Liebe Raubkopierer bei der SPD,

Manfred_Stolpeim Jahr 2005 habe ich dieses Foto von Manfred Stolpe gemacht. Damals studierte ich noch, das Bild machte ich als Zuschauer einer öffentlichen Podiumsdiskussion und anschließend lud ich es bei Wikipedia hoch. Das heißt: Jeder darf dieses Bild kostenlos verwenden, der bereit ist, zwei Bedingungen einzuhalten: Der Urheber muss genannt werden und man muss dazuschreiben, dass das Bild unter einer Freien Lizenz steht.

Ihr, liebe Raubkopierer bei der SPD, habt euch an diese Bedingungen nicht gehalten. Ihr habt das Foto einfach geklaut und es auf www.netzwerkberlin.de und www.manfred-stolpe.de veröffentlicht. Das Netzwerk Berlin ist ein Zusammenschluss von derzeit 50 SPD-Bundestagsabgeordneten, darunter Sigmar Gabriel, Hubertus Heil und Thomas Oppermann; Manfred Stolpe war Bundesverkehrsminister und Ministerpräsident Brandenburgs.

Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freundliche E-Mail oder greife zum Telefon (außer bei Kai Diekmann). Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?

Also habe ich mir einen Anwalt genommen und der hat euch dann Abmahnungen geschickt mit dem ganzen Programm, das euer Urheberrecht vorsieht:

– Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung
– Aufforderung zur Auskunft über die Dauer der Urheberrechtsverletzung
– Schadensersatz in Höhe der Lizenzgebühr, die gemäß dem Tarif der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing für das Foto angefallen wäre
– doppelter Schadensersatz, weil ihr mich nicht als Urheber genannt habt
– Anwaltskosten

Nun begann ein Schriftwechsel. Liebe Sozialdemokraten, ich glaube euch ja, dass ihr stets den Willen habt, die Gesetze einzuhalten. Dass ihr diesen Willen aber ausgerechnet in dem Augenblick als Argument vorbringt, in dem ihr beim Gesetzesbruch erwischt wurdet, zeugt dann doch von Chuzpe:

spd-raubkopierer620e

Nach einigem Hin und Her habt ihr wegen der beiden Bilder auf den beiden Webseiten dann doch 1.800 Euro an mich überwiesen. Und jetzt schaut mal, was daraus geworden ist und wer von eurem tollen Urheberrecht profitiert:

Mein Anwalt: 1.103,93 Euro
Ich als Urheber: 696,07 Euro

Da sind übrigens die Kosten für eure Anwälte noch nicht drin. Ich nehme mal an, dass eure Anwälte die gleichen Gebühren berechnen wie mein Anwalt. Eure Gesamtausgaben lagen also bei gut 2.900 Euro. Davon habe ich als Urheber 24 Prozent bekommen.

Liebe SPD, könnt ihr das bitte reparieren? Als Mindestkriterien für ein neues Urheberrecht schlage ich vor

– dass ihr es versteht
– dass es so faire Regeln hat, dass ihr euch auch selbst dran haltet
– dass die Urheber mehr bekommen als die Anwälte

Danke,
Sebastian Heiser

Kommentare (139)

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  14. nach dem „Danke“ kommt kein Komma.

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  16. Genial – mehr Nachahmer bitte!

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  18. Ich lach mich tot! Mr. Heiser, das ist mal eine Nachricht die mein Herz erfreut. Finde sonst nur selten einen Grund, mich zu amüsieren. Die stolzen Genossen wie Pudel begossen. Haha! Ist das jetzt schon Schadenfreude? Sie verdienen den Innovationspreis 2014, Herr Heiser.

    Beste Grüße
    Tristan Murkel

  19. Danke für diesen Beitrag. Es ist zum heulen… Unsere Politiker leiden höchstwahrscheinlich an Koalitions Verblödung…

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  21. Danke für diesen gelungenen Beitrag – ich habe Tränen gelacht, obwohl mir klar ist wie ernst und wichtig dieser ist. Auch ich habe als Forenbetreiber schon Abmahnungen zahlen müssen weil User Bilddaten in Beiträge einbauten die hätten gekennzeichnet werden müssen. Ich habe darauf hingewiesen dass ich nicht jeden, neuen erstelleten Beitrag auf die Copyrights der Bilddaten untersuchen kann – Antwort: „Das wäre aber als Betreiber meine Aufgabe“ – Und somit habe ich zahlen müssen. Auch an diesem Beispiel kann man erkennen dass die Gesetzgeber keinen Plan haben von dem was sie dort beschliessen bzw. beschlossen haben. Dieser Beitrag war Balsam auf meine Wunden – Danke!

    • Laut dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes müssen Community-Betreiber von Nutzern eingestellte Inhalte nicht überwachen (Akz.: C-360/10 – Sabam)

      ^^ Diese Abmahnung wäre somit nicht rechtskräftig gewesen.

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  23. Bin ja selber Anwalt, ab und an bekomme ich auch so hübsche Anfragen mit dem netten Honorar. Wo fängt das Problem eigentlich an oder hört es auf?
    Bildagenturen, bloggende Journalisten oder begeisterte Hobbyisten? So richtig freundlich bin ich nur gegenüber der dritten Gruppe, der zweiten Gruppe würde ich noch ein paar Mark überweisen. Aber schön, wenn der ein oder andere Journalist mal knipst. Toll.

    • Ich bin kein Anwalt. Das gemeine Volk versteht das so:

      Fotograf: Foto gemacht; veröffentlicht auf Wikipedia; Rechte mit Bedingungen erteilt.
      SPD: Foto wird verwendet; Bedingungen werden nicht eingehalten; Abmahnung; Kosten

      Warum sollte es relevant sein, welcher Gruppe Herr Heiser angehört? Ich verstehe euch Anwälte nicht.

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  25. urheber vs. anwälte. deine rechnung und der komentar anwälte solten weniger als der urheber bezahlen ist sehr einfach gestrickt. so ein foto mach ich als nicht ausgebildeter fotograf also laie in 30 sekunden bei dieser gelegenheit. du bist ja nicht des bildes wegen bis zur klagemauer gereist, nein. im rahmen einer diskussion hast du diesen schuss gemacht. so. nun zu den anwälten wie lange mussten die studieren, sich für diesrn fall vorbereiten usw.. du bist du nicht bildungsfern, also… wer den anwälten das geld zuspielt bist du selber.

    soweit .. sollte jemand meinen komentar nutzen, dann nixx mit anwalt, uzzi raus und aus die maus ;) cultpixel

  26. Diese Leute™ von der SPD leiden darunter gar nicht; es sind die dahinterstehenden technischen Betreiber der Websites! Was kümmert es ein Politiker, wenn er diese Beträge nicht persönlich aus eigener Tasche zahlen muss? Im Endeffekt ist diese Aktion also keinen Deut besser.

  27. Die TAZ schert sich selbst auch nicht ums Urheberrecht (http://blogs.taz.de/drogerie/2014/03/07/abhorrekorde-beim-drogenhandel/), nichtmal bei den so „leichten“ CC-Lizenzen. Bei der Presse kennt ich es auch nicht anders. Die paar Abmahnungen sind locker einkalkuliert und gehören zum Geschäftsmodell.

