taz geht mit schlechtem Beispiel voran

Am Wochenende hat die taz Dokumente veröffentlicht, die tiefen Einblick in die Welt des Lobbyismus geben – und darin, wie sich auch Journalisten die Finger schmutzig machen. Wir brauchen eine Debatte darüber, wo Journalisten zu unbedarft oder unkritisch mit lobbygesteuerten Informationen umgehen. Die taz geht mit schlechtem Beispiel voran und präsentiert einige Selbstbezichtigungen ihrer Redakteure.

Jost Maurin: Auf Tour mit der potenziellen Informationsquelle

Acht Tage Recherche in Afrika? Für lau? Journalisten, die solche Angebote ausschlagen, werden von vielen Kollegen schief angeschaut. Mir und anderen europäischen Reportern hat die US-Regierung eine solche Offerte Ende 2009 gemacht. Sie wollten uns zeigen, wie die USA den Hunger in Äthiopien und Tansania bekämpfen. Als Redakteur für Agrarpolitik bei der taz nahm ich die Einladung an.

Wir sahen zum Beispiel, wie Bauern in Tansania lernen, ohne Pflug zu arbeiten. Darüber habe ich für die taz eine Seite geschrieben. Ich erwähnte, dass die US-Regierung uns eingeladen hatte. Der Artikel war auch kritisch – der Untertitel lautete: „Um die Bodenerosion in den Griff zu bekommen, hat Bäuerin Ndekeshio Elia Sikawa gelernt, auf den Pflug zu verzichten. Jetzt arbeitet sie mit teuren Pestiziden.“ Ich habe zum Beispiel auch einen Biobauern zitiert, den ich nach der Reise in Deutschland interviewt habe.

Aber: Die Tour war von einer potenziellen Informationsquelle bezahlt und organisiert. Das hat eine Nähe zu den US-Beamten geschaffen, die ich für problematisch halte. Ich habe mir acht Tage lang vorschreiben lassen, wohin ich fahre, mit wem ich spreche und was ich sehe. In der Zeit hätte ich ungleich spannendere, kritischere, relevantere Geschichten recherchieren können.

Auch sonst war die Reise problematisch. In Addis Abeba waren wir im teuersten, luxuriösesten Hotel am Platz untergebracht. Bezahlt wurde das aus Entwicklungshilfebudgets. Ein paar hundert Kilometer entfernt hungern die Leute.

Sebastian Heiser: Eins zu eins transportiert

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte da was für mich. „Wir möchten Sie gern zu einem Hintergrundgespräch einladen“, mailte mir die Pressesprecherin im Januar 2009. Das klang verlockend. Das will man doch als Journalist, einmal echte Hintergründe erfahren.

Ich war zu der Zeit in der Berlin-Redaktion der taz, und der BUND versprach Informationen über das umstrittene neue Kraftwerk, das Vattenfall in Berlin bauen wollte. Bisher hatte das Unternehmen noch keine Details über das Kraftwerk verraten. Bei dem Gespräch in der Geschäftsstelle des BUND wahrsagte der Verband dann: Vattenfall wolle in Berlin ein besonders umweltschädliches Steinkohlekraftwerk bauen, das viel zu viel CO2 ausstoßen werde, das zu mehr Luftverschmutzung führe und das den Umstieg auf klimafreundlichere Kraftwerke behindere.

In meinem Artikel gab ich diese Befürchtungen eins zu eins wieder, ohne sie zu hinterfragen. Zwei Monate veröffentlicht Vattenfall seine Pläne: Das Unternehmen will auf die umweltfreundlichen Energieträger Erdgas und Biomasse setzen. Der BUND hatte sich sein Horrorszenario schlicht zusammenfabuliert, nichts davon stimmte. Und ich war drauf reingefallen – und hatte die Botschaften ungefiltert an die taz-Leser weitergetragen.

