vonblogwart 27.10.2015

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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In nur vier Stunden waren die ehrwürdigen, 70 Jahre alten Bäume auf dem Baufeld der taz gefällt.

Die taz baut ein neues Haus, knapp 500 Meter vom bisherigen Standort in der Rudi-Dutschke-Straße entfernt entsteht an der südlichen Friedrichstraße das neue Domizil für Redaktion und Verlag.

Mit einer Webcam, die auf dem Haus gegenüber des Bauplatzes installiert ist, dokumentieren wir den Fortschritt auf der Baustelle. Ab sofort wird alle 15 Minuten ein hoch aufgelöstes Foto erstellt, das Sie auf dieser Seite „live” anschauen können. Über die Kalenderfunktion können Sie die Entwicklung tageweise zurück verfolgen (wird demnächst erreichbar sein).

Es ging schneller, als erwartet. Gerade einmal vier Stunden brauchte die achtköpfige Gruppe um den Bauleiter und Landschaftsgärtner Detlef Wittling, um die verbliebenen zwei rund 70 Jahre alten Japanischen Schnurbäume und eine etwas verkümmerte ebenso alte Eiche in Stücke zu sägen und zu fällen.

Um die Schnurbäume, herrliche Parkbäume mit weit ausladender Krone, ist es wirklich schade. Eine Anwohnerin versuchte sogar in letzter Minute noch mit einem Eilantrag zu verhindern, was mit dem Bebauungsplan VI-150d seit Juni 2011 bereits Gesetz geworden war.

taz.film [neubau] Vogelperspektive

Insgesamt sechs Baufelder rund um die ehemalige Blumengroßmarkthalle werden in den kommenden Jahren bebaut. Aktuelle Baugruben gibt es östlich der Halle auf dem Baufeld V und südlich der Halle auf dem Baufeld IV, in der am gestrigen Sonntag eine Fliegerbombe entschärft werden musste.

Von den begleitenden Evakuierungen war auch das Redaktionsgebäude der taz betroffen, die Produktion der Montagstaz wurde provisorisch in die angemieteten Büroräume des taz-Verlages in der Charlottenstraße und im Parlamentsbüro am Schiffbauer Damm verlagert.

Anfang November, wenn die letzten Reste des Holzes und der Haufwerke, die aus dem Erdaushub der bereits abgeschlossenen Leitungsumverlegung stammen, vom Baufeld I geräumt sind, wird mit den Arbeiten an der Baugrube begonnen.

In den letzten Wochen sind an den umliegenden Gebäuden und der U-Bahn Linie 6, die unter der Straßenmitte der Friedrichstraße verläuft, Beweisdokumentationen vom Zustand erstellt worden, um das Ausmaß etwaiger Schäden durch unsere Bautätigkeit eingrenzen zu können.

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http://blogs.taz.de/hausblog/2015/10/27/taz-neubau-bautagebuch-montag-26-10-15/

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kommentare

  • eine Sauerei ersten Grades…Das war mal ne alternative Zeitung ? Kauf ich nie wieder…hätte man diese Bäume nicht retten oder umpflanzen können ? Hat die Natur heutzutage gar keinen Stellenwert mehr ? Hochhäuser und Kommerz regieren die Stadt . Habt ihr mal überlegt wie das Klima sich verändert ? Habt ihr mal an die Zukunft gedacht ? Alles Scheißegal… 70 Jahre alte Bäume stehen im Weg ? Na dann muss man eben drum rum Bauen ? geht woanders auch. Wenn man will…

  • Könnte heulen wegen der Bäume.
    Wie kompensiert die taz den Verlust der Bäume fürs Stadtklima? Kommen da außreichend neue Bäume hin?
    Übrigens rechnet man co2-technisch pro Baumjahr = ein junger Baum. Drei 70 Jahre alte Bäume produzieren soviel Sauerstoff wie 210 junge Bäume.

    • Einerseits ist prinzipiell jede Bauunternehmung, die für ihre Zwecke Bäume abholzen muss, per Gesetz dazu verpflichtet selber Neupflanzungen vorzunehmen oder vergleichbare Maßnahmen zu treffen. Dies gilt auch für die taz uneingeschränkt. Andererseits wird infolge der Neu- und Umbauten im Kiez auch der zentrale Besselpark erweitert. Dort wo heute ein trister Parkplatz die Fläche versiegelt, werden mehrere Dutzend Neupflanzungen vorgenommen. Es entsteht also in dem Kiez neues Grün, wo das Alte der Säge zum Opfer viel – und nicht irgendwo am Standrand, wo es sowieso niemand ernsthaft kontrollieren kann. Natürlich sind das dann junge Bäume, die einige Jahrzehnte brauchen, um ihre volle „Leistungsfähigkeit“ zu entfalten. Doch im Saldo stehen am Ende mehr Bäume als abgeholzt wurden. Was heute zum Weinen ist, werden zukünftige Generationen zu schätzen wissen.

  • hmmm… die taz geht also unter die „häuslebauer“, soso. Es gibt ja auch in berlin so wirklich gar keine leerstehenden bürobauten…
    Na, wie dem auch sei – dennoch: es mutet schon irgendwie seltsam an, wenn ausgerechnet die taz für eine immobilie 70 jahre alte bäume abholzt.
    Und dabei auch noch latent so klingt, als sei sie stolz drauf. – Ha! Was? Wie bitte?! Da hat jetzt nicht im ernst jemand luft geholt, um „Wenn wir’s nicht machen, macht’s ein anderer“ zu sagen, oder?!
    Sonst könntet Ihr nämlich auch gleich mit den kollegen von Springer ’ne wg gründen…

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