    Ansonsten: Was ist am Urheberrecht eigentlich so schwer zu verstehen? Was mir nicht gehört, darf ich nur verwenden, wenn der Eigentümer, hier Urheber, einverstanden ist. Ein Apfel im Supermarkt zu klauen ist genauso leicht wie ein Bild oder Text im Internet. Das tut man doch nur deswegen nicht so häufig, weil man leichter erwischt wird. Muss man den heute zunehmend fehlenden Respekt gegenüber anderen akzeptieren und das Urheberrecht „vereinfachen“, weil heute die Verfolgung dieser Urheberrechtsverletzungen auch sehr einfach geworden ist? Ich finde nicht. Und mal ganz ehrlich – das Urheberrecht finden die meisten doch nur solange unpassend, wie sie selbst nichts sinnvolles schaffen. Das ist zumindest zu vermuten, wenn man die häufigsten sonstigen Äußerungen vieler mir bekannten und unbekannten Menschen dazunimmt.

  28. Lieber Sebastian,

    hoffentlich war die Podiumsdiskussion bei der das Bild damals entstand keine SPD-Veranstaltung, ansonsten hättest Du meiner Meinung nach gar nichts bekommen sollen sondern eher noch bestraft werden dafür, dass Du bei so was überhaupt beteiligt warst, wenn auch lediglich als Zuschauer! Oder wurdest Du im Rahmen Deines Studiums etwa dazu gezwungen? Das wäre allerdings ungeheuerlich und skandalös zugleich! Übrigens hat ein Freund von mir diesen Beitrag über die Raubkopierer von der SPD von Dir auf seiner Facebook-Seite geteilt… hat er damit nun auch eine Urheberrechtsverletzung begangen und wenn ja würdest Du dann dagegen vorgehen wollen und wenn ja, gibst Du mir dann bei Erfolg 50 % von Deinem Prozesserlös für den Tipp? Kurze Email an mich genügt, ich liefere dann seinen Namen… ;-)
    Viele Grüße!

  29. Andere Onlinemedien haben auch kein Problem mit Urheberrechten, wie z.B. die ZEIT: hier wird einfach mal eben ein „Fan-Made Video“ zum neuen Hit eines Rappers in den Artikel eingebunden. Und sicherheitshalber im von der GEMA noch unbehelligten Vimeo.

    http://blog.zeit.de/tontraeger/2014/03/10/schoolboy-q-oxymoron_17695

    Wen störts?

  30. Ich finde es richtig, wenn das Recht sich auch gegen diejenigen wendet, die es beschliessen. Zuvor eine nette E-Mail zu schicken ist im allgemeinen sicher angemessen, aber reines Entgegenkommen ohne konkrete Veranlassung. In diesem Fall halte ich das gesetzte Zeichen definitiv für wichtiger als sonst praktizierte Fairness zu üben.

  31. Hallo Sebastian.

    Erstmal finde ich es gut, dass Du das öffentlich gemacht und den Finger in die Wunde gelegt hast.

    Im 2. Schritt ergibt sich für mich eine Frage:

    Wenn ich unter dem Beitrag den Google+ Button betätige, wird mir das Bild als eine mögliche Illustration angeboten. Ich müsste, um Deine Rechte zu wahren, die Bildrechte beim Teilen angeben. Andererseits gehen Anwälte davon aus, dass durch die Bereitstellung ’solcher‘ Teilbutton auf die Rechte(angaben) bewusst verzichtet wird.

    Ist verständlich, was ich meine ? Sollte dann in letzter Konsequenz das Bild vom Teilen ausgeschlossen sein oder diese ‚Teilen’button verschwinden.

    Thomas

    P.S.: Nicht das ich beides befürworte, aber als Webseitenbetreiber ist man beim Urheberrecht immer der letzte A… und kann es kaum Jemandem Recht machen.

  32. Mal eine praktische Frage: wie würde man in diesem Fall den Urheber korrekt nennen, um den Anforderungen der CC Attribution-Share Alike Lizenz zu genügen?
    Die Revision von 2005 zeigt wenn ich das richtig verstehe den User Marom als Uploader (mit der Bemerkung das Photo sei selbst aufgenommen): https://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=File:Manfred_Stolpe.JPG&oldid=876931
    Auf der aktuellen Seite ist dann der User Eilmeldung als Owner eingetragen: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Manfred_Stolpe.JPG

    Ist das Attribution-Snippet, das man von der Aktuellen Version der Seite erhält so überhaupt korrekt?
    „By Eilmeldung [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons“

    Warum hat das Bild hier auf dem Blog der Taz diese (oder eine andere) Quellenangabe bzw. Lizenz-Auszeichnung nicht, um mal zu zeigen wie es richtig geht?

    Wäre es nicht schön, wenn hier im TAZ-Blog Bilder, die unter einer CC-BY-SA Lizenz stehen, auch aus dem Artikel heraus und nicht nur über die URL als solche erkennbar wären (z.B. bei http://blogs.taz.de/drogerie/2014/03/07/abhorrekorde-beim-drogenhandel/http://blogs.taz.de/drogerie/files/2014/03/800px-Onyx_20100819_MartinSteiger_CCBYSA_001-624×312.jpg das wohl von https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Onyx_20100819_MartinSteiger_CCBYSA_001.jpg stammt)

    • Zur Frage, warum das Bild hier auf dem Blog der Taz nicht diese (oder eine andere) Quellenangabe bzw. Lizenz-Auszeichnung hat, um mal zu zeigen wie es richtig geht, kann ich antworten, dass ich auf die Idee nicht gekommen bin. So zum Beispiel geht es richtig: „Foto: Eilmeldung, Creative Commons BY SA 3.0“

      Das Foto hatte ich ursprünglich auf der deutschen Wikipedia hochgeladen. Später hat „Marom“ das Bild auf die internationale Wikimedia-Commons-Plattform hochgeladen. Dabei hat er sich fälschlicherweise selbst als Urheber angegeben. Die Wikipedia nannte also den falschen Urheber und beging damit eine Urheberrechtsverletzung. Ich habe dann dort freundlich angefragt, das zu korrigieren:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Fragen_von_Neulingen/Archiv/2013/Juli#Ich_werde_bei_einem_Foto_nicht_als_Urheber_genannt

      Es gibt nicht ein taz-Blog, sondern viele verschiedene Blogs, die von unterschiedlichen Leuten betrieben werden (hier eine Übersicht: http://blogs.taz.de/uebersicht/). Mit einer Frage zu einem anderen Blog sollten Sie sich an den jeweiligen Autoren wenden.

  33. Fuer ihre eigenen Geldinteressen hat die SPD von heute gut gesorgt.Gabriel, Steimeier und Konsorten haben gut fuer sich gesorgt und sitzen auf ihren Posten wie fette Huehner. Ihre “ Genossen und ihre Waehler sind ihnen jetzt scheissegal. Passend hat schon Tucholski vor langer Zeit das Gedicht geschrieben “ Sag mal Genosse, schaemst Du Dich nicht?“
    Bei Google ist der genaue Text des Gedichtes zu erfahren. Leider ist das in letzter Zeit wieder aktuell geworden. Auch ich frage die Bonzen

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  37. Spießig und kleinkariert sind zwei Worte, die mir spontan für diese Aktion einfallen. So wird die taz, die ich bis vor ein paar Jahre noch liebte, immer mehr zum Klischee-Vertreter des linken Spießers aus dem Ländle (Nein, bin kein Schwaben-Hasser, warum sollte ich).