Heike Haarhoff: Kaufen lassen von den Guten

Die Atomlobby kauft Journalisten, und die taz, unabhängig, kritisch, unkorrumpierbar, haut drauf. Unabhängig, kritisch, unkorrumpierbar? Ach was. Wenn der Auftraggeber stimmt, wenn es um die Sache geht, um die Guten, die Guten aus taz-Sicht, versteht sich, dann hat sich auch die taz schon auf Deals eingelassen, die journalistischem Ethos widersprechen.

Im Frühherbst 2002 wendet sich Hermann Scheer, SPD-Linker, alternativer Nobelpreisträger und Kopf der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar, an leitende taz-Redakteure und die Chefredaktion. Ob die taz in ihrem Wochenendmagazin taz.mag nicht zufällig die diesjährigen europäischen Eurosolar-Preisträger vorstellen wolle, quasi in einer Sonderausgabe? Eurosolar könne die Preisträgerliste liefern und, weil für die Porträts Reisen in verschiedene europäische Länder unerlässlich sind, 6.000 Euro anbieten. Die redaktionelle Unabhängigkeit bleibe selbstredend gewahrt. Eurosolar bestehe nicht darauf, die Berichte vor Erscheinen gegenzulesen.

Die taz lässt sich auf den Deal ein. Jetzt werden Redakteure angesprochen, unter anderem ich, zu jener Zeit taz-Reporterin in der Schwerpunktredaktion, die nicht zum Wochenendmagazin taz.mag gehört. Die Aussicht ist verlockend: Eine knappe Woche auf der dänischen Insel Samso, Ferienwohnung und Dienstfahrrad inklusive. Ich spreche mit meinem Chef. Wir wissen beide: Das Ding stinkt, das geht eigentlich überhaupt nicht. Es sei denn, bieten wir den Magazin-Redakteuren an, ihr macht die Sache transparent. Und schreibt ins Editorial, dass Eurosolar Ideenstifter und Finanzier dieser Wochenendausgabe, im Klartext: Auftraggeber ist. Geht klar, wird mir versichert, versprochen, heilig geschworen. Natürlich nur mündlich. Ich liefere meinen Samso-Bericht ab. Und lese am 16. November 2002 im Editorial unter dem Titel „Helle Leute, strahlende Preise“: „Gerade die taz, geübt in der Kritik am ökologisch inspirierten Alarmismus, muss Menschen und Projekte vorstellen, die sich einer besseren Welt widmen. Meckern ist leicht – aber die Alternativen zur schlechten Wirklichkeit zu benennen, ist wichtiger. Unsere Reporter waren auf der dänischen Ostseeinsel Samso und in der oberösterreichischen Marktgemeinde Windhaag […]; beschreiben das Londoner BedZed-Projekt […].“ Keine Erwähnung, wer das alles finanziert hat. Stattdessen eine Empfehlung für Hermann Scheers neues Buch, ein Hinweis auf Ort und Datum der Preisverleihung und ein verdammt kritisch-distanziertes: „Wir gratulieren allen Preisträgern!“

Martin Kaul: Pressereise? Psssssssssst!

Am 5. November 2008 erschien von mir auf der Bildungsseite der taz ein ganzseitiger Bericht unter dem Titel „Deutschland im ,War for Talents'“. Darin beschrieb ich, wie deutsche Universitäten im Einklang mit deutscher Außenpolitik strategisch auf Weltmärkten und internationalen Hochschulmessen um Studierende werben. Über dem Text stand damals: „Aus Peking, Schanghai und Berlin Martin Kaul“. Für eine arme Zeitung wie die taz liest sich das gut.

Was weder über noch unter dem Text stand, war, wer meine äußerst angenehme und aufschlussreiche China-Reise bezahlt hatte. Meine Kosten hatte nicht die taz, sondern GATE Germany, ein „Konsortium für internationales Hochschulmarketing“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Hochschulrektorenkonferenz, übernommen. Das geschah nicht im Rahmen einer Gruppenreise für JournalistInnen, sondern auf Anfrage von mir. Damit ich auch mal aus internationaler Perspektive berichten könnte. GATE Germany, das für seine Werbetouren wesentlich vom Auswärtigen Amt mitfinanziert wird, bezahlte meinen Flug, das Hotel, die Verpflegung. Ob mein Text kritisch war? Bla. In meiner Berichterstattung verschwieg ich die Zahlmeister. Das war nicht deren Schuld. Sondern meine.

