflücken , ob nun als Blüten oder als Beeren. Man braucht nicht mal was tun, und er siedelt sich ganz von allein im Garten an, wenn man ihn nicht gleich herausreißt.
    Worum es hier nun geht, ist, daß es den Leuten, die sich nicht selber etwas sammeln können, verwehrt werden soll, sich beispielsweise einfach nur getrocknete Holunderblüten in der Apotheke zu kaufen oder eine Teemischung derselben.
    Es gibt genügend alte Kräuterbücher, es lohnt sich , sich eins anzuschaffen. Ein sehr übersichtliches gibts von Maria Treben, aber man findet auch andere gute Bücher mit jeder Menge an Tinkturrezepten und anderen Anwendungen.
    Man sollte tunlichst etwas gegen dieses Gesetz tun. Ich werde gleich mal die Petition unterzeichnen.

  31. Habt Ihr auch das Gefühl, das in userem Land, in unserer Welt immer mehr schief läuft? Kennt Ihr das diffuse Gefühl der Frustration, wenn wieder offensichtliche Ungerechtigkeit durchgesetzt wird und der kleine Mann dafür bezahlen soll? Wolltet Ihr schon immer Wissen was die Ursachen sind? Habt Ihr beim Film Matrix auch das komisch irrationalen Gefühl gehabt selbst betroffen zu sein? Selbst in der Matrix zu leben? Seit Ihr bereit für die rote Pille?

    http://www.steuerboykott.org/

  32. Auch ich habe die Petition gegen diesen menschenverachtenden Wahnsinn gezeichnet, der lügnerisch vorgibt, der Sicherheit der Bevölkerung zu dienen.
    Wir leben in einer Zeit, die das Grauen mittelalterlicher Verhaltensweisen mit moderner Infamie wiederbelebt.
    Unsere Erde, die wir um unserer Selbst und der Zukunft willen schützen und behüten sollten, fällt immer mehr in die Hände geldgieriger Unmenschen, die – so hoffe ich von ganzem Herzen – möglichst bald der Strafe zugeführt werden, die sie verdient haben.

  33. Mir scheint dieser Artikel nicht gut recherchiert zu sein, denn der Heilpraktiker Verband (Fachverband Deutscher Heilpraktiker) distanziert sich aber selber von dieser Petition. http://www.heilpraktiker.org/ftp_pdf/meldungen_3_11_10/AMK-LMGB-TRAD-PHYTOS-2010-09-29.pdf

    Kern der Aussage ist – Zitat:
    Europäische Richtlinie für traditionelle Pflanzenpräparate
    Die EU-Richtlinie zu traditionellen Planzenpräparaten ( THMPD 2004/24/EG ), die schon seit vielen
    Jahren in den europäischen Ländern umgesetzt wird und bis 2011 endgültig wirksam wird, ist in
    Deutschland seit vielen Jahren umgesetzt und wirksam.

    Wenn ich das so lese, bin ich irritiert. Ich bin für naturnahe Medizin. Meine Medizin ist in erster Linie Ernährung und Bewegung. Dann folgen Homöopathie, Heilkräuter oder ähnliches…

    Können Sie bitte in Zukunft solche Informationen hinterfragen, bevor Sie diese veröffentlichen?

  34. Es geht überhaupt nicht um das, was Sie behaupten. Es geht darum, dass jemand, der eine medizinische Wirkung seines Pflanzenpräparates behauptet oder bewirbt, diese belegen muss. Nicht mehr und nicht weniger. Und das ist gut so. Ich kann ja auch behaupten, dass mein leckerer Fingerhuttee ein wahrer Jungbrunnen ist! Oder dass Gemeine Greiskraut in den Rucolasalat gehört, weil es die Aura stärkt und stramme Oberschenkel schenkt (als kleine Erinnerung: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,642038,00.html)

    Darüber hinaus geht um Produktsicherheit. Das werden Sie wahrscheinlich abstreiten und weiter auf die Pharmalobbyverschwörung verweisen. Ist aber so. Wie nötig sie ist können Sie z.B. bei der von Ihnen selbst aufgeführten Ayurveda sehen: http://www.arznei-telegramm.de/zeit/0501_b.php3.

    Es wird sogar ein vereinfachtes Verfahren vorgeschrieben. Außerdem gibt es ein ganz einfaches Workaround:

    (12) Nach dieser Richtlinie können pflanzliche Erzeugnisse, die keine Arzneimittel sind und die die Kriterien des Lebensmittelrechts erfuellen, in der Gemeinschaft unter das Lebensmittelrecht fallen.

    Was lernen wir daraus? Einfach nicht behaupten, dass der Tee alle Leiden der Welt heilt….

    Gruß

  35. Von Fenchel über Muskatnuss bis hin zu Kamille könnte das alles sein!

  36. Hallo Herr Cousto,

    vielen Dank für den pointierten Artikel. Wir hatten ja den Eindruck, dass die Pharma-Lobby zumindest in den letzten Monaten (auch dank der Initiative Philipp Röslers, der ja leider zur größten Klientel-Partei überhaupt gehört) in Deutschland nicht mehr ganz so gute Karten hatte. Eine solche vermeintlich positive Entwicklung nützt natürlich nichts, wenn sich durch die Hintertür einer „EU-Richtlinie“ (die ja inzwischen eigentlich auch schon eine Vordertür ist) am Ene doch die Interessen der Großkonzerne durchsetzen.