    Ein SPD-Webauftritt ist mit Kai Diekmann (als angeblich einzige Ausnahme) nicht zu vergleichen, diesen Kommentar hätte man sich also sparen können. Als politische Aktion taugt es auch nicht, denn Anwälte waren schon immer teuer. Zudem finde ich es absolut unnötig, das Rechtssystem zu nutzen, wenn es auch mit einer freundlichen E-Mail getan wäre (es handelt sich hier ja nicht um einen Wiederholungsfall?!).

    Insgesamt sehe ich also keinen Grund für die ganze Aktion und erst recht keinen, das auch noch so großkotzig im tat-Hausblog niederzuschreiben…nö, find‘ ich blöd.

    • blub. Wenn ein „linker Spießer“ eine „linke Partei“ wie die SPD an den Pranger stellt, nachdem diese Partei mit ihrer Opposition eine „GroKo“ beschließt, finde ich, hat der linke Spießer ausnahmsweise wirklich n guten Grund spießig zu wirken. Verarschen kann man sich als Wähler schliesslich auch alleene, also warum nicht unseren „Volksvertretern“ zeigen, was ne sprichwörtliche Harke is?

    • „Zudem finde ich es absolut unnötig, das Rechtssystem zu nutzen, wenn es auch mit einer freundlichen E-Mail getan wäre“ – es ist doch genau solches Rechtssystem, welches die SPD in dieser Hinsicht sehr geprägt hat. Und, das habe ich auch schon unten einmal erwähnt, Spiel-, Musik- und Filmindustrie interessieren sich auch wenig dafür, ob es mit einer freundlichen E-Mail getan wäre. Interessant, dass man das aber vom Fotografen erwartet.

    • Wenn Trottel mein Urheberrecht verletzen, empfinde ich rechtliche Schritte als angemessene Maßnahme.

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  39. Das ist doch wie bei einer Scheidung: Die Frau bekommt die Kinder, der Mann den Hund und der Anwalt das Haus.

  40. na da hab ich aber n fairen Anwalt erwischt :) … Da bekomme ich immer mehr als er.

  41. Eine tolle Aktion und herzlichen Glückwunsch!…ich bin mir aber nicht sicher wer hier das Recht am Bild hat. Oder haben Sie eine Einwilligungserklärung in schriftlicher Form für das Foto?

  42. An Walch und die anderen Anwälte:
    Sie mögen ja vom Fach sein und wir alle anderen die Idioten, die „knipsen und hochladen“ und eh nichts verstehen.
    Als Nichtjurist bin ich über den Tonfall Ihrer Beiträge erschüttert und erbost:
    „in dieser Form einfach dumm“, „Blödsinn“, „dumpfe Besserwisserei bei vollkommener Unkenntnis“.
    Aus diesen Bemerkungen spricht eine englaubliche Arroganz.
    Reden Sie so auch mit Ihren Mandanten? Na, dann … Prost!

    Ein bisschen mehr Menschenachtung würde Ihnen gut stehen.
    Ich hoffe nur, ich werde möglichst wenig mit Ihresgleichen zu tun haben müssen.

    • Meine Güte, der Herr Walch hat doch einfach ein bisschen drastischere Worte gewählt, damit die Dumpfbacken hier im Forum ihn auch verstehen. Das hat nichts mit mangelnder Menschenachtung zu tun; im Gegenteil.

      Gerade weil er auch für Dummköpfe verständlich schreiben will, hat er so formuliert. Er achtet also auch die Doofen und läßt sich dazu herab, ihnen elementare juristische Sachverhalte (kostenlos) zu erklären.

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  44. Bei allen hin und her…
    Fakt ist, dass Menschen die Gesetze verabschieden, selbige nicht einhalten.
    Meine Meinung über Politiker… ohne Worte

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  46. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Aktion. Gerade die Funktionärsriege dieser nicht immer gesetzestreuen Vereinigung hat ja immer wieder große Defizite beim Umgang mit geistigem Eigentum und selbständigem Denken. Man denke nur an den wenig imponierenden Umgang mit den eigenen Presseorganen und speziell mit deren Journalisten. Und wer nicht lernen will, muss es halt schmerzhaft spüren. Eigentlich blamabel für eine Partei, in deren Führung immer viele Leute als Beruf „Journalist“ angegeben haben.

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  48. Das ist wirklich sehr, sehr schön! Ob sie allerdings wirklich nicht verstehen, was sie da tun … ?

  49. Pingback: Ins Netz gegangen (10.3.) — »Nächstens mehr.«

  50. Lieber Genosse Heiser,

    echt mal eine SUPER! Aktion die Sie da gemacht haben. Ich danke ihnen vielmals für diesen tollen Artikel!

    Es muss sich dringend etwas im Urheberrecht ändern. Wie nämlich ihr Beispiel zeigt, bekommt auch nur der Recht der es sich Leisten kann (Anwaltskosten) und am Ende verdient dann der Anwalt auch noch mehr als der Urheber. PFUI!

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  52. Hallo Herr Heiser,
    herzlichen Glückwunsch zu dieser gelungenen Aktion. Ich hatte einen ähnlichen Fall mit einem Blau/Gelben mit ähnlichen Erfahrungen.

    Leider sind sie an einer gütlichen Aktion gescheitert. dadurch werden meistens beide Parteien verpflichtet die eigenen Kosten zu tragen, dann kommen ihre Anwaltskosten leider auf sie zu. Sinnvoller wäre es hier gewesen auf eine Urteil zu drängen, dann wären die Kosten beim Verlierer geblieben.

    Aber es ist vollkommen richtig das so zu machen, auch ich würde jedes Verhalten dieser Art unserer Politiker auf diese Weise ahnden und in die Presse bringen, vielleicht lernen sie dann man was sie mit Gesetzen eigentlich anrichten.

  53. Lieber Herr Heiser,
    Ihr Klagelied hat nichts, aber auch gar nichts mit dem alten oder einem neuen Urheberrecht zu tun. Wenn Sie einen Anwalt beauftragen, der Ihnen zu Ihrem Recht verhelfen soll, müssen Sie ihn erst einmal bezahlen. Wenn der Anwalt für Sie Klage erhebt und Sie dann den Prozess gewinnen, muss die Gegenseite die eigenen und Ihre Anwaltskosten sowie die Gerichtskosten in vollem Umfang tragen. Das Risiko ist nur, dass Sie zum Beispiel hinsichtlich Ihrer Schadensersatzforderung zu viel verlangen und dann auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben, wenn das Gericht Ihnen nur teilweise recht gibt.

    Wenn Sie sich vergleichen, wie es hier wohl geschehen ist, müssen Sie ebenfalls einen Teil der Kosten, zum Beispiel die eigenen Anwaltskosten, tragen. Das gilt nicht nur im Urheberrecht, sondern allgemein. Offensichtlich haben Sie einem Vergleich mit diesem Inhalt zugestimmt. Also was regen Sie sich auf? Dass Ihr Anwalt zu viel verdient? Der hat offenbar sehr kulant nach der geltenden Gebührentabelle abgerechnet. Wollen Sie ihm den ihm zustehenden Lohn für seine Arbeit nicht gönnen?

    Es gilt schon immer: Recht ist eine teure Resource.

    Das aber ist streng zu trennen von den Regelungen des Urheberrechts. Wenn das Urheberrecht Ihnen einen höheren Schadensersatz zubilligen würde, würden auch die Rechtsverfolgungskosten steigen.

    Ihr Verlangen, dass die Urheber mehr bekommen sollen als die Anwälte, ist in dieser allgemeinen Form unrealistisch und gesetzlich überhaupt nicht regelbar. Gerade bei relativ geringen Streitwerten wie hier sind die Kosten notwendiger Weise sehr hoch im Verhältnis zum Streitwert. Geht es um größere Beträge, sind Anwalts- und Gerichtskosten im Verhältnis zum Streitwert deutlich niedriger. Aber auch das hat mit dem Urheberrecht überhaupt nichts zu tun.