Kommentare (37)

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  2. Ich fand den Artikel einfach nur ehrlich. Manipuliert wird von jeder Seite, aber die taz ist ein kleines bisschen ehrlicher und selbstkritischer als andere Medien. Go on like this!

  3. Hattet Ihr Euch allen Ernstes für die besseren Journaillien gehalten?

  4. @Freesolarkritik:

    Sie als bekannter Solarenergie- und Klimaskeptiker müssen es ja wissen, Herr R. Hoffmann. Was ist nur mit Ihnen passiert, dass Sie hinter allem und jedem eine Verschwörung wittern? Oder ist es etwa so, dass Sie ein finanzielles Interesse verfolgen, was Ihnen vorschreibt, gegen Solarenergie und den menschengemachten Klimawandel zu wettern?

  5. ok, die ausführung relativier das ganze wieder. in dem fall liegt der schwarze peter dann doch wieder zum größen teil in ihrer hälfte :P

    aber wenn ihnen das PR desaster von brent spar doch bewusst ist, darf man daraus doch nicht den automatismus ableiten, dass NGOs sowas nicht mehr tun werden. Seit dem stehe ich allen meldungen der ngos kritisch gegenüber, weil -es sind ja auch nur menschen- fakten gerne so interpretiert, wie sie in die jeweilige lesart und denkweise passen. Und dass aktionsbündnisse eines tages eine meldung herausbringen werden, die ihren überzeugungen widerspricht wird noch lange dauern.

    wenn sie daraus gelernt haben wäre das zumindest mal ein schritt in die richtige richtung. denn leider gibt es immernoch zu viele ihrer kollegen, die alles mögliche ungeprüft weitergeben, so lange eine NGO mit populären zielen der herausgeber ist.

  6. nobbi: Die Geschichte war ein großes PR-Desaster für Greenpeace und wird denen heute noch unter die Nase gerieben. Es wäre sehr unklug für jede Organisation, sich solche Fehleinschätzungen zu oft zu leisten.

    Natürlich gehe ich davon aus, dass der BUND die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen hat. Zu vermuten, dass ich hier vom BUND gezielt auf eine falsche Fährte gelockt werden sollte, erscheint mir völlig absurd.

    Der BUND hat bei dem Gespräch über seine Einschätzung der Vattenfall-Pläne informiert. Der BUND hat dabei auch nicht behauptet, die endgültigen Pläne von Vattenfall mit Sicherheit zu kennen. Ich habe dann in meinem Artikel die Einschätzung des BUND zitiert und – aus heutiger Sicht – das nicht genügend hinterfragt. Der Fehler lag dabei bei mir.

    Mit unseren vier Texten auf dieser Seite wollten wir eine selbstkritische Debatte im Journalismus anstoßen. Es überrascht mich, dass jetzt hier dem BUND Vorwürfe gemacht werden – auch wenn ich mit unzulässig überspitzten Formulierungen in meinem Text (etwa, der BUND habe sich seine Pläne „schlicht zusammenfabuliert“) wohl dazu mit beigetragen habe.

    Ich kann daher nur betonen, dass der BUND für mich auch nach der ganzen Geschichte ein glaubwürdiger und sehr kompetenter Akteur im Umweltbereich blieb, dessen Ansprechpartner ich in meinen Artikeln weiter regelmäßig zitiert habe.

  7. Das war doch eigentlich eine ziemlich intelligente Lobbyarbeit des BUND. Schließlich könnte man argumentieren, Vattenfall sei eventuell nur deshalb zu einem umweltfreundlicheren Kraftwerk umgeschwenkt, weil kurz zuvor die taz und andere (vom BUND munitioniert) über ein geplantes „dreckiges“ Steinkohlekraftwerk berichtet hatten und Imageprobleme drohten. Honi soit qui mal y pense.