    Auch wir haben uns daraufhin an dem Aufruf zur Unterzeichnung der E-Petition beteiligt: http://www.everyday-feng-shui.de/feng-shui-news/e-petition-stoppt-das-eu-verkaufsverbot-von-heilpflanzen/ und auf Ihren Beitrag hingewiesen.

    Vielen Dank
    Long Wang
    Berlin, 7. November 2010

  37. Eine Frage – welche Position haben die etablierten Parteien zu diesem Thema? Insbesondere die Grünen?!

  38. Kann man denn die guten Pflänzchen nicht als „Duftkissen“ oder „Duftsäckchen“ oder so was weiterhin wie Teebeutel verkaufen, nur mit anderer Aufschrift? So hat es der „Heatball“-Mensch mit seinen 100-W-Glühbirnen sinngemäß doch auch gemacht, einfach umdeklariert und somit die Verordnung ausgehebelt… Ich habe auch schon mal gesehen, dass jemand Halluzinogene Pilze als „Duftsäckchen“ – natürlich nicht zum Verzehr gedacht – öffentlich verkauft hat.

  39. Hallo!
    Habe mir die o.g. Links angesehen, soweit klar. Aber wo findet man denn eine Übersicht über die Pflanzen, die tatsächlich verboten werden sollen?
    Es ist ja stellenweise sogar davon die Rede, dass „Heilpflanzen“ sogar im eigenen Garten nicht mehr erlaubt sein werden.
    Das ist mir jetzt ein bisschen zu vage. Da würde ich gern mehr wissen, konnte aber noch keine Quelle finden.

  40. ich komme mir immer mehr vor wie im mittelalter!
    früher haben sie die hexen verbrannt
    heute werden eu-richtlienen ohne das volk durchgesetzt!

    hier der link zur petition

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14032

    ach und
    oben bleiben,
    ach nee,
    äh,
    weitersagen!

  41. Hans, vielleicht kannst Du Deinen sehr wertvollen und professionell recherchierten Beitag auch als Kommentar auf der Webseite des Petitionsausschusses des Bundestages veröffentlichen, damit viele Menschen die Chance haben diesen ‚Artikel der grösseren Zusammenhänge‘ aufzunehmen……
    Dankesehr für Deinen stets persönlichen Input, der sehr viel bewirkt!

  42. Da dies EU-Gesetze bereits im Jahre 2004 in Kraft traten, hat auch Deutschland die Richtlinie bereits seit einigen Jahren implementiert. Hinzu läuft einzig die eingerichtete Übergangsphase von 7 Jahren im Frühjahr 2011 aus, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Gesetze schon fest verankert sind und nicht zur Disposition auf europäischer Ebene stehen. Vor allem durch das Einbeziehen der Heilpraktikerverbände in alle Prozesse der Verabschiedung der Richtlinie, von der ursprünglichen Idee über konkrete Formulierungen bis hin zur letztendlichen Entscheidungsfindung, ist diese zur Zeit nicht angefochten, sondern auf bestem Wege, sich als richtige Maßnahme zu erweisen.

    Was nun konkret Ayurveda und weitere Nahrungsergänzungsmittel betrifft, so ist festzustellen, dass es sich im Zuge der Direktive nicht um ein generelles Verbot der Substanzen handelt. Die Richtlinie betont einzig und allein, dass eine traditionelle Anwendung der Substanzen nicht automatisch auf eine medizinisch gute Qualität schließen lässt.

    Trotzdem gibt es auch für außereuropäische Hersteller die Möglichkeit, die Tradition ihrer Produkte im Registrierungsprozess anerkennen zu lassen (vgl. Preamble (7) der Richtlinie). Zurzeit liegen allein in Deutschland knapp 250 Anträge vor, bei denen es für nahezu alle Antragssteller laut Bundesministerium für Gesundheit „eine sehr gute Perspektive“ gibt.

  43. Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. (Weissagung der Cree-Indianer)

  44. hallo hans,
    können sie uns bitte ein paar pflanzen nennen, die allgemein bekannt und weit verbreitet sind und dann diesem verbot unterliegen würden.

    So könnte sich „ottonormalverbaucher“ besser vorstellen, wie weit dieses gesetzt sich auswirkt.

    Danke
    xyz

    ______________________________________

    Antwort von Hans Cousto

    So wie Ephedra noch vor ein paar Jahren überall als Tee erhältlich war und dieser heute nur noch in Apotheken (meist erst nach Bestellung und zu weit höheren Preisen) erhältlich ist, kann das alle Heilpflanzen betreffen. Eine kleine Liste solcher Pflanzen ist unter der folgenden URL zu finden:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Heilpflanze#Beispiele_für_Heilpflanzen

    Weitere Infos zum Thema:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenheilkunde
    http://heilpflanzen-info.ch/cms/blog/archive/tag/heilpflanzen