    Ihre so einfach daher geredete Forderung dass die Urheber mehr bekommen müssten als die Anwälte, ist also nicht zu Ende gedacht und in dieser Form einfach dumm.

    Das geltende Urheberrecht ist gerade bei der Abgeltung und Ahndung von Urheberrechtsverletzungen durchaus streng gegenüber dem Verletzer. Also was wollen Sie konkret daran ändern? Wollen Sie eine Preisliste für jede denkbare Art einer Urheberrechtsverletzung ins Gesetz schreiben? Das Gesetz würde mehrere 1000 Seiten umfassen und niemand würde sich mehr darin auskennen und alle denkbaren Fälle wären auch dann noch nicht geregelt. Eine solche Forderung ist also Blödsinn.

    Das Urheberrecht, gerade das deutsche, ist ganz überwiegend ein fairer Ausgleich zwischen Werkschöpfern und Werknutzern. Dass im einzelnen ständig daran gearbeitet wird, es zu verbessern, insbesondere es neuen Nutzungsgegebenheiten anzupassen, zeigt, dass alle Beteiligten eine faire Lösung anstreben, auch wenn die Interessen häufig sehr gegenläufig sind.

    So platte, undifferenzierte und populistische Forderungen aufzustellen wie Sie, ist billig, dabei durchaus kontraproduktiv und führt ins Leere – außer Sie gewinnen dabei eine persönliche Genugtuung, Ihre Meinung geäußert zu haben. In der Diskussion um das Urheberrecht führen solche Reden aber nicht weiter. Ich empfehle – wie das bekannte Warnschild fordert – vor dem Reden das Gehirn einschalten.

    Die Kommentare, die Ihren Artikel lobend, belegen nur die Unkenntnis der Schreiber und reflektieren eigentlich nur dumpfe Besserwisserei bei vollkommener Unkenntnis.

    Reiner Walch
    Rechtsanwalt

    • Lieber Herr Walch,

      Sie reden beim Urheberrecht von einem „faire[n] Ausgleich zwischen Werkschöpfern und Werknutzern“. Ich möchte Sie inständig darum bitten, mir als juristischen Laien zu erklären inwiefern der Ausgleich fair ist, wenn ein Werk noch 70 Jahre nach ableben der kunstschaffenden Person urheberrechtlich geschützt ist, diese Person also keinen Mehrwert daraus ziehen kann, dessen Nachfahren allerdings noch über Generationen.

      Viele Grüße
      Dennis Boysen

      • Es ließe sich wahrlich gut darüber streiten, ob eine 70-jährige Schutzfrist nach dem Tod des Urhebers angemessen ist. Ebenso darüber, ob die Ururenkel eines Unternehmensgründers noch von seinem Lebenswerk profitieren dürfen oder sein Eigentum irgendwann der Allgemeinheit zufallen sollte.
        Nur ist das alles hier ja gar nicht Thema. Der Urheber ist offensichtlich und zum Glück noch quicklebendig.

      • Erläre mir mal, warum es deiner Meinung nach einen „fairen Ausgleich“ zwischen Werkschöpfern und Werknutzern geben sollte (falls es das ist, was du forderst). Ich sehe keinen Grund dafür, dass das Urheberrecht nach dem Ableben der „kunstschaffenden Person“ enden sollte.

    • Hallo Herr Walch,

      ein kleiner Widerspruch von mir – natürlich hat das auch mit Urheberrecht zu tun. Ganz einfaches Beispiel: Würde man für die nicht-kommerzielle Nutzung von Werken eine Urheberrechts-Flatrate ordentlich einführen (wie man sie ja eigentlich schon durch die Urheberrechtsabgabe hat), dann würde dieses Geld zu einem Großteil den Urhebern und nicht den Anwälten zugute kommen. Denn wo kein Anspruch, da wird auch kein Anwalt benötigt, diesen durchzusetzen (höchstens damit der Anwalt erklärt, dass kein Anspruch besteht).

      Erst durch den Anspruch auf Schadensersatz durch das UrhG gibt es ja erst die Möglichkeit und den Bedarf, einen Anwalt mit der Durchsetzung zu beauftragen.

      • Welch erfrischende Logik. Stellt man Diebstahl nicht mehr unter Strafe, gibt es auch keine Diebe mehr. Anwälte und Richter können sich ja zu Sozialarbeitern umschulen. :-D

        • Vielleicht sehe ich das Ganze zu optimistisch, aber eine Gesellschaft die keine Anwälte und Richter benötigt (oder zumindest weniger davon) ist meiner Meinung eine bessere.

          Warum sollen wir Zeit und Geld für Dingen verplempern für die es auch andere Lösungen gäbe. Wie man immer wieder hört verstopfen Aktionen wie Massenabmahnungen zusehends die Gerichte, und aufgrund dessen werden dann Aktionen wie die Massenabmahnungen wegen Redtube Streamings durchgewunken obwohl diese wohl komplett unbegründet und/oder unrechtmäßig war. Davon haben tut am Ende nur der Abmahnanwalt etwas.

        • Gesetze, danach zu beurteilen, ob Anwälte und Richter auch ja genug zu tun haben, ist faszinierend. Demzufolge wäre das optimale Gesetz, jenes, dass „Luft holen“ verbietet. Naja, wer schon daran scheitert, Straf- und Zivilrecht voneinander zu trennen, der kommt auf besonders erfrischende Logik.

          Übrigens – die Pauschalabgabe wurde vom Gesetzgeber extra eingeführt, um die komplette Kriminalisierung der Bevölkerung zu unterbinden. Etwas zu verbieten, was alle machen, macht halt langfristig keinen Sinn. Das hat man damals erkannt. Nur jetzt weigert man sich zu erkennen, dass auch das Internet neue Fakten schafft, so wie die Erfindung der Tonbandkassette neue Fakten geschaffen hat.

    • Das könnte den Juristen so gefallen, wenn es ausreichte, wenn Juristen das Recht verstehen. Und wenn dann auch noch der blöde Bürger selber Schuld wäre, wenn er nicht versteht, was die Juristen darunter verstehen. Gerade deshalb, Herr Walch, ist es ja so ein herrlicher Beitrag. Weil nämlich nicht einmal die Gesetzgeber selbst mehr zu verstehen scheinen, was eigentlich Recht und was Unrecht sein soll. Aber dass Sie als Jurist dies freut verstehe ich. Das Kartellamt schreitet ja bei Verständnismonopolen nicht ein. Und wer ein Monopol hat, der schwimmt bekanntlich wie ein Markkloß in fetter Brühe. :-)

    • An Herrn RA Walch und „einen Anwalt“:

      Hier noch ein Interview zur Lage von Kulturschaffenden, also u.a. den „Knipsern“
      http://www.heise.de/tp/artikel/41/41080/1.html.

      Wie bereits geschrieben, weniger Überheblichkeit und Hochmut wären angebracht.