  8. also liebe BUNDis, jetzt tut doch nicht so.
    NGOs sind auf PR und Panikmache angewiesen um Mitglieder und Spenden zu erhalten, deswegen hat sich Greenpeace doch damals als es um Brent Spar ging „mal eben“ um den Faktor 37 „verrechnet“.

    Jetzt die Pamphlete damit zu verteidigen, dass es ja keine anderen Informationen gegeben habe, ist schon lustig. Wenn es keine Infos gab, warum dann das große „Hintergrundgespräch“?

    Einfach mal dazu stehen: Ihr wolltet mal wieder was über euch in der Zeitung lesen, also wurde was zusammenorakelt.

  9. An @9
    Wir haben zu einem Hintergrundgespräch am 13. Jan 2009 eingeladen, auf dem wir ein BUND-Papier vergestellt haben, das die Überschrift hatte „Thesenpapier des BUND im Hinblick auf die angekündigte Vorstellung eines Konzept duch Vattenfall“. Vattenfall hatte bis zu diesem Zeitpunkt Vorschläge, ein Gas- ocer Biomassekraftwerk zu bauen, mit den Argumenten zu unsicher und zu unwirtschaftlich vehement abgelehnt. Alle Maßnahmen wie „Smart Grids und Smart metering“, die wir in dem Papier veröffentlicht haben – bis auf das Kohlekraftwerk -, hat Vattenfall auch so in sein Konzept geschrieben.

    Erst im März veröffentlichte Vattenfall seine neuen Pläne, die, wie wir später erfahren haben, auch nur in einem ganz kleinen internen Kreis beschlossen worden waren.

  10. Die entscheidende Frage ist doch: Hat sich bei der taz nun irgend etwas so entscheidend geändert, dass es nie wieder vorkommt? ^.^

  11. Sie haben leider zu den relevanten Ausführungen keine Anmerkungen gemacht. Stimmt es denn, dass BUND eingeladen hat, mit der Aussage wir haben Informationen zum neuen Kraftwerk? Stimmt es, dass das Unternehmen bisher keine Details zum Kraftwerk verraten hatte? Woher hat BUND dann seine Informationen bezogen? Und wenn es keine gesicherten Informationen waren, warum lädt man dann Journalisten ein?

    Dass es keine gesicherten Informationen gewesen sein können geht ja schon aus Ihrem Satz „Ich bin mir auch sehr sicher, dass sie keine anderen Informationen im Januar erhalten hätten, wenn sie weiter recherchiert hätten.“ hervor.

    Tut mir leid, aber Sie konnten sich aus meiner Sicht nicht entlasten. Sie hätten den bisherigen Informationen nach nicht zu so einem Termin einladen dürfen oder nur unter dem deutlichen Hinweis, dass es möglich wäre, dass Vattenfall ein solches Kraftwerk plant, es aber auch ein umweltfreundlicheres sein könnte. Aber dann wäre ja vermutlich keiner zum Termin (bzw. kein daraus resultierender Artikel) erschienen.

  12. „hätte ich ungleich spannendere, kritischere, relevantere Geschichten recherchieren können.“

    Der typische Journalist lässt natürlich auch kein Modeadjektiv aus: spannend.

  13. Da entfernt die Taz ein paar Splitterchen aus ihrem Auge, um dann umso mehr auf die Balken der anderen Medien einschlagen zu dürfen. Ganz nach dem Motto:“ Wir haben ja leider auch, aber WIR fühlen uns wenigstens schuldig“.

  14. weiter so, taz. auch linke PR muss erlaubt sein.

  15. Ich denke bei der taz brauchen wir eher eine Debatte darüber, wo Journalisten zu unbedarft oder unkritisch mit der Unwahrheit umgehen:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=5758

  16. Pingback: Too much information - Papierkorb - Guten Morgen

  17. Als kleiner selbständiger Dienstleister, der mit Wimpernverlängerung, Wellness-Massagen und anderen Angeboten der Kosmetik um das tägliche Überleben kämpft, fällt es mir leicht sich darüber aufzuregen und eine moralisch weiße Weste zu tragen. Denn ich bekomme weder Reiseangebote noch Einladungen zu Kongressen um eine Wimpernverlängerung der Firma XYZ zu bevorzugen. Ich hoffe, ich wäre standhaft, falls ich ein derartiges Angebot erhalten sollte – aber zu 100% sicher bin ich mir nicht. Glücklicher Weise werde ich mich wohl nie entscheiden müssen.

