taz-Einnahmen sichern, BILD-Anzeigen verhindern

Kai Diekmann auf einer taz-Genossenschaftsversammlung

Kai Diekmann auf einer taz-Genossenschaftsversammlung

Liebe Genossen,

zahlreiche Abonnenten der taz haben sich darüber beschwert, dass BILD den herzwärmenden Brief von Frau Holofernes für eine Anzeige in der taz genutzt hat. Nun wird der Redaktion vorgeworfen, sie hätten sich für eine „schmutzige Schmierenkampagne“ kaufen lassen.

Oh je! Dieser Vorwurf des plattesten Verkaufs aller antikapitalistischen Ideale wiegt schwer! Aber für die Zukunft gibt es einen Ausweg! Jedes Mal, wenn ich wieder mit einer Anzeige für die taz drohe, sollten die Abonnenten in Höhe des Anzeigenpreises zusammenlegen. Aufgrund des sehr überschaubaren Abo-Stammes der taz dürfte sich eine solche Sammelaktion per E-Mail in wenigen Minuten auf die Beine stellen lassen. Die Abonnenten hätten damit die Sicherheit, dass sich die taz nicht „kaufen“ lässt; und die Genossenschafter, wie ich es bin, hätten weniger Anlass zur wirtschaftlichen Sorge.

Wollen Sie diesen Vorschlag nicht aufnehmen?

Mit genossenschaftlichen Grüßen
Kai Diekmann

Kai Diekmann ist BILD-Chefredakteur und einer von derzeit 10.436 taz-Genossen.

Kommentare (10)

  1. Gutenabend, ich fuerchte zwar, nix Neues beizutragen, aber: solange die Anzeige Anzeige ist, sehe ich darin nicht Schlimmes. Die Redaktion wird doch nicht Bild loben, wenn die anzeige kommt. Und darum geht es doch: Unabhängigkeit von Anzeigenkunden. Wer in der taz werben will soll zahlen. Wenn er auch nicht zur Redaktionslinie passt. Egal. Schlecht ist es erst, wenn vorgeblich redaktionelle Inhalte durch Geld manipuliert werden. Und sowas trau ich der taz offengesagt nicht zu. Die Kritik an der Anzeige von Dumpfkoepfen kann ich daher nicht ganz begreifen.

  2. Gute Idee. Ich hoffe,der Genosse Dickmann beteiligt sich dann auch mit einer Summe, die seinem Einkommen angemessen ist an der Sicherung der redaktionellen Unabhängigkeit der taz.

  3. Das ist ja mal Spitze! Hallo Kai, bitte inseriere täglich in der taz. Wenn das die Finanzlage verbessert, lese ich sogar die Anzeigen.

  4. Lieber Kai Diekmann,
    ich frage mich: was ist mit den versprochenen 10.000 Euro für Judith Holofernes? Ich schlage vor sie an diesen guten Zweck zu spenden. http://bit.ly/fcahDl Das würde Kindern, die Hilfe wirklich brauchen, zugute kommen. Abgemacht?
    Beste Grüße
    Roman Jonsson
    (ich bin nur in einer Wohnungsbaugenossenschaft, deswegen lasse ich die genossenschaftlichen Grüße mal lieber weg)

  5. Ist doch super wenn die Bild in der taz anzeigen kauft.
    1. gibt Geld für die taz für eine ordentliche Zeitung
    2. hoffe ich zumindest mal, dass alle taz Leser schon wissen was sie von der Bild Zeitung halten sollen

  6. Neutrale Meinung von einem Nicht-Genossenschafter:
    Diekman braucht eine Diät.

    Wiedersehen!

  7. Ich muss sagen, man kann ja von Kai Diekmann und seinem Blatt halten, was man will – aber seine taz-Genossenschaft und das gegenseitige „ärgern“ hat schon einen gewissen Unterhaltungswert.

  8. Wenn die „Bild“ jetzt schon (kostenpflichtig)in der taz inserieren muss, um überhaupt noch wahr genommen zu werden, dann war doch nicht alles umsonst. „#Bildboykott“ hatte grandiosen Erfolg. Vielen Dank an die gesamte Netzgemeinde.

  9. wer hat eigentlich kai diekmann erlaubt taz-genosse zu werden??

  10. Nette Idee, gefällt mir :)