  54. Pingback: Lesebefehl 10/03/2014 | Marcs Mancave

  55. Was will die Aktion beweisen? Dass das Urheberrecht zu kompliziert sei, weil die schlichte Namensnennung zu viel verlangt sei? Die Abmahnung hat überhaupt nichts mit freien Lizenzen zu tun, denn sie richtete sich nicht auf eine in irgendeinem kleinen Detail fehlerhafte Anwendung der eingeräumten CC-Lizenz, sondern gegen die platte, fehlende Urhebernenung bei der Gratisnutzung durch die Partei.
    Denkt man den Blogbeitrag zuende, dann wünscht der Autor die Aufhebung der gesetzlich zugesicherten Namensnennungspflicht. Kommerzielle Ausschlachtung zum Nulltarif. Selbst die Anerkennung der fremden Urheberschaft ist demnach zu viel verlangt.

    Ein zweites Ziel der Kritik ist die Höhe der Anwaltskosten. Auch hier lohnt sich ein genauerer Blick.
    Bei einfach gelagerten Urheberrechtsverletzungen durch Privatpersonen sind die Abmahnkosten gesetzlich auf maximal 100 Euro gedeckelt. Der Schadenersatz in diesen Fällen wurde für den Klassiker „geklautes Bild in Ebay-Auktion“ von Gerichten bei 30 bis 50 Euro angesetzt.
    Im beschriebenen Fall aber haben wir es mit einer längerfristigen und kommerziellen, (partei-)werblichen Nutzung zu tun. Der pauschalierte Schadenwert bei fehlender Urhebernennung beträgt 3000 Euro, Anwaltskosten für die Abmahnung und den eventuell anschließenden außergerichtlichen Schriftwechsel: 281,30 Euro. Hinzu kommt die Zahlung an den Urheber: 200 Euro Lizenzgebühr nach MFM (eventuell plus 38 Euro Umsatzsteuer) und 200 Euro Schadenersetz, also bis zu 438 Euro. Das ist deutlich mehr, als dem Anwalt zusteht.
    Die im oben beschriebenen Fall mit der Abmahnung gestellten Forderungen sowohl des beauftragten Anwalts als auch des Abmahnenden sind überzogen und wären vor Gericht ziemlich klar gescheitert. Dafür dass hier ein Urheber und sein Anwalt im außergerichtlichen Schriftwechsel mit überhohten Kosten drohen, kann kein Gesetzgeber vereantwortlich gemacht werden.

    Ein solcher Fall dient denkbar schlecht als Beispiel, um das geltende Urheberrecht und eine hier gar nicht stattgefundene Rechtsprechung anzuprangern.

    • Die Gebühren berechnen sich aber nicht aus dem Schadensersatz, sondern auch aus dem Streitwert des Unterlassungsanspruchs.

      Davon abgesehen gibt es in diesem Fall aber eigentlich keine Verdoppelung des Schadensersatzes, denn die Nutzung des Bildes selbst war kein Verstoß. Nur die Nicht-Nennung des Urhebers.

      Wie ich unten bereits geschrieben habe: Es gibt gute Gründe, solches durch Anwälte erledigen zu lassen ….

      • Ja, eben. Wie ich zuvor schrieb: Der Streitwert orientiert sich nicht an dem geforderten Schadenersatz, sondern nach dem Delikt und wird bei Urheberrechtsverltzungen pauschaliert auf 3000 Euro festgesetzt; nur noch von wenigen Gerichten auf 6000 Euro.

        Bei Nichteinhaltung der CC-Lizenzbedingungen erlischt diese automatisch (siehe unter 7.). Eine kostenlose Nutzung ist somit nicht mehr genehmigt, sondern es wird eine marktübliche Lizenzgebühr (ggf. zuzüglich USt.) fällig. Hinzu kommt ein Anspruch auf Schadenersatz in gleicher Höhe (aer ohne USt.). Auch dies ist in den MFM geregelt.

        Den Anwalt braucht man, um Sicherungskopien und Zeugen rechtssicher vorzuhalten, korrekte Fristen und ggf. Nachfristen zu setzen, eventuell modifizierte Unterlassungserklärungen und Vertragsstrafeversprechen zu prüfen usw usf. Die reine Standard-Abmahnung zu vershcicken ist ein Klacks. Der mitunter komplizierte Rattenschwanz dahinter braucht Fachwissen und ist in der Anwaltspauschale enthalten.

  56. Da hat der „Franz Purucker“ den Text wohl nicht gelesen…

    Gut gemacht.

  57. Superaktion! Es war leider meine damalige Partei, die SPD, unter der damaligen Justizministerin Zypries mit der eine Verbesserung des Urheberrechts und eine Begrenzung des Abmahnunwesens nicht möglich war. Wer nicht hören will muss fühlen…. ;)

    Viele Grüße
    Jörg Tauss
    MdB (SPD) von 1994 – 2009

  58. Und warum Sebastian Heiser gleich zum Anwalt rennen? Vielleicht hätte man die Sache auch einfach mit einem Telefonanruf aus der Welt schaffen können.

  59. Völlig genialer Beitrag. Danke! Danke! Danke!

  60. Was will man sonst von Leuten erwarten,die mit einem „Handstreich“ (Handheben) im Bundestag eine Gehaltserhöhung von 10% beschaffen.

    • Das hat jetzt genau was mit dem Thema zu tun?

      Der vorliegende Fall ist ein gutes Beispiel für die leidlich funktionierenden Gesetze, welches wunderbar unprätentiös eine wichtige Frage stellt und Entscheidungsträger damit direkt konfrontiert. Allgemein-doofer Armes-Deutschland-Spott hilft da irgendwie wenig.

  61. Und hier ging es noch um so etwas „einfaches“ wie Urheberrecht. Die Genossen und die Regierung haben da noch ganz andere Pfeile im Köcher

  62. Lieber Herr Heiser,

    anwaltliche Gebühren berechnen sich nach dem Aufwand und dem Gegenstandswert. Im Verhältnis zu diesem steigen sie aber nicht linear, dh doppelter Gegenstandswert führt nicht zu doppelten Gebühren. Und das ist gut so, denn der Aufwand ist vom Gegenstandswert meistens unabhängig.

    Soll heißen: Ob die Lizenzgebühr nach MFM 100,- oder 10.000,- Euro beträgt ändert wenig am Umfang der Arbeit des Anwalts. In den Gegenstandswert fließt außerdem vor allem der Wert des Unterlassungsanspruchs mit ein. Also beträgt die gesetzliche Gebühr des Anwalts idR irgendwas zwischen 300,- und 1.200,- Euro, also uU. deutlich mehr, aber auch mal deutlich weniger als der Ertrag für den Urheber.

    Und mal ehrlich: Wo steht eigentlich, dass die Arbeit des Anwalts weniger wert ist, als die des Urhebers? Was kostet mehr Zeit: So ein Foto knipsen und hochladen, oder den Mandanten beraten und so eine Abmahnung verfassen?

    • Sehr geehrter Herr Anwalt,

      Knipsen und Hochladen?

      … und Sie lesen Gesetzbücher und schreiben Briefe?
      Es gehört doch wohl bei beiden ein bisschen mehr dazu, oder?

    • Lieber Herr Anwalt,

      diese „geringfügige“ Arbeit des Urhebers, hat zuindest dazu beigetragen, dass Sie sich eine Stange Geld verdienen konnten, die mit absoluter Sicherheit nicht im Verhältnis zur Leistung steht. Andere Menschen „verdienen“ mal gerade 1000 Euro Brutto im Monat und rackern dafür 8 Stunden am Tag (ohne Anfahrtswege) und 5 Stunde die Woche, also mindestens 160 Stunden im Monat. Wie lange haben Sie dafür „gerackert“ ?