  18. Auch wenn es hier nur um „Peanuts“ geht, so finde ich es gut, dass die allseits gängigen Mechanismen der versuchten Beeinflussung von Redakteuren thematisiert werden.

    Auch die offiziell eigentlich nicht vorhandene Einflussnahme von Anzeigenkunden auf die Berichterstattung verhindert wirklich unabhängige Artikel. Denn kaum ein Verlag kann es sich leisten, auf gute Anzeigenkunden zu verzichten.

    Selbst die häufig von Pharmafirmen finanzierten Kongresse nehmen durch Zuwendungen für Ärzte Einfluss auf die Verwendung bestimmter Medikamente – und in diesem Fall geht es sogar im Extremfall um Menschenleben.

    In unserer Gesellschaft ist jeder Mensch, der einen gewissen Einfluss ausüben kann, dem Versuch von Korruption (im Anfangsstadium oft nur „Gefälligkeiten“) ausgesetzt. Leider erliegen jedoch auch oft Personen, die es sich eigentlich auch finanziell leisten könnten, moralisch integer zu arbeiten, den Versuchungen.

  19. Wie die Journalisten beim WDR und beim ZDF jahrelang beim „Solaren Schwindel mitgemacht haben, kann jeder unter dem folgenden Link recherchieren:

    http://solarresearch.org/sk2010/recherchen/medienfilz.html?layout=default

    Obwohl WDR-Intendant Fritz Pleitgen seit Februar 2003 über die solare Täuschung nachweislich informiert worden war, hat der WDR noch insgesamt 5-mal die TV-Zuschauer über die solare Effizienz nachweislich getäuscht !!

    Aber auch das neue ARD-„Zugpferd“ Günter Jauch und seine Produktionsfirm „IundU“ haben sich jahrelang geweigert über den solaren Betrug in Deutschland zu berichten.

    TAZ-Chefredakteurin Ines Pohl ist auf dem ZDF-Mediendisput im November 2009 in Mainz persönlich von mir über den „solaren 60%-Polit-Schwindel“ informiert worden und hat dann auch nur geschwiegen…

    Soll ich lachen oder weinen über diesen TAZ-blog-Beitrag…??? Bin gespannt, ob jemand von der TAZ mal mit mir persönlich Kontakt aufnimmt, um das gesamte Ausmass der Story zu recherchieren…denn auch Justiz und Richterschaft stecken ganz tief mitdrin…beim Solaren Betrug an der deutschen Bevölkerung…

  20. Ein ehrenvoller Anfang, aber natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Vielleicht bin ich ja zu skeptisch, aber ich glaube, man wäre quer über alle Medien mit der Aufzählung von Artikeln, bei denen ein Journalist überhaupt nicht korrumpiert worden wäre, schneller fertig als umgekehrt.

    Im Blog habe ich das mal ausführlicher beschrieben.

  21. Spitze des Eisberges aber auf jeden Fall schönen Dank an die taz für die Ehrlichkeit.

    @Oliver
    Märchenstunde ist es auch zu glauben, dass es lediglich die Konzerne sind, die uns tagtäglich über die Medien manipulieren wollen. Wer Regierungen, Parteien, NGOs, Interessensvereine, usw. rauslässt erzählt nur die halbe Wahrheit.

  22. Pingback: Fastvoice-Blog » Blog Archive » Wes Brot ich ess …

  23. Mich wundert das alles nicht mehr, nachdem wir oft erleben wie die Sache öfter mal im Radio läuft….nur liebe Printler…wir Radioleute haben die Fair Radio Initiative gegründet, die den Finger auf die „Wunden“ legt und richten uns nach unserem Appell…auch wenn wir Verluste bei Einkommen hinnehmen müssen und uns öfter mal viel Ärger einhandeln, dafür offensichtlich immer mehr „Ansehen“ gewinnen…..Ethik im Journalismus beginnt bei einem selbst….und wenn wir es schaffen, was wir Fair Radioler tun, eben nicht manches tun, was andere tun ohne nachzudenken, dann sind wir auf demn richtigen Weg….Faken und Belügen und die Hörer/Seher/Leder zu „linken“ ..DAS beschädigt unser Standing…wir alle sind dafür verantwortlich, jeder Einzelne…so gesehen empfinde ich euer Eingeständis als guten Anfang….Ethik Im Journalismus ist täglich ein Thema..!! Ich habe daraus für m ich die Konsequentz gezoegn, dass ich diese Vorstellungen seit einigen Wochen an einer Hochschule weitergebe…..und erstaunt bin wier kritisch das alles unser jüngeren Leser/Hörer/Seher sehen….in anderen Länder wie z.B. UK und der Schweiz geht das bestens mit der journalistischen Transparenz udn der Eigen-Ethik , nur in Deutschland fällt Transparency schwer ! Aber Transparency in Wirtschaftsbetrieben finden wir alle toll, oder ? Was sagt eigentlich die TAZ Chefredaktion ?

  24. Auch das ist cool und angemessen. Trottel – ob Journalisten oder nicht -, die Euch nach der Geschichte am Wochenende neunmalklug kritisiert haben („das weiß man doch“), muss niemand ernst nehmen. Heiser @ Co beschreiten gute Wege. Da könnte ich glatt überlegen, ein ePaper zu abonnieren. Weiter so!

    Ich hoffe sehr, das Netzwerk Recherche schließt den Kameraden Heiser nun nicht aus, weil er mal PR gemacht hat für den BUND.

  25. Vll. ist Vattenfall ja erst aufgrund des öffentlichen Drucks umgeschwenkt, der von der u.a von der taz ausging und den der BUND bezahlt hat, so what?

    Dass die Afrika-Reise von Entwicklungshilfe-Budgets bezahlt wurde, ist unschön. Doch gehört Pressearbeit und Information über die Entwicklungshilfe nicht auch zu diesem Ressort dazu?

    Die Bürger wollen auch aufgeklärt werden, was von ihren Steuergeldern gemacht wird. Und taz-Leser wollen auch wissen, was mit US-amerikanischen Steuergeldern geschieht.

    Ich finde es gut, dass Ihr einen ersten Schritt wagt und ein paar Fälle veröffentlicht. Ich glaube kaum, dass es leicht ist, Journalist zu sein und ich verzeihe, wenn mal etwas vergessen wird. Zudem sollte die taz nicht die einzige Informationsquelle sein…

  26. Pingback: » Hey, taz, wenn du ab jetzt immer beschriebest, w … Nachtwächter-Blah

  27. Die angeführten Beispiele zeigen, wie schnell man in die Nähe von anrüchiger Recherche kommen kann.

    Trotzdem sollte man immer noch klar unterscheiden, ob ein ganzer Artikel und die darin verbreitenen Informationen gekauft bzw. in Auftrag gegeben werden oder ob die Pressefreiheit gewahrt bleibt. Darauf kommt es doch letztlich an. Nicht, ob die taz eine Reise nach China selbst finanziert hat.

  28. Der Artikel wirkt auf mich aber auch ein bisschen wie die Märchenstunde. Wer wirklich mehr über das Mediensystem erfahren will, dem empfehle ich „Media Control“ von Noam Chomsky. Darin wird sehr schön aufgezeigt, wie wir täglich im Interesse der Konzerne manipuliert werden.

  29. wir, der BUND Berlin, wollten Sie nicht zu unserem „Handlanger“ machen. Wir mussten von einer Kohlekraftwerksplanung im Januar 2009 ausgehen, es gab keine Anzeichen/Informationen dafür, dass Vattenfall auf Gas oder Biomasse umschwenkt. Erst sechs Wochen später hat Vattenfall seine geänderten Pläne veröffentlicht. Ich bin mir auch sehr sicher, dass sie keine anderen Informationen im Januar erhalten hätten, wenn sie weiter recherchiert hätten.