      Aber selbst Akademiker, verdienen in der Selbstständigkeit nicht wirklich sehr oft über 60 Euro/Stunde, was schon einen guten Satz darstellt. Wären bei 1103 Euro somit 18 Stunden. Auch diese haben Sie garantiert für diese Sache nicht aufgewendet, nicht aufwenden müssen. Hätte die Gegenpartei sogar sofot bezahlt, was nicht selten geschieht, wären diese Gebühren auch angefallen für ca. 1 Stunden Auseinandersetzen mit ihrem Brötchengeber (Mandant, genannt), ca. 1 Stunde für das Aufsetzen des Schreibens und grosszügig berechnet, 1 Stunde für das Abtippen und knapp 60 cent für die Briefmarke (wofür immer noch pro Mandat 20 Euro Telekomminkationskosten berechnet werden, die nicht im entferntesten mit den tatsächlichen Kosten in Einklang zu bringen sind und gar gerechtfertigt sind). Also 3 Stunden Arbeitseinsatz und dafür 1100 Euro. Und nicht selten, sogar viel öfter, reichen oft wenige Schreiben um schon ein Arrangement mit der Gegenpartei zu erreichen um den Rechtsweg sparen zu können. Ich habe einige Freunde im Juristischen Bereicht, die mir dies immer wieder bestätigen.

      Ansomnsten muss ich sagen, klasse Bericht, Sebastian. Vielen vielen Dank !

      • Das meinte ich mit meinem Kommentar! Die Arbeit der Anwälte wird in diesem Zusammenhang vollkommen unterschätzt!

        Natürlich weiß ich, dass die Lizenz für einen Urheber nicht einfach mit „geknipst und hochgeladen“ gleichgesetzt werden kann; das war überspitzt ausgedrückt. Aber wie man an dieser Antwort lesen kann haben die wenigsten eine Vorstellung davon, wie sich anwaltliche Arbeit darstellt. Welche Kosten im Hintergrund laufen, welchen Fortbildungsaufwand man betreibt usw.

  63. Klasse Aktion!
    Müsste man öfter machen, bei allen Parteien, die dieses Urheberrecht verbrochen haben.

  64. Pingback: Aerar » Mit den eigenen Waffen geschlagen

  65. Naiv zu glauben, dass das irgend etwas ändern wird…
    Ändern wird sich erst etwas, wenn wir CDU und SPD abwählen.

  66. Vielen Dank für diese Aktion :-) Möge auch anderen Parteien auch ein Licht äh.. Bild äh.. Text aufgehen

  67. An alle, die sinngemäß wie folgt kommentieren: „Nicht gleich mit dem Anwalt“, „Das hätte man doch friedlich lösen können“ oder „Das kann doch passieren, weil dieses (Urheber-)Recht so kompliziert/falsch/unfair ist“

    Genau darum geht es doch eigentlich in diesem Artikel!

    Lesen und verstehen ist wohl manchmal eine Kunst für sich.

  68. Pingback: Die Raubkopierer von der SPD | sinusfunktion

  69. Pingback: Was war inzwischen – KW 10 | my so called life

  70. Ich war mal am „Schädiger“-Ende des Abmahnrechts, als ich fahrlässig einen 32 Jahre alten Liedtext veröffentlichte, den ich für gemeinfrei hielt. Ich kenne daher aus jenem Fall alle drei Teile, den Urheber und beide Anwaltsrechnungen: Der Urheber erhielt sogar nur 19% der Gesamtkosten.

  71. Geniale Aktion! Das ist preisverdächtiger Journalismus!

  72. Bedenkt man jedoch, wie oft Menschen die es besser wissen sollten, die kryptischen CC Klauseln falsch anwenden, ist die als eine konventionelle Kennzeichnung. Will man etwas vereinfachen oder klarer machen, sollte die Anwendung nicht Expertenwissen voraussetzen, sondern Laienverständlichkeit. Zweifelsohne war die Falschnutzung des Fotos durch den abgemahnten Personenkreis eine Folge der unverständlichen, kryptischen Rechtefreigabe, und nicht ein vorsätzliches Ignorieren von Nutzungsrechten. Mal echt, so einen Pups haben die bestimmt nicht nötig, es hätte ja noch nicht einmal Geld gekostet. Sich daran zu ölen, dass dies falsch angewendet wurde, und daraus eine Kausalität für einen Reformbedarf zu konstruieren, naja. GGf. benutzt der Anutor zukünftig Kennungsfloskeln, die sich seit 100 Jahren bewährt habe, und verständlich sind, falls er sich tatsächlich für eine rechtssichere Nutzung einsetzen will.

    • Bitte machen Sie doch die Vereinsmitglieder nicht lächerlich. Das sind Großteils gestandene Juristen, denen kann man schon ein gewisses Textverständnis abverlangen, zumal die CC-Lizenzen nicht allzu kryptisch formuliert sind.

    • Wer die Lizenz nicht versteht, darf das lizenzpflichtige Produkt nicht einsetzen. Auch die rotgefärbte Union nicht. Punkt.

    • Liebe/r ADA,
      ich glaub du hast da was flasch verstanden. Die Lizenzbedingungen sind so lang weil alte Männer die dahinter stehenden Urheberrecht gebastelt haben – ein 100 Jahre altes „Naja, schreib halt dran von wems ist“ reicht eben NICHT dafür aus, rechtssicher zu sein. Außerdem hat CC noch zusätzlich Piktogramme um die einzelnen Lizenzbestandteile zu kennzeichnen, so dass selbst Berliner SPDler fähig sein sollten, diese richtig anzuwenden. Es ergibt sich also in der Tat eine Kausalität. tl;dr Nicht labern, wenn man keine Ahnung hat.

  73. Pingback: "Liebe Raubkopierer bei der SPD" | Die wunderbare Welt von Isotopp

  74. Geile, extrem berechtigte Aktion!!!

    Nerve die SPD auf Berlin und Bund-Ebene, die prominentesten Vertreter dieses Vereins, mit der Bitte um eine Stellungnahme. (Und veröffentliche ggf. den Reigen der Nicht-Stellungnahmen).

    Und ob sie was dagegen haben, wenn Du den erfolgten Schriftwechsel veröffentlichen darfst (dagegen spricht eigentlich nur das #Zensurheberrecht)…

  75. Pingback: mal kucken (10.03.2014) | blubberfisch

  76. Aus Ihren Angaben lässt sich nicht schließen, dass die Vergütungsstruktur der Anwälte ungerecht ist. Was für Gebühren genau hat Ihr Anwalt abgerechnet?

    Im Regelfall rechnen Anwälte nach dem Gegenstandswert ab. Daraus ergeben sich im vollen Erfolgsfall oft Gebühren von 20-30 % der insgesamt erhaltenen Summe. Haben Sie also vielleicht zuviel gefordert?

    Oder haben Sie mit Ihrem Anwalt eine Honorarvereinbarung abgeschlossen, ihn also nach Arbeitsstunden bezahlt? Das lohnt sich oft erst bei größeren Forderungen.

    Oder hat die SPD vielleicht 700 EUR Schadensersatz gezahlt und darüber hinaus noch Ihre Anwaltskosten übernommen? Dann hätten Sie ohne Anwalt ja auch nur 700 EUR bekommen.

    Ich will damit nicht unterstellen, dass Ihre Beschwerde unberechtigt ist, aber um Ihnen zustimmen zu können, fehlen wichtige Informationen.

  77. Sehr schön Herr Heiser, leider glaube ich nicht, dass das fruchten wird :-(

  78. Es ist nicht der Sinn von Wikipedia und creative commons Bilder ins Internet zu stellen und dann zu warten, dass jemand diese falsch zititert, um dann anwaltlich dagegen vorzugehen. Das offenbart einen ähnlichen Ansatz wie bei den viel geschmähten Abmahnanwälte.

    • Zum Sinn der hier verwendeten Creative Commons-Lizenz (Namensnennung+Weitergabe unter gleichen Bedingungen) empfehle ich diesen Hintergrund-Text:

      http://www.gnu.org/philosophy/free-sw

      Da geht es um Software, aber Creative Commons-Lizenzen sind gerade eine Übertragung dieses Prinzips in den kulturellen Bereich.

      Das ganze kurzgefasst

      “If you want your work to give freedom an advantage, use the leverage available to you — copyleft your code” — @rms → http://gcc.gnu.org/ml/gcc/2014-01/msg00247.html

      Wenn Sie, Jakob, also ein Bild unter Creative Commons “Weitergabe unter gleichen Bedingungen” nicht sauber referenzieren, beschädigen sie das politische Ziel dieser Lizenz: Auf dem Weg der Lizensierung im Falschen Leben des heutigen Urheberrechts eine Umgebung zu schaffen, in der gutes kulturelles Leben möglich ist: Freie Kultur.

      Noch etwas mehr Hintergrund, diesmal explizit zu freier Kultur: http://freedomdefined.org

    • Der Sinn von creative commons ist u.A. Quellen zur Verfügung stellen zu können und gleichzeitig eine Würdigung des Schaffensprozess zu erhalten.

      Herr Heiser hat ausdrücklich angesprochen, dass er mit seinem Beispiel klarmachen wollte wie schlecht die Sache mit dem Urheberrecht gegenwärtig funktioniert.

      bitte noch einmal lesen.

      • „Die Sache mit dem Urheberrecht“ funktioniert nur deswegen schlecht, weil es Deppen wie die betreffenden SPD-Raubkopierer gibt, die offenbar selbst simple Konzepte nicht verstehen können – oder aufs Recht pfeifen.

  79. Ich wollte auch mal ein Bild unter der „creative commons“ in meiner Website verwenden. Nachdem ich den langen Text der Möglichkeiten und Bedingungen gelesen hatte, entschloss ich mich: Nee. Es ist einfacher, den Urheber zu fragen und die paar Euro dafür zu bezahlen, als den komplizierten Bedingungen der CC akkurat zu folgen.
    .
    Aus meiner Zitatensammlung,
    …und es beweist sich immer wieder:
    „Alles was englisch betitelt ist, ist sowieso ein Schmarrn“

    • Einmal hatte ich den Fall auch schon. Da habe ich mich für ein anderes Bild entschieden. In der Regel ist das aber einfach. Entweder, der Urheber gibt direkt den ganzen Text an, oder man nimmt die erforderliche, meist auch dort stehende CC-Lizenz und den Namen des Urhebers. Schwer ist das nicht.

  80. Das Feixen, nämlich der Politik mal eine schallende Ohrfeige verpasst zu haben, halte ich für unangemessen. Wenn Ihr Triumphgeheul etwas unterstreicht, dann wohl den Umstand, dass Freie Lizenzen oftmals unübersichtlich sind. Gerade im Bereich der Medien sollte man bei „Bilderklau“ den Ball flach halten, weil viele Medien – zB beim Fernsehen (Stichwort: Quelle „Fremdmaterial“) – oft genug unsauber arbeiten. Ein Bild bei Wikipedia(!) hochzuladen und dann Abmahnungen zu verschicken, das erinnert mehr an Abzocke als an eine Lektion für die SPD.

    • Freie Lizenzen und gerade die Creativecommons-Lizenzen sind so übersichtlich wie eine Lizenz nur sein kann: Klare Ansagen was du darfst und musst.

      Wenn die Medien unsauber arbeiten, ist das ein Problem, denn ich als Privatperson muss *sofort* mit einer Abmahnung rechnen.

      Antwort darauf: Wenn nichtmal die Medien das Urheberrecht ausreichend verstehen, um sich dran zu halten (und das sind immerhin die Vollzeit-Urheberrechts-Nutzer), dann ist das Urheberrecht mit hundertprozentiger Sicherheit kaputt.

    • Abgesehen davon, dass einige freie Lizenzen tatsächlich unübersichtlich sind, ist die hier betroffene, die wohl übersichtlichste Lizenz, die Einschränkungen zulässt.
      http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/

      Dass Abmahnungen für angeblich „freie“ Bilder verschickt werden ist leider Alltag in Deutschland und wird von der Abmahnindustrie regelmäßig durchgezogen.
      Wenn nach Ihren Angaben sogar große Medienhäuser unsauber arbeiten, dann haben wir wohl eher ein Problem mit dem Urheberrecht. Und dann ist es genau richtig, den Verantwortlichen mal ein Praxisbeispiel zu zeigen. Mich als Ottonormalverbraucher schützt nämlich ein „ich wollte doch gar nichts böses“ auch nicht vor den Anwaltskosten.

    • Und der Verstoß war ja noch nichtmal irgendwas kompliziertes wie “wann ist etwas ein abgeleitetes Werk?”. Der Verstoß war es, den Urheber nicht zu nennen. Und das ist nun wirklich einfach zu verstehen: Schreib meinen Namen dazu oder lass die Finger von dem Bild.

      Und ehrlich gesagt fühle ich als Privatmensch mich verarscht, wenn ich mir auf meinen privaten Seiten immer die Mühe mache, sauber zu referenzieren und dann sehe, dass die Leute, die das Urheberrecht verbockt haben sich nichtmal selbst dran halten (bzw. sich die heutzutage notwendige Prüfung der rechtlichen Hintergründe ihrer eigenen Seite sparen, die sie allen Privatleuten mit ihren Gesetzen aufzwingen – das kostet zig Stunden Arbeit, und wenn die Seite von bezahlten Sachbearbeitern erstellt wird, kostet das halt auch messbares Geld, nicht nur meine Freizeit).

      Es wäre ja nicht so schwer, eine Urheberrechtsausnahme für private Seiten zu schaffen. Oder eine Regelung, dass Urheberrechtsverstöße nicht sofort per Abmahnung geregelt werden dürfen. Oder besser noch: Eine echte Kulturflatrate. Die Leute bei der SPD, die gerade getroffen wurden, sind genau an den Schaltstellen, mit denen das gemacht werden könnte.

      Ja, das Urheberrecht ist zu kompliziert. Wer hat das verbockt?

      Übrigens steht alles auf der Wikipedia unter Lizenzen, die mit cc by-sa kompatibel sind. Wer sich also bei Wikipedia bedient, muss nur cc by-sa verstehen: Eine Lizenz verstehen für eine riesige Quelle.

      Nur wer cc by-sa nicht einhalten will oder kann (den Fall habe ich: Sie ist noch nicht GPL-kompatibel, deswegen muss ich immer nach cc by schauen), muss sich die einzelnen Lizenzen durchlesen. Hinweis: Die cc by-sa besteht aus nur 4 Punkten:

      http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

      Erlaubt: Teilen und Bearbeiten.
      Notwendig: Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.

    • Sie verteidigen allen Ernstes eine Verfehlung gestandener Politiker und deren Mitarbeiter, weil eine paarzeilige Lizenz zu schwer zu verstehen wäre, um sich daran zu halten?
      Unter dieser Prämisse müsste sich unsere komplette Gesetzgebung ebenfalls dieser Kritik unterziehen.

    • @Christoph
      Was ist an Freien Lizenzen denn unübersichtlich? Insbesondere an der CC-Lizenz die Wikipedia nutzt, und die deswegen nur 1x für ZIg-Millionen Werke verstanden werden muss?

      Wie glaubwürdig soll das sein, dass die Verwender die Lizenz geprüft haben, und nicht verstanden haben abwr dachten sie dürften das Fundstück einfach so nutzen?

      Bei Schulkindern die was bei FB hochladen würde ich das ja noch glauben, aber die wer professionell was ins Netz läd, der sollte sich schon ein bißchen auskennen.

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  83. Sehr geehrter Herr Heiser,

    wenn Sie mitteilen, dass es nun mal die Leute treffen soll, die für das Urheberrecht verantwortlich sein sollen und nicht diejenigen, die täglich damit arbeiten, dann ist ihr Vorhaben gescheitert. Man darf davon ausgehen, dass weder der Parteivorsitzende, noch die jeweiligen Fachpolitiker das Foto hochgeladen haben, sondern auch der angestellte Mitarbeiter oder der freiwillige Helfer. Der ist seinem Arbeitgeber u.U. auch zum Ersatz verpflichtet. Fehler passieren Ihnen offensichtlich nie, da Sie davon ausgehen, dass sich jemand „nicht dran halten will“ oder „klauen“ will. Sie unterstellen einen strafrechtlichen Vorsatz, der gar nicht notwendig, erst recht nicht bewiesen wäre. Als Mindestkriterium für ein Blog wäre ja auch mal nett, dass man das was man anderen in Texten unterstellt, verstünde. Wem oder was, außer ihrem Ertrag war dann die Aktion geschuldet? Seh ich wenig. Daher hab ich auch wenig Probleme damit, dass Anwälte mehr kriegen als Sie. Solche Aktionen muss man nicht noch forcieren.

    • Da versucht wohl jemand die berechtigte Kritik an den Auswüchsen des fehlgeleiteten Urheberrechts und den Grund hinter der absichtlich(!) überzogenen Aktion falsch zu verstehen? Dass du „kein Problem“ damit hast, dass Anwälte mehr kriegen als der Autor eines Werkes, glaube ich dir gerne…. das mag vielleicht ein klein wenig damit zusammenhängen, dass du, mein lieber Vincenzo, von Beruf Rechtsanwalt bist und genau damit dein Geld verdienst. Welch Überraschung! Daran ist grundsätzlich nichts verwerfliches, irgendjemand muss den Drecksjob schließlich auch machen ;-) Aber das Mindeskriterium für einen ehrlichen Blog-Kommentar wäre gewesen, wenigstens offenzulegen, dass man diesen Text als betroffener Anwalt aus Eigennutz verfasst hast.

      • Gute Antwort ☺

        Das Urheberrecht ist so kaputt, dass ich mal *ein Jahr lang* nach den urheberrechtlichen Implikationen der freien Lizensierung eines einzelnen Strips in einem Comic gesucht habe, dabei die verschiedensten Gruppen angefragt habe und am Ende herausbekommen habe, dass das unklar ist.

    • Wenn ich urheberrechtlich geschütztes Material unwissentlich verbreite, weil mir der technische oder rechtliche Horizont fehlöt, diese Handlung entsprechend einzuordnen, kümmert es die Rechteinhaber und deren Anwälte auch nicht im Geringsten.
      Ja, man ist sich sogar nicht zu blöd, eine Oma auf Unterlassung* etc. abzumahnen, die nachweislich nicht mal einen Router in Betrieb hatte oder überhaupt wusste, wie das mit dem Internet, ´tschuldigung, für Sie natürlich Neuland, so funktioniert.

      * siehe: http://www.taz.de/!84352/

  84. Tolle Aktion – und danke für den Artikel!

    Ich wäre ja persönlich noch an etwas mehr Details über den Schriftwechsel interessiert ☺

    Anmerkung:

    – dass ihr es versteht
    – dass es so faire Regeln hat, dass ihr euch auch selbst dran haltet
    – dass die Urheber mehr bekommen als die Anwälte

    + dass es auch für Normalmenschen verständlich ist. Politiker sind meist schon Juristen.

    • Mehr Details zu dem Schriftwechsel: Die Sozialdemokraten haben den Rechtsverstoß direkt eingeräumt und das Foto gelöscht (sie hätten genausogut auch meinen Namen und die Lizenz hinzufügen können). Es ging dann bei dem Hin und Her eigentlich nur um die Frage, wie viel Geld genau mir zusteht.

  85. Hat er doch geschrieben:

    „Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freundliche E-Mail oder greife zum Telefon (außer bei Kai Diekmann). Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?“

  86. Alexander, den ganzen Text gelesen?!

    @Sebastian

    Danke dafür! Vielleicht lernen die Politiker nur durch Schmerzen…

  87. Herr Heiser, wer zwingt sie dazu Anwälte zu nutzen, um ihr Honorar einzufordern und den SPD-Verein über ihren Irrtum im Gebrauch von wikicommons aufzuklären? Haben sie versucht eine Regelung ohne Anwälte zu erreichen und zwar die Namensnennung, die ihnne zusteht? Da wäre die Kostenstruktur eine ganz andere. Einfach mal schreiben oder telefonieren, statt die Anwälte Schriften aufsetzen zu lassen.

    • Wenn ich mir anschaue, was Mandanten so an Antworten bekommen, wenn sie die Aufforderungen selber verschicken (was sie oft gewünscht haben): das reicht von bloßem Ignorieren, über Beschimpfungen bis hin zur Androhung körperlicher Gewalt. Meinen Mandanten ist das zu dumm und sie sind inzwischen wieder bei mir und ich darf als Anwalt ran…

    • Und die Musik- und Filmindustrie schickt auch erstmal ein freundliches Schreiben? Oder die Leute von Getty oder Bärbels Kochbuch? Man hätte neben dem Anwalt gleich noch ein deutsches und zusätzlich ein russisches Inkasso-Büro hinterherschicken sollen! Und statt der erlaubten Forderung erstmal zwei Nullen mehr hinten dran. Hups, Komma vergessen und Fehler passieren schießlich und das Geld kann man sich ja denn wieder holen (siehe redtube-Abmahnung).

      @Herr Heiser: Tolle Aktion, aber sie waren viel zu freundlich!

    • Herr Koenitz,

      Sie können ja mal ausprobieren, wie das so außerhalb der SPD-Fanbase gehandhabt wird mit dem Urheberrecht: Eröffnen Sie einen Blog, falls Sie noch keinen haben, dann binden Sie mal eines der 3,5 Millionen Fotos ein, die Getty Images gerade kostenlos freigegeben hat, und dann machen Sie die Copyright-Notiz so, wie Sie meinen, dass es nach Common Sense richtig sein müsste.

      Ich wette, spätestens nach vier Wochen wissen Sie, dass Sebastian Heiser sich genau dieser Mechanismen bedient hat, gegenüber einer Partei, die für genau diese Mechanismen große Mitverantwortung trägt.

      Und was das Thema „Aufklärung“ angeht: Weder wäre eine SPD, die zur Aufklärung fähig wäre, weiterhin unter der Knute des Seeheimer Kreises (was nachhaltig einen Stimmenanteil von > 30% verhindert, nur will das – Stichwort „Aufklärung“ – keiner hören), noch wäre Thilo Sarrazin weiter Parteimitglied.