    Schöne Grüße
    Carmen Schultze

  30. Das ist noch längst nicht alles! Und ich hoffe auch wirklich nicht, dass dieser Eindruck entstanden ist. Das ist das, was Redakteure, die gestern gerade zufällig in der taz waren, bereit waren, öffentlich und unter Nennung ihres Namens einzugestehen. Ich gehe davon aus, dass es noch sehr, sehr viel mehr zu beichten gäbe!

  31. Solange ihr so selbstkritisch seid, bin ich gerne weiter taz Leser. Andere Zeitungen und Medien sind leider nicht so selbstkritisch und wenn doch, dann auch viel zu selten öffentlich. Bleibt dennoch ein winziger bitterer Beigeschmack – war das wirklich schon alles?

  32. Ist das alles? Das reicht ja nicht einmal für eine reguläre Hetz-Überschrift in der völlig skandalfreien Bild-Zeitung.

  33. Ich finde die Beispiele auch eher banal. Denn die entscheidenden Dinge, wie das Geld und Verbandsinteressen die Berichterstattung beeinflusst, sind hier nicht erwähnt. Schlecht oder gar nicht organisierte Gruppen/Interessen haben dadurch immer mehr das nachsehen. Das ist das Problem.
    Strukturell wird das durch die Ausdünnung des Personals und den immer größeren Arbeitsdruck erzeugt. Ein wesentliches Instrument sind Content-Desk oä., wo die „Reporter“ am Tisch auf die nächste Nachricht warten. Zumindest bei den öffentlich rechtlichen Anstalten gehört so etwas eigentlich verboten – aber das Gegenteil ist der Fall, es wird ausgebaut.
    Eine Basis Recherche tritt immer mehr in den Hintergrund. Und noch schlimmer ist es, wenn man nachguckt, wieviel (besser: wie wenig) Kontinuität es noch in der Berichterstattung gibt. Das führt zu immer mehr Kampagnenaktionismus, weil es für jede Berichterstattung ein Event, einen aktuellen Anlaß geben muß. Ob der konstruiert ist, wird selten gefragt, wenn es geschickt konstruiert ist.
    Dies ist nur möglich, weil es in den Verlagen/Funkhäusern immer weniger Fachjournalisten gibt, die permanent an einem Thema dran bleiben. Da werden dann wechselnde Kollegen von den Content-Desks eingesetzt. Hier ist das wahre Einfallstor für gesteuerte INteressen. Dies würde man zwar nicht Lobbaismus nennen – dieses Versagen der Medien ist aber viel gravierender und leider auch nachhaltiger.

  34. Ich find das jetzt recht banal, als Offenbarungseid taugt das nicht. Aber gut, wenn nichts schlimmeres passiert, umso besser.

  35. Man ist doch sicherlich verpflichtet Abrechnungen zu führen? Im Sinne der Transparenz sollten diese bei jedem Artikel einfach mitveröffentlicht werden – und sei es, dass sie unaufgearbeitet unter einem kurzen Link online hinterlegt werden.

  36. Sollten uns diese „Wahrheiten“ jetzt erschüttern? Oder nur informieren, wie Journalismus heute läuft? MICH ERSCHÜTTERT ES NICHT, DENN ES IST ALLTAG! Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, wird korrumpiert. Gehen wir in unsere öffentlich rechtlichen Sender. Dort sind die Journalisten von den jeweiligen politischen Trägern abhängig und bekommen einen Maulkorb umgebunden – seit Jahrzehnten! Damit wir von vorne bis hinten belogen werden zahlen wir auch noch Rundfunkgebühren! Irgendwo muß das Geld ja herkommen, oder? Die taz-Reporter machen keine Ausnahme. Da wir ständig belogen und betrogen werden, frage ich mich aber auch immer noch: was ist Wahrheit und was nicht?!

  37. Moin,

    und das ist sicher nur die Spitze des Eisberges. Weiter SO!

    :)
